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Johannes Mairhofer Fotografiert Von Sandra Schink
Johannes Mairhofer hat das Projekt speakabled initiiert (Foto: Sandra Schink)
diversity Medien Kommunikation

"Ich habe auch noch andere Kompetenzen, danke"

Raus aus der Filterblase, rauf auf die Bühne: Menschen mit Behinderungen sind auf Bühnen und im Fernsehen selten präsent und daher auch gesellschaftlich kaum sichtbar. Das Projekt speakabled. soll das ändern. Initiator Johannes Mairhofer erklärt, warum speakabled. so wichtig ist und wie er seine Idee umgesetzt hat.

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Diversity soll auch bei Veranstaltungen gelebt werden: Das Projekt speakabled. bietet Sprecher und Sprecherinnen mit Behinderung eine Plattform, damit sie sich selbst positionieren und eigene Kompetenzen und Fachwissen zeigen können.

Ähnlich dem Vorbild von speakerinnen.org sollen so mittelfristig viele Experten auf einer Plattform gebündelt zu finden sein. So können Veranstalter gezielt nach Kompetenzen suchen, um ihre Bühnen vielseitiger zu gestalten.

Wie kam es zu dem Projekt?

Es stört mich schon länger, dass Menschen mit Behinderung in der Öffentlichkeit und vor allem auf Bühnen kaum zu sehen sind. Das ist mir bei einer Veranstaltung wieder ganz klar geworden geworden, denn dieses Mal hatte ich ganz bewusst danach gesucht.

Es gab nur eine Session, in der ein Sprecher mit Behinderung auf der Bühne war. Und in dieser Session ging es um ein inklusives Thema. Was natürlich total wichtig ist, allerdings auch Menschen mit Behinderung auf diesen Bereich reduziert.

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Bei einer anderen Session haben dann Menschen ohne Behinderung über inklusive Themen und damit über Menschen mit Behinderung gesprochen, was noch viel schlimmer ist.

Mir ist niemand mit Behinderung aufgefallen, der über seine Fachkompetenz außerhalb der Behinderung sprechen durfte.

Das wollte ich ändern und habe direkt mit dem Twitter-Account @speakabled angefangen.

20 angemeldete Profile

Auf dem Twitter-Account habe ich erst einmal Sprecher und Sprecherinnen mit Behinderung in einer Liste gesammelt. Das war mir aber zu wenig, und so entstand nach dem Vorbild der speakerinnen.org die Webseite speakabled.com. Ein befreundeter Chef einer Webhosting-Firma hat zugesagt, Domain und Webspace bereit zu stellen und so konnte ich sofort loslegen.

Noch sind wir in der Beta-Phase, das heißt, es können da noch Kleinigkeiten angepasst werden, aber das Grundgerüst für die erste Version steht und wird sich auch nicht mehr großartig verändern.

Momentan gibt es dort auch eine Umfrage, bei der jeder helfen kann, die Plattform zu optimieren.

Besonders freut es mich, dass sehr viel postivies Feedback eingegangen ist und die Plattform sogar schon genutzt wurde. So haben wir mittlerweile etwa über 20 angemeldete Profile und eine Veranstalterin der JS Konferenz hat direkt drei Sprecherinnen angefragt.

Special: Creativity

Für Glücksforscher Mihaly Csikszentmihalyi ist "eine kreative Errungenschaft (...) so gut wie nie das Ergebnis einer schlagartigen Erkenntnis, eines plötzlich aufflackernden Lichts in der Dunkelheit, sondern das Ergebnis jahrelanger harter Arbeit." Wir versuchen in diesem Special herauszufinden, was Kreativität heute in der Werbung bedeutet.

Was sind die Ziele?

Gerne würde ich im Dezember die Beta-Phase verlassen und dann bis auf Weiteres keine großen Veränderungen mehr vornehmen.

Schön wäre es, wenn die positive Resonanz bleibt und sich noch deutlich mehr Sprecher und Sprecherinnen anmelden und ein Profil anlegen, denn nur mit vielen Profilen kann die Plattform sinnvoll genutzt werden.

Ein weiteres Ziel ist natürlich, dass viele Veranstalter dem Beispiel der JS Konferenz folgen und die Plattform nutzen, um Menschen mit Behinderung eine Bühne zu geben. So können die Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vielseitiger gestaltet werden.

Besonders wichtig finde ich dabei, dass die Sprecherinnen und Sprecher über ihre Fachkompetenz sprechen und nicht über ihre Behinderungen. Denn das Thema soll aus der Filterblase herausgeholt werden.

Vernetzung von Kompetenz

Das primäre Ziel der Plattform ist, Menschen mit Behinderung sichtbarer zu machen und die jeweiligen Kompetenzen in den Vordergrund zu stellen. Zusätzlich wird es die Möglichkeit geben, Artikel zum jeweiligen Fachgebiet zu veröffentlichen.

So soll mittelfristig eine Art “Kompetenznetzwerk” entstehen, bei dem dann nicht nur Sprecherinnen, sondern auch Autoren für Fachtexte oder Fotografen angefragt und gebucht werden können.

Ich kann nur raten: Wenn du eine Sache ungerecht findest oder dich so richtig stört, tu etwas dagegen. Nicht allen wird es gefallen, auch das habe ich wieder gemerkt, aber das ist immer der Nebeneffekt, wenn man etwas Neues erschafft.

Jetzt bin ich gespannt, wie es weiter geht und freue mich sehr über die weitere Entwicklung der Plattform. Bis zum Jahresende wünsche ich mir 50 angemeldete Sprecherinnen und Sprecher.

Auch interessant: Wie wichtig ist Diversität in der Techbranche?

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