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KI Sprachassistenten Sprachsteuerung

Stimmbiometrie: Meine Stimme als Passwort

Als erster Anbieter in Deutschland setzt die Deutsche Telekom stimmbiometrische Authentifizierung im Kundendienst ein. Dahinter steckt eine Technologie des US-Unternehmens Nuance, das weltweit sprachgesteuerte KI-Lösungen anbietet. Wie die Sicherheitslösung funktioniert.

Als erster Anbieter in Deutschland setzt die Deutsche Telekom stimmbiometrische Authentifizierung ein. Wie die Sicherheitslösung funktioniert (Bild: iStock)
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Bei der Telekom ist meine Stimme mein Passwort." So lautet der Satz, mit dem sich Telekom-Kunden jetzt beim Kundendienst der Service-Hotline authentifizieren können. Die stimmbiometrische Authentifizierung ist eine neue Alternative zur klassischen Eingabe von Zahlenfolgen während der Interaktion mit einem automatischen Sprachsystem, auch das umständliche Suchen einer Kundennummer soll so umgangen werden. Das Ziel: den Kundendienst für den Endkunden einfacher und für die Mitarbeiter in der Service-Hotline effizienter zu gestalten.

"Ein Stimmprofil zu kopieren ist beinahe unmöglich"

Der Anrufende wird beim stimmbiometrischen Sicherheitssystem mithilfe einer Sprachprobe authentifiziert, die mit einem zuvor gespeicherten Stimmabdruck – in der Regel eine eingesprochene Phrase wie beispielsweise eben „Meine Stimme ist mein Passwort“ – verglichen. Dann wird ermittelt, wie exakt diese übereinstimmen.

Eine sehr sichere Methode, erklärt Heiner Kruessmann, Director Sales Enterprise DACH bei Nuance: „Ein Stimmprofil setzt sich aus mehr als tausend physischen Merkmalen und Verhaltensmustern zusammen, wie beispielsweise Länge der Stimmbänder, Form der Nasenhöhlen, Sprecherrhythmus, Intonation oder Akzent. Dieses Stimmprofil zu kopieren ist beinahe unmöglich. Mit stimmbiometrischer Authentifizierung lässt sich Missbrauch zuverlässig verhindern, denn selbst wenn jemand die Passphrase kennt, ist er nicht in der Lage, die Stimme des Sprechers vollständig zu imitieren.“

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Den Kunden wird ein besserer Service geboten

International sind stimmbiometrische Sicherheitslösungen schon viel im Einsatz: Die Technologie findet vor allem in Call Centern Verwendung, beispielsweise im Finanz- und Bankensektor, bei Versicherungen oder Telekommunikationsanbietern. Aber auch zur Authentifizierung im Smart Home und im Gesundheitswesen kommt Stimmbiometrie zum Einsatz. Auf internationaler Ebene verwenden etwa das australische Finanzamt, die Royal Bank of Canada und Vodafone Turkey bereits die Technologie der Nuance Security Suite.

Nach Angaben des Unternehmens haben sie jeweils mehr als eine Million Stimmabdrücke ihrer Kunden gespeichert und können damit – so wirbt Nuance – Betrüger davon abhalten, sich illegal Zugriff auf Kundenkonten zu beschaffen und zugleich ihren Kunden einen besseren Service bieten.

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2018 haben sich die Betrugsfälle durch Identitätsdiebstahl verdreifacht

Das Thema Schutz vor Datenklau ist dabei so aktuell wie nie: Im vergangenen Jahr haben sich die Betrugsfälle durch Identitätsdiebstahl verdreifacht, der dadurch angerichtete Schaden soll sich auf mehr als fünf Milliarden Dollar belaufen.

Umso verwunderlicher findet Heiner Kruessmann es, dass auch viele große Unternehmen ihren Kunden lediglich die Möglichkeit der konventionellen Authentifizierung anbieten. „Die Summe der mehr als tausend physischen Merkmale, die geprüft werden, macht einen Stimmabdruck so unverwechselbar wie einen Fingerabdruck, ist aber noch schwieriger zu imitieren.

Verhalten kann vielleicht noch relativ leicht simuliert werden, physische Gegebenheiten aber sind nicht so leicht nachzubilden.“ Wer als anbietendes Unternehmen dann noch zweifelt, kann sein System durch zusätzliche Sicherheitsabfragen, beispielsweise persönliche Angaben, ergänzen. Stimmbiometrie tritt dann als Teil einer Mehrfaktor-Authentifizierung auf.

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Der deutsche Markt hält sich zurück – noch

Dennoch scheint der deutsche Markt sich in der Nutzung stimmbiometrischer Anwendungen noch zurückzuhalten. Am mangelnden Vertrauen ins System kann es nicht liegen, meint Heiner Kruessmann.

Eine Umfrage des Unternehmens in unterschiedlichen Ländern, darunter auch Deutschland, habe demnach gezeigt, „dass die Deutschen nicht auffällig weniger Vertrauen in biometrische Sicherheitstechnologien haben als Bürger anderer Länder. So empfinden 60 Prozent der Deutschen biometrische Authentifizierungsmethoden als am angenehmsten.“ Vielmehr seien die Deutschen beim Thema Identitätsdiebstahl und Datenklau im Vergleich zu anderen Nationen nicht übermäßig alarmiert: „Nur knapp die Hälfte der Deutschen gaben an, dass der Verlust von Daten zu ihrem Bankkonto durch einen Cyber-Angriff für sie maximal besorgniserregend wäre.“

Dennoch nutzen deutsche Unternehmen derzeit schwerpunktmäßig herkömmliche Anmeldeverfahren anstelle biometrischer Methoden. Noch, betont Heiner Kruessmann: „Auch im deutschen Markt findet ein Umdenken statt. Noch ist die Telekom ein Vorreiter in Deutschland, aber angesichts der Vorteile der Technologie erwarten wir, dass andere Unternehmen bald nachziehen werden und die Stimmbiometrie im deutschen Markt eine viel breitere Anwendung finden wird.“

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