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(Bild: Picture Alliance)
Youtube Fake News Social Media

Staatliche Propaganda wird nun gekennzeichnet

YouTube will ab sofort Videos staatlicher Absender deutlich kennzeichnen. An sich ein sinnvolles Vorgehen. Aber als Maßnahme gegen Fake News wird das wohl nicht reichen.

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Googles Videoportal YouTube will offenbar demonstrieren, dass es gegen Fake News vorgeht. Ab sofort müssen Videos staatlicher Absender mit einem Hinweis unter dem Video gekennzeichnet werden. Das gilt ebenfalls für Inhalte, die durch staatliche oder öffentliche Gelder unterstützt werden. YouTubes Ziel sei es, den Zuschauern zusätzliche Infos zum Entstehungshintergrund der Inhalte an die Hand zu geben. Das schreibt Geoff Samek, Senior Product Manager YouTube News in einem Blogpost.

An sich ein sinnvolles Vorgehen, um qualifizierte Nachrichtenquellen erkennbar und von Fake New unterscheidbar zu machen. Die Regelung tritt beispielsweise für Inhalte des US-Senderkette Public Broadcasting Service (PBS) in Kraft. Die Kennzeichnung staatlicher Inhalte ergibt aber auch insofern Sinn, dass sie Propagandainhalte eindeutig identifizierbar macht. Ein Beispiel ist der russische News-Sender Russia Today, der laut Wall Street Journal, in US-Geheimdienstkreisen als das internationale Sprachrohr des Kreml gilt.

Die Hinweise auf Youtube werden zunächst nur in den USA erscheinen, einen Anspruch auf Vollständigkeit garantiert Youtube nicht. Der Hinweis wird unterhalb des Videos, aber über dem Videotitel erscheinen. Dazu kommt ein Link zur Wikipedia-Seite des Anbieters. Schon im letzten Jahr führte die Videoplattform den Bereich "Breaking News" auf der Homepage ein. Dort erscheinen Videos anerkannter Newsplattformen. Nichtsdestotrotz spielt der YouTube-Algorithmus womöglich bevorzugt sensationslüsterne Inhalte aus: Ein Ex-YouTube-Programmierer, so sz.de, will das mit eigens durchgeführten Tests herausgefunden haben.

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Youtube Hinweis
So kennzeichnet YouTube ab sofort Videos staatlicher Absender. (Bild: YouTube)

Nutzer können darüberhinaus über die "Send-Feedback-Funktion" in Kontakt mit der Videoplattform treten, sollten sie Hinweise oder Fragen zur Kennzeichnung haben. Fake News, Trollen und Verschwörungstheorien werden allerdings auch diese Labeks keinen Einhalt gebieten. Dennoch listet Youtube das Thema Transparenz als eines seiner Top-5-Ziele 2018.

Derzeit schicken sich alle großen Social-Media-Unternehmen an, News hinsichtlich Herkunft und Qualität zu kennzeichen. Facebook etwa lässt ab sofort die Nutzer selbst über die Vertrauenswürdigkeit seiner Quellen abstimmen. Und Twitter räumte erst kürzlich ein, dass mehr als eine Millionen User während der letzten US-Wahlen Infos russischer Trolle in ihrem Newsfeed gesehen hätten. Der Kurznachrichtendienst informierte die Betroffenen und legte die Fake-Accounts offen.

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