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Die zu Spotify gehörende Firma Soundtrap will mit ihrer neuen Software "Soundtrap for Storytellers" die Podcast-Produktion revolutionieren (Foto: Soundtrap)
Spotify Podcast Audio

Spotify und der Angriff auf die alte Medienwelt

Spotify hat eine Software veröffentlicht, die es so einfach wie noch nie machen soll, Podcasts zu produzieren. Was zunächst nach einer Nachricht klingt, die kaum der Rede wert ist, zeigt tatsächlich deutlich, dass Spotify nicht nur zum Netflix des Audiomarktes werden will, sondern auch die Medienwelt radikal verändern könnte.

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Erst die Übernahme von Gimlet – und jetzt das: Die zu Spotify gehörende Firma Soundtrap will mit ihrer neuen Software "Soundtrap for Storytellers" die Podcast-Produktion revolutionieren.

Ein ausführliches Review der Software findest du morgen in unserer How-to-Rubrik

Wenn man vom Potential der Software einmal absieht, macht dieser Schritt auch klar: Spotify hat sich davon verabschiedet, lediglich ein Streaming-Dienst zu sein, bei dem man für eine günstige Flatrate Musik hören kann.

Der Anbieter will ein Medien-Unternehmen neuer Prägung werden. Eines, das den Audiomarkt dominieren will - die Radiowelt eingeschlossen.

Spotify wird zum Radio der Zukunft: alle Inhalte, die man möglicherweise gerade hören will, sind an einem Ort: Musik, Podcasts und Hörbücher gibt es schon, Nachrichten und Liveübertragungen fehlen noch. Aber was sollte Spotify daran hindern, auch so etwas ins Programm zu nehmen?

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Harte Zeiten für analoge, lineare Angebote

Dafür gibt es ein bekanntes Vorbild: Netflix. Oder auch Amazon Prime. Die Idee ist immer die gleiche: Usern umfassende Inhalte für alle Situationen zur Verfügung zu stellen. Unterhaltung und Informationen sollen individuell und vor allem auch mobil abrufbar sein. Das bedeutet schwere Zeiten für alle Anbieter linearer Programme. Weil Dienste wie Netflix und Spotify nicht nur on demand verfügbar sind, sondern gigantische Kapazitäten sowohl qualitativ als auch quantitativ haben. Dabei spielen die Podcasts für Spotify eine wichtige Rolle.

Podcasts gibt es mittlerweile zu beinahe jedem Thema und zwar in einem Umfang und in einer Qualität, wie es kein Radiosender der Welt leisten könnte. Bei Spotify hingegen ist - theoretisch - Platz für alle. So wie es der Immer-noch-Platzhirsch iTunes vorgemacht hat: Dort finden sich inzwischen über eine halbe Million Shows aus der ganzen Welt.

Auch interessant: How to: Audios richtig nutzen

Im Gegensatz zu Apple setzt Spotify darauf, dass alles in einer App zu bekommen ist. Die Konkurrenten aus Kalifornien hingegen haben auf dem iPhone die Podcasts in eine eigene App ausgelagert.

Wer also Apple-Inhalte wie Musik und Podcasts nutzen will, braucht dazu zwei Apps und muss dementsprechend hin- und herspringen. Spotify hingegen bietet alles an einem Platz. Gut möglich, dass das vom User als ein wichtiger Vorteil empfunden wird.

Apples größter Vorteil war bisher die schiere Menge. Bei Apple gab es fast alles, bei Spotify eher die High-End-Produkte, so sah es eine Zeit lang aus. Das könnte sich bald ändern. Die neue Software, die natürlich unmittelbar mit Spotify verknüpft ist, ist jedenfalls ein Schritt in diese Richtung: Einfaches produzieren, simples Hochladen - mit Soundtrap kann momentan niemand konkurrieren. Und Spotify hat idealerweise eine Wertschöpfungskette, von der Strategen träumen: von der Produktion bis zur Distribution liegt alles in einer Hand, der Content kommt noch dazu kostenlos.

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Hergehört!

Das gesprochene Wort ist auf dem Höhenflug. Was für Musikfans früher der Plattenladen war, ist heute der Podcast-Anbieter. Das Potenzial des neuen alten Formates haben auch die Big Player erkannt. Podcasts gibt es mittlerweile viele, aber wo kann man sie am besten anhören? Im LEAD Bookazine 3/2018 findest du sechs Podcast-Plattformen im Vergleich.

Ein neuer Angriff auf die alte Medienwelt

In der Medienwelt werden währenddessen die Entwicklungen speziell auf dem Audio-Markt sträflich unterschätzt. Radiosender sind immer noch Radiosender und kommen häufig gar nicht erst auf die Idee, dass ihr eigentlicher Konkurrent Spotify sein könnte. Das war richtig, so lange Spotify ausschließlich Musik angeboten hat. Mit der neuen Fokussierung auf Inhalte ändert sich das gerade.

Zumal Spotify noch einen weiteren, kaum zu unterschätzenden Vorteil hat: Während klassische Medienanbieter gerade erst dabei sind, sich mit dem neuen Phänomen Smart-Speaker auseinanderzusetzen, sind Spotify und auch einige andere Anbieter dort schon lange vertreten.

Dass Audios über kurz oder lang hautsächlich über Computer, Smartphones und Smartspeaker abgespielt werden, ist unstrittig. In Deutschland hingegen gibt es immer noch eine ganze Reihe (vor allem öffentlich-rechtlicher) Sender, die es für eine gute Idee halten, den Digitalempfang DAB plus durchsetzen zu wollen. Dabei ist DAB im Zeitalter von Alexa und Google Home längst zu einer Totgeburt geworden.

Warum so viele auf Podcasts setzen

Auch inhaltlich sind Podcasts zu einem echten Radio-Konkurrenten geworden. Die Szene hat sich längst professionalisiert und Podcasts können wertvollen Content bieten.

Erst vor gut einer Woche, im Rahmen der re:publica, vergab der Streaming-Dienst "Deezer" eine Förderung für einen Podcast. Für Audible sind Podcasts zu einem lukrativen Marketing-Tool geworden und auch bei Apple hat das Thema durchaus Relevanz. Klar ist: Wer die meisten, die besten und originellsten Podcasts hat, besitzt am Markt einen riesigen Vorteil.

Das Rennen ist offiziell eröffnet.

Auch interessant: Apple vs. Spotify: Screaming im Streaming

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