Anzeige
Anzeige
Spobis Spobis D2 A9166Www Spobis De
Sportbusiness und Digitalisierung - nicht mehr voneinander wegzudenken (Foto: www.spobis.de)
Sport Daten Customer Experience

Digitalisierung im Sport: Fan und Spieler kommen sich näher

Jedes Jahr im Januar treffen sich die Sportgrößen auf dem Spobis in Düsseldorf, um über die Trends und Entwicklungen im Kontext des Sport-Business zu sprechen. Dieses Jahr im Fokus: Daten, Daten, Daten. Konstantin Krüger hat sich für LEAD vor Ort umgehört.

Anzeige
Anzeige

Elf Bühnen, 150 Referenten, 3500 Teilnehmer und 2,2 Milliarden Mediakontakte. Dafür steht der sogenannte Spobis in Düsseldorf. Neben Keynote-Speakern wie Matthias Sammer oder Karl-Heinz Rummenigge dominierte in diesem Jahr jedoch eine zentrale Frage die Kongressagenda und den Smalltalk: Wie digital ist der Sport, wie wichtig sind Technologietrends in einem Bereich, dessen Faszination immer noch über das athletische Geschehen auf dem Platz, in der Halle und über die Sportler selbst entsteht.

Künstliche Intelligenz, Data, Content wirken zunächst wie Fremdworte im emotionsgetriebenen Sportbusiness. Der Spobis zeigt das Gegenteil – Sport und Digital haben längst zueinander gefunden.

Schaut über den Teich!

Es bleibt dabei und es ist nicht wirklich neu. Amerika ist Deutschland bei Themen der Sportkommunikation und -vermarktung immer gut zwei bis drei Jahre voraus. Nicht nur, wenn wir uns die Interviews nach Spielende anschauen, die nach ein paar Minuten Abkühlungszeit für die Profis in den Kabinen stattfinden. Auch bei Sport-Podcasts, wie Podcast-Kenner Daniel Sprügel weiß: „Player wie zum Beispiel Spotify haben den Markt für sich entdeckt und investieren ordentlich. In den USA verdienen aber ehemalige Sportreporter von ESPN bereits seit Jahren Millionen mit Podcasts und beschäftigen bis zu 80 Mitarbeiter.“

Anzeige

Sport mitsamt aller Vielfalt und Emotion geht also zukünftig noch stärker „ins Ohr“, hat schließlich dreistellige Wachstumsraten in der Prognose. Umso erstaunlicher, dass in der Fußball-Bundesliga bislang nur Borussia Mönchengladbach in dem Feld unterwegs ist.

Daten, Daten und nochmal Daten

Was man stets über Randsportarten sagt, damit sie für die Zuschauer und Fans interessanter werden, gilt mindestens genauso für den Fußball: Es muss noch viel stärker (und schneller) gelingen, die Vielzahl der Daten zu nutzen, um damit für Fans und Stakeholder noch interessanter zu werden.

Auch dort lohnt ein Blick in die USA. Split-Screens im TV bei Live-Übertragungen sowie die Ausspielung von Inhalten auf mobile Endgeräte sind keine Seltenheit, sondern völlig normal. Und allzu laut schreien hört man die Fans ehrlich gesagt nicht. Warum auch!? Es ist doch wie so oft: Werden die Dinge gut und professionell umgesetzt, dann setzt es sich am Ende auch durch.

Und es gibt auch in Deutschland Player, die den Sportmarkt sowie die einzelnen Sportarten extrem und noch viel stärker nach vorne bringen können in diesem Zusammenhang.

Wie zum Beispiel durch eine spezielle Funktechnologie im Zusammenspiel mit einem Chip, der von den Sportlerinnen und Sportlern getragen wird. „So ermöglichen wir allen Stakeholdern im Sport völlig neue Möglichkeiten. Erst recht, wenn wir an das Thema Storytelling denken und an die emotionale Teilhabe der Fans“, sagt Maximilian Schmidt, Mitgründer und Geschäftsführer von Kinexon.

Dass es funktioniert, zeigen der Volleyball sowie Beachvolleyball. Die Verantwortlichen haben sich geöffnet, sind neue Kooperationen eingegangen. Der Lohn: ein neuer Innovationspartner (comdirect). Denn nun gibt es Echtzeitdaten für den Fan vor Ort. Im Weiteren dann natürlich bestens verlängert über die relevanten Kommunikationskanäle. So funktioniert es.

Neue Technik? Mutig sein und ausprobieren!

Die aktuell nahezu überall gehypte App TikTok im Sport? Funktioniert nicht? Warum denn nicht..!?

Es gilt für die Sportbranche nicht nur, sich die neuen Technologien ausführlich anzusehen, sondern sie auszuprobieren. Immerhin nutzen weltweit gut 130 Millionen Menschen diese App, in erster Linie eine junge Zielgruppe. Es handelt sich um ein soziales Netzwerk. Kurze, selbstgedrehte Videos werden mit Musik untermalt. Dazu wird häufig getanzt oder synchron mitgesungen. Manchester City aus England hat jüngst kurzerhand bestehenden Bewegtbild-Content von Pep Guardiola genutzt und mit der App ausgespielt. Zugegeben: Das ist gewöhnungsbedürftig, aber gerade die junge Zielgruppe möchte unterhalten werden.

Die neuen Player: kooperieren statt ignorieren

„The future of AI-Driven Marketing“. Klingt gut und interessant. Ist es auch. Microsoft positioniert sich damit u.a. im Kontext der Digitalisierung. Und natürlich hat es Auswirkungen auf die Sportkommunikation.

Nun stelle man sich aber die doch eher komplizierten Strukturen und Organisationen in den Verbänden und Vereinen vor. Personal dafür zu rekrutieren, ist alles andere als ein Selbstgänger. Erst recht, wenn man eben gegen Player wie Microsoft antritt. Doch ignorieren - oder noch schlimmer - die Augen komplett zu verschließen, ist keine Option. Vielmehr bedarf es der noch viel stärkeren Öffnung von Seiten des Sports.

Alle Sportarten mitsamt der Sportindustrie sind gefordert und in gewisser Weise gezwungen, ihr eigenes Wissen und sicher auch Rechte, die bislang Heiligtum sind, abzugeben und im Gegenzug von den neuen Playern zu profitieren.

Lead 4 Change Management 1200X1200
Mensch und Technik vereinen

Die Digitalisierung eröffnet neue Chancen in der modernen Arbeitswelt. Sollten Unternehmen jetzt mehr Experimente im Alltag wagen? Im LEAD Bookazine 4/2018 spricht Alexandra Borchardt über Change-Management und eine erfolgreiche Kombination von Mensch und Technik.

Es ist keine Überraschung, dass ein Konzern wie Teravolt weiter auf dem Vormarsch ist. Durch das Kombinieren und Modulieren von Daten, die mithilfe von Algorithmen generiert und gesammelt werden, ermöglicht das Unternehmen den Zuschauern, von individuellen Highlights, dem direkten Zugriff auf ihre Lieblingsszenen mit einem Klick und der Live-Analyse auf dem Bildschirm zu profitieren.

Zudem können Zuschauer alle Highlights-Szenen in einer Sequenz sehen, sie können während der gesamten Saison auf alle Videos (z.B. vom Vereins-TV) eines bestimmten Spielers zugreifen oder alle Szenen auswählen, die Spieler einer bestimmten Nationalität betreffen.

Der FC Bayern als Primus

Ob sie Deutscher Meister werden, ist in diesem Jahr eine Herausforderung. Aber die Bayern bleiben der Branchenprimus. Auch, weil sie jüngst eine eigene digitale Medientochter gegründet haben. Stefan Mennerich verantwortet die neue GmbH und es ist ein mehr als cleverer Schachzug. Dank der perfekten Infrastruktur und Partnern wie SAP und der Telekom bauen die Bayern nun Lösungen, die andere Fußballvereine kaufen.

Es geht um Lösungen für CRM und Ticketing, die zum Beispiel Dynamo Dresden und Rapid Wien bereits beim FC Bayern angefragt haben. „Wir machen das doch eh. Also, warum sollten wir davon nicht weiter profitieren? Unsere Partner schätzen das Preis-Leistungsniveau“, erklärt Mennerich.

Vermarkter werden sich in Zukunft übrigens noch stärker die Zähne am FCB ausbeißen. Denn auch die Aktivierung von Sponsoring-Rechten läuft zunehmend über die neue GmbH der Bayern.

E-Sport bleibt

Dass E-Sport weiterhin fest im Sportbusiness bleibt und schon längst kein Trend mehr ist, ist nicht neu. Auch nicht nach den zwei Tagen in Düsseldorf. Ebenso nicht, dass der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) diesen Hype weniger toll findet und schon gar nicht als Sport, geschweige denn Olympischen Sport sieht. Kann man so sehen und sich sowieso trefflich darüber streiten.

Alleine, man möchte den Verantwortlichen vom DOSB zurufen: Ja, wir haben eure Position verstanden. Jetzt freuen wir uns auf neue Kooperationen und in die Tat umgesetzte Ideen durch den Einsatz von Technologien. Eben dank branchenfremder Partner. Wie beschrieben gibt es wahrlich genügend Ansätze.

Zum Autor:Konstantin Krüger ist seit zwei Jahren Teamleiter bei fischerAppelt und Verantwortlicher für Sportthemen. Zuvor war er fünf Jahre bei der Sparda-Bank Hamburg für Sportsponsorings zuständig sowie sechs Jahre Pressesprecher beim Hamburger SV.

Anzeige
Verlagsangebot
Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Alle Stellenangebote
Anzeige