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Streaming in Zahlen: Neue Insights und skurrile Fakten

LEAD zeigt dir, warum sich die Marktanteile zwischen zahlenden Abonnenten und Nutzern gewaltig unterscheiden, warum Allein-streamen en vogue ist und warum Merklisten tödlich für Videos sind.

Neue Zahlen und Fakten zum Streaming (Bild: Fotolia)
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Das Merklisten-Paradoxon

Bei tausenden von Filmen, Serien und Dokus kann man schnell mal den Überblick verlieren. Bloß gut, dass wir uns Videos auf die Merkliste packen können, die wir später noch schauen wollen! Doch oft bleibt es genau dabei – beim Merken. Lediglich 5 bis 10 Prozent der gemerkten Titel werden nämlich überhaupt geschaut.

Unterm Strich wird es sogar immer unwahrscheinlicher einen Film zu streamen, je länger er auf der Merkliste verweilt. Dieses Paradoxon lässt sich dadurch erklären, dass auf Netflix ganze 70 und bei YouTube sogar 75 Prozent der Streams durch den Empfehlungsalgorithmus zustande kommen. Weil dieser so gut performt, müssen wir quasi nie an das Film-Reservoir ran, das wir uns für harte Zeiten angelegt haben.

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Immer mehr Menschen streamen allein

In Zeiten vom Wo-und-wann-ich-will-Streaming sitzen wir immer öfter mutterseelenallein vor dem Bildschirm unserer Wahl. In einer Befragung von Next.Media Hamburg gaben 48 Prozent aller Deutschen an, vorwiegend solo zu streamen. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen sind es mit 61 Prozent aller Menschen sogar weit über die Hälfte.

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Das klassische Bild des Fernsehabends mit der ganzen Familie ist also überholt. Nur noch 11 Prozent sagen, dass sie als Eltern und Kinder zusammen streamen. Das könnte ein Indiz dafür sein, wie schwer es geworden ist sich vor lauter Optionen noch auf ein Programm zu einigen. Immerhin belegt das Schauen mit dem Partner oder der Partnerin (39 Prozent) noch den zweiten Platz der Liste. Bei zwei beteiligten Personen scheint die Auswahl also noch zu klappen.

Accounts werden im großen Stil geteilt

Es ist kein Geheimnis, dass das Passwort-Sharing ein echtes Ding ist. Manche Dienste wie Sky Ticket wehren sich ausdrücklich dagegen – andere wie Netflix sehen es eher als Chance auf größere Verbreitung. Und so laden immer mehr Nutzer ihre Freunde und Familie ein bei ihnen mitzustreamen. Laut einer neuen Untersuchung der Analysten von MoffettNathanson teilt jeder siebte US-Abonnent seinen Netflix-Zugang.

Dr. Florian Kerkau von Goldmedia VOD Ratings vermutete auf der diesjährigen Media Convention in Berlin, dass es sogar noch viel mehr sein müssten. Durch die Mitnutzung von Accounts ergibt sich auf jeden Fall eine massive Verschiebung in der deutschen Marktverteilung. Während Prime Video etwa aktuell auf 48 Prozent Marktanteil nach gültigen Subscriptions kommt (Netflix nur 31,2 Prozent), dreht sich das Verhältnis nach Gesamtnutzern komplett. Dank geteilter Zugänge kommt Netflix dann nämlich auf 52 Prozent und Prime Video nur noch auf 36,7 Prozent. So verwundert es auch nicht, wieso Netflix-Inhalte auch hierzulande zum Talk-of-Town geworden sind.

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Shelfd kuratiert deutsche Streaming-Landschaft

Das Start-up Shelfd kuratiert die deutsche Streaming-Landschaft. In einer Erhebung hat das Unternehmen im vergangenen Jahr herausgefunden, dass ganze 80 Prozent der Menschen regelmäßig nach dem Streamen zu den behandelten Themen recherchieren und sich somit weiter fortbilden. Dies belegt, wie neugierig Streaming-Nutzer sind und dass sie es lieben sich tiefgreifend mit neuen Dingen auseinanderzusetzen.

Gleichzeitig zeigt es auch, dass das Grundbedürfnis nach Recherchen und neuem Wissen noch nicht ausreichend von den Diensten befriedigt wird. Lediglich bei Arte und der ARD-Mediathek finden sich hin und wieder verknüpfte Themen-Ressorts, die den Zuschauern mehr über die Hintergründe von Filmen, Serien und Dokus erzählen. Dort bietet sich also noch ein großes Potential für die Anbieter.

Netflix hat immer noch über 2 Millionen DVD-Kunden

Als Netflix 1997 gegen die Videotheken angetreten ist, war ihr Geschäftsmodell noch der Versand von online bestellten und ausgeliehenen DVDs. Mit dem Ausbau des Online-Streamings geriet das alte Business aber keineswegs in Vergessenheit. Denn noch immer nutzen 2,7 Millionen Amerikaner den Postversand von Filmen via Netflix.

Diese Zahl ist wenig verwunderlich, wenn man sich die Fakten einmal vor Augen führt: Während im Streamingabo nämlich gerade Mal 6.000 Inhalte zur Auswahl stehen, die vorwiegend nach dem Jahr 2000 produziert wurden, sind es im DVD-Verleih noch stolze 100.000 Titel aus allen Jahrzehnten der Filmgeschichte. Außerdem ist der Breitband-Ausbau auch längst noch nicht so weit fortgeschritten, dass man überall wirklich ruckelfrei streamen kann. Bei einer so großen Nachfrage wird Netflix seine Kunden sicher noch lange weiter mit DVDs versorgen.

"Bird Box" ist das erfolgreichste Netflix Original

Was braucht es eigentlich, um im Streaming-Zeitalter als echter Blockbuster Geschichte zu schreiben? Im Falle von "Bird Box" hat Netflix jüngst erste Zahlen veröffentlicht, die uns eine Einordnung erlauben. Der Thriller mit Sandra Bullock in der Hauptrolle wurde am 21. Dezember 2018 veröffentlicht und bereits nach sieben Tagen von 45 Millionen Accounts gestreamt. Das entspräche einem Kino-Einspielergebnis von stolzen 400 Millionen Dollar in der ersten Woche.

Ein vergleichbarer Film wie "A Quiet Place" kam in seiner gesamten Laufzeit "lediglich" auf Einnahmen in Höhe von 340 Millionen Dollar. Und nach 30 Tagen wurde "Bird Box" sogar schon von insgesamt 80 Millionen Haushalten geschaut. Dies ist ein Beleg für das ungeheure Vermarktungspotential, das Netflix inzwischen hat. Weitere Gründe für den Erfolg von "Bird Box" liest du hier.

Vielzahl an Streaming-Abos führt zu Frustration

Wie viele Abos braucht es eigentlich, um mitreden zu können? Viele Nutzer verlieren langsam den Überblick über die Masse an Diensten, für die sie monatlich bezahlen sollen. Neben zwei-drei Streamingdiensten sind da schließlich noch Musik, Journalismus, Software und viele weitere Bereiche, in denen Anbieter von Einmalzahlungen auf wiederkehrende Beiträge umgeschalten haben.

Eine Deloitte-Studie fand beispielsweise heraus, dass die wachsende Abo-Anzahl bereits heute 47 Prozent aller Amerikaner frustriert. In Deutschland dürfte der Wert kaum anders aussehen. Das alles ist zwar Meckern auf hohem Niveau, aber für die Dienste bedeutet es, dass sich der Markt nicht beliebig vergrößern lässt und sich irgendwann zwangsläufig konsolidieren wird.

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