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Hutchinson: "Diversity ist in allen Jobs wichtig." (Foto: © Getty Images)
diversity New Work LEAD 04/18

„Sprache ist ein wesentliches Element, Diversity voranzutreiben“

Peggy Hutchinson, Geschäftsführerin der Digitalagentur SinnerSchrader, setzt auf die Unternehmenssprache Englisch, um in Deutschland internationale Talente anzulocken. Im Gespräch mit LEAD erzählt Hutchinson, an welchen Diversity-Zielen sie konkret arbeitet.

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Frau Hutchinson, Sie verantworten als Geschäftsführerin das Ressort „People & Culture“ bei SinnerSchrader. Warum ist Diversity bei Ihnen im HR-Bereich angesiedelt?

Das ist ein zentrales Thema, das in der Personalabteilung gut verankert ist, aber auch in die Geschäftsführung gehört. Man kann noch so viele Ziele aufstellen, Diversity muss in der ganzen Organisation gelebt werden.

Wir haben zum Beispiel auch „Skill Groups“, jeder Mitarbeiter hat die Möglichkeit, eine interessensgeleitete Gruppe zu bilden und sich fachlich mit einem Thema auseinander zu setzen. Unsere Skill Group „Diversity matters“ hat noch viel mehr Diversity-Punkte aufgenommen, dort werden alle Dimensionen betrachtet. Das Thema wird bei uns also von allen Ebenen bearbeitet, das initiiert Veränderung.

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An welchen Diversity-Zielen arbeiten Sie konkret?

Hauptsächlich betrachten wir aktuell Gender und ethnische Vielfalt. Bei der Verteilung des Frauen- und Männeranteils ist es tatsächlich so, dass es ab einer gewissen Führungsebene weniger Frauen gibt. Wir fragen uns: Wie können wir das verändern?

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Hutchinson Peggy Sinner Schrader
Peggy Hutchinson / SinnerSchrader

Es ist ja bewiesen, dass ein höherer Frauenanteil zu bereichernden Arbeitsergebnissen führt. Und auch die ethnische Vielfalt in Deutschland soll sich spiegeln, wir schauen immer wieder neu, wo wir all diese gewünschten Talente erreichen und finden.

Im Recruiting werden wir das erste Mal Diversity-KPIs haben, aber niedrige. Wir glauben nicht, dass harte Diversity-Zahlen uns da hinbringen, wo wir sein wollen. Neben KPIs ist es auch wichtig zu fragen: Passen die Menschen zu uns? Wir schauen uns um: Wo finden Meetups oder Konferenzen statt, wo genau diese Vielfalt an Talenten da ist?

Außerdem betrachten wir die Talente intern systematischer und gehen zum Beispiel auf Arbeitszeitwünsche der Kolleginnen ein. Ich selbst arbeite auch in Teilzeit und habe zwei Kinder. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein wichtiges Thema.

"Es ist ja bewiesen, dass ein höherer Frauenanteil zu bereichernden Arbeitsergebnissen führt."

Welche Maßnahmen setzen Sie ein, um vielfältige Talente anzusprechen?

Im Recruitment versuchen wir immer, blinde Flecken zu entdecken und besser zu werden.

Wir fordern schon lange keine Fotos auf Lebensläufen mehr und setzen die Barriere, sich zu bewerben, hinunter. Wir haben auch sehr stark unsere Stellenanzeigen überprüft, ob wir Frauen damit ansprechen. Denn Männer bewerben sich auch auf Stellen, bei welchen sie nur 50 Prozent der Anforderungen erfüllen. Also, liebe Frauen: Wenn ihr Interesse habt, dann bewerbt euch und wir sprechen.

In Ihrem Antrittsstatement letztes Jahr kündigten Sie die „Weiterentwicklung der Studiokultur an zahlreichen Standorten“ an. Wie sieht das konkret aus?

Im letzten Jahr haben wir mit einem SinnerSchrader Studio in Berlin einen internationalen Standort aufgebaut. Da ist es uns gelungen, innerhalb von Deutschland ein rein englischsprachiges Studio einzuführen.

Eine einheitliche Sprache zu haben, war auch ein strategisches Ziel. Das ist attraktiv für Talente nicht nur in Europa, sondern weltweit. Diesen Transfer zu schaffen ist nicht immer ganz einfach in einer deutschen Agentur. Die Sprache ist ein wesentliches Element, um Diversity voranzutreiben, wenn man ethnische Unterschiede im Unternehmen haben möchte.

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Das ist in Berlin gut gelungen. Vor einigen Jahren haben wir auch in Prag ein Studio aufgebaut. Dort ist alles selbstverständlich auf Englisch, dadurch haben internationale Talente erst die Möglichkeit und Lust, bei uns anzufangen.

Früher glaubten wir, kreative Prozesse nicht in der Muttersprache durchzuführen, wäre schwierig. Durch die steigende Normalität von Englisch als Unternehmenssprache ist die Hürde inzwischen deutlich geringer. Durch die einfachere Verständigung kommt man besser an den Schatz der jeweiligen Persönlichkeit.

Deshalb bieten wir kostenlose und freiwillige Englischkurse an, das wird sehr gut angenommen. Auch die Kollegen, die schon länger dabei sind, holen ihre Englisch-Kenntnisse raus. Das ist schon toll, was sich getan hat in den letzten 18 bis 20 Monaten. Dieser Prozess geht schon seit Jahren, aber mit Accenture ist eine positive Kraft reingekommen.

Mehr Diversity-Themen findest du in der aktuellen Ausgabe der LEAD 04/18, die auch online zu haben ist.

Welche Vorteile zeigen sich in vielfältig zusammengestellten Teams? Warum ist Diversity besonders in Kreativ- und Tech-Jobs wichtig?

Diversity ist in allen Jobs wichtig. Studien zeigen, dass diverse Teams eine höhere Innovationskraft haben. Digitale Produktentwicklung ist der Kern unserer Arbeit - wir wollen den Nutzen für die User erhöhen und denken dabei extrem nutzerzentriert. Das Abbild muss sich auf der Entwicklungsseite wiederfinden, ein diverser Blick ist da Voraussetzung.

Wir arbeiten schon immer crossfunktional, man muss viele verdichtete Erkenntnisse haben um eine gute Produktentwicklung vorantreiben zu können. Wir versuchen immer, Vielfalt in den Kompetenzen der Teams herzustellen. Keine Mono-Teams, das ist unser Arbeitsprinzip.

Wie ging es Ihnen persönlich im Laufe Ihrer Karriere, mussten Sie sich erst in Männerteams durchsetzen? Wie hat sich das inzwischen verändert und warum?

Als junge Berufsanfängerin musste ich deutlich mehr arbeiten, um Akzeptanz im Management zu bekommen. Das habe ich nur mit fachlicher Kompetenz geschafft. Mir ist aufgefallen, dass Frauen sich in Männerrunden oft verunsichern lassen. Früher habe ich mich dann gefragt: Welche Situation oder Person hat dazu geführt? Dann kann ich das nächste Mal anders reagieren - es hilft, sich aktiv damit auseinander zu setzen. Was mir auch sehr geholfen hat, ist, nicht alles persönlich oder gender-spezifisch zu nehmen.

Trotzdem muss man seine eigene Authentizität bewahren. Ich muss nicht männlicher sein, um akzeptiert zu werden. Es geht darum, die Balance zu wahren. Trotzdem bin ich in vielen Runden die Minorität und spüre das. Es geht auch gar nicht so um die weibliche Brille, sondern auch um die personalpolitische, da setze ich oft den Fokus drauf und bringe das in Gesprächsrunden ein.

Das wird gewertschätzt, da muss man manchmal gefühlt auch einfach kurz aufstehen und sagen: Alle mal herhören!

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