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Cimon New1609 Titel Klein
Die kugelrunde KI CIMON begleitet im Sommer die Crew der ISS (Bild: Airbus)
KI Projekt ISS

Sommerfrische mit KI

Die internationale Raumstation ISS erhält KI-Unterstützung. Der Assistent CIMON wird seine erste, richtige Reise ins All im Sommer antreten. Langfristig gesehen könnten KI wie CIMON die Astronauten auch auf Marsmissionen begleiten.

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CIMON (Crew Interactive MObile CompanioN), fünf Kilo schwer und so groß wie ein Medizinball, ist ein Gemeinschaftsprojekt: Entwickelt von Airbus und IBM, beauftragt vom DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt), wird der KI-basierte Assistent von Juni bis Oktober 2018 den deutschen Astronauten Alexander Gerst auf die ISS begleiten. Dann findet die Horizons-Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA statt. "Alles in allem erschaffen wir mit CIMON den ersten KI-basierten Missions- oder Flugbegleiter", sagt Manfred Jaumann, Leiter Microgravity Payloads bei Airbus. "Wir sind die Ersten in Europa, die einen Free Flyer, eine Art fliegendes Gehirn, auf die ISS bringen und künstliche Intelligenz für die Besatzung der ISS nutzbar machen." Außerdem sei die komplette Struktur von CIMON aus Kunststoff und Metall per 3D-Verfahren gedruckt worden.

Das kann CIMON

CIMON soll Astronauten bei Routinearbeiten unterstützen, indem er beispielsweise Prozeduren anzeigt oder Problemlösungen anbietet. CIMON arbeitet dabei mit Watson-KI-Technologie aus der IBM Cloud. Gesicht, Stimme und die KI sollen CIMON zu einem "Kollegen" der Crewmitglieder werden lassen. Sie können Checklisten oder Prozeduren nicht nur schematisch abarbeiten, sondern in einen echten Dialog mit ihrem Assistenten treten. So soll CIMON den Astronauten bei täglichen Routinearbeiten entlasten, die Effizienz an Bord steigern, aber auch für mehr Sicherheit sorgen, da er in Zukunft auch als Frühwarnsystem bei technischen Problemen einspringen kann.

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KI als Mediator

Unter anderem trainierte man die Watson KI mit Stimmbeispielen und Fotos von Alexander Gerst, lud Ablaufprozeduren und Baupläne des Columbus-Moduls der Internationalen Raumstation in die Datenbank. Damit sich umgekehrt auch Alexander Gerst mit seinem elektronischen Kollegen "anfreunden" kann, konnte er bei der Auswahl des Bildschirmgesichts und der Computerstimme mitentscheiden.

Mittelfristig wollen die Raumfahrtforscher CIMON für wesentlich anspruchsvollere Aufgaben wappnen. So soll er typische Gruppen-Effekte, die sich bei kleinen Teams über lange Zeit hinweg entwickeln und bei Langzeitmissionen zu Mond oder Mars auftreten können, abfangen. Die soziale Interaktion zwischen Mensch und Maschine, zwischen Astronaut und mit emotionaler Intelligenz ausgestattetem Flugbegleiter, könnte eine wichtige Rolle für den Erfolg bei Langzeitmissionen spielen. "Irdische" Weiterentwicklungen des Astronautenassistenten könnten, so sind die Airbus-Entwickler überzeugt, künftig auch in Krankenhäusern und im sozialen Bereich Anwendung finden.

CIMON-Projektleiter Till Eisenberg erklärt, wie KI auf Langszeitmissionen eingesetzt werden könnten © Airbus​| via Youtube/Thomas McMullan​.
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