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Im Interview mit LEAD erzählt Jutta Peinze bei ASUS Computer, wie Gamer jenseits der 50 Jahre ticken (Bild: Getty Images)
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Solvent, verspielt und Ü50: Die Zielgruppe der Silver Gamer wird immer größer

Im Interview verrät Jutta Peinze, Marketing Director Systems bei ASUS Computer, wie Gamer jenseits der 50 Jahre ticken und was das für die Hardware-Hersteller bedeutet.

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LEAD: Bei Computer- und Videospielen hat man immer noch den etwas nerdigen Teenager vor Augen, der im Keller seiner Eltern die Nächte durchzockt. Dabei holt die Generation 50 plus ganz schön auf, oder?

Jutta Peinze: Wir haben in Deutschland 82 Millionen Einwohner, wovon 34 Millionen zumindest ab und zu gamen. Schaut man sich die Gamer altersmäßig in Zehnjahresschritten an, fällt auf, dass zwischen 20 und 30, 30 und 40 und 40 und 50 Jahren jeweils rund vier bis fünf Millionen Menschen Computerspiele spielen. Dann kommen die mindestens 50-Jährigen und da sind es auf einmal acht Millionen. Die Silver Gamer, wie wir sie nennen, spielen regelmäßig, weil sie für sich ein Hobby entdeckt haben.

LEAD: Vor ein paar Jahren war das noch ganz anders. Wie erklären Sie sich diesen Wandel?

Jutta Peinze: Das hat sicher viel damit zu tun, dass man bei erfolgreichen Spielen wie "Fortnite", "PUBG" oder "Counterstrike" online mit echten Menschen zusammenspielt und das Spielen damit einen großen Sozialcharakter bekommt. Das macht einen Riesenspaß, wenn Sie wie ich zum Beispiel 46 Jahre alt sind und der ein oder andere Spieler vielleicht 19. Bei "PUBG" zum Beispiel, wo sich 100 Leute auf einer Insel befinden, sich gegenseitig abschießen und am Ende nur ein Team überlebt, machen sie mit den Leuten in ihrem Team ja wirklich alles gemeinsam.

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Am Ende hat man das Gefühl, dass man als Team etwas Tolles geschafft hat. Dazu sorgt die realistische Darstellung beispielsweise mit einer NVDIA-Grafikkarte mit Ray Tracing in 3D in Echtzeit dafür, dass man komplett in eine andere Welt entflieht.

LEAD: Die Silver Gamer stehen also auch auf die Ballerspiele, die wegen Gewaltverherrlichung immer wieder in der Kritik stehen?

Jutta Peinze: Das ist ein schwieriger Aspekt, da will ich gar nichts beschönigen. Für einen nicht gefestigten Charakter hat es eine andere Bedeutung, wenn er im Spiel jemandem in den Kopf schießt als für einen Erwachsenen.

Wenn ich das spiele, habe ich nicht das Gefühl, dass ich jemanden erschieße. Ich habe eher das Gefühl, dass ich etwas treffe, so wie beim Moorhuhn. Ich glaube, für Silver Gamer ist das ein kompetitiver Moment ohne das Gefühl der Vernichtung. Die gewinnen einfach etwas, für das ihre physische Situation gar keine Rolle spielt. Es ist egal, ob sie Rückenschmerzen haben oder im Rollstuhl sitzen, weil auf dem PC die ganze Welt möglich ist.

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Jutta Peinze
Jutta Peinze ist Marketing Director Systems bei der ASUS Computer GmbH. (Bild: ASUS)

LEAD: Wo liegen denn sonst die Interessen der älteren Gamer?

Jutta Peinze: Man muss da wirklich unterscheiden, welches Spielerverhalten welche Spielergruppe mit welchen Spielen und welcher Hardware hat. Unter den 9,5 Millionen Silver Gamern ist ein hoher Anteil an Mobile Gamern, die eher Candy Crush als Counterstrike spielen. Das hat gar nicht so viel mit Psychologie zu tun, sondern das hat etwas Performantes. Wenn sie mit 45, oder 50 Jahren anfangen Counterstrike zu spielen, können Sie nie dasselbe Level erreichen wie jemand, der diese Spiele zockt, seit er 18 ist.

LEAD: Der 50-jährige Geschäftsmann, der mitten im Berufsleben steht, hat wahrscheinlich auch weniger Zeit fürs Zocken, oder?

Jutta Peinze: Ich glaube, dass das Thema Zeit keine große Rolle spielt. Wer einmal Spaß daran gefunden hat und da hineingerutscht ist, nimmt sich die Zeit, weil es ein Hobby ist. Silver Gamer unterscheiden sich im Wesentlichen dadurch von jüngeren Spielern, dass sie auch andere Hobbys haben und die Zeit, die ihnen zur Verfügung steht, auf verschiedene Aktivitäten aufteilen. Ich könnte mir vorstellen, dass da Naturhobbys oder mit Freunden ein Bier trinken zu gehen eine größere Bedeutung haben. Ich denke Jugendliche sind, was ihre Hobbys betrifft, oftmals etwas monothematischer.

LEAD: Inwiefern ist die Generation 50 plus für sie als Hersteller von Hardware besonders wichtig?

Jutta Peinze: Für uns sind die Silver Gamer natürlich interessant, weil sie durchaus Geld und Lust auf die beste Hardware mit bester Performance haben. Sie spielen eher mit einem Notebook als mit einem PC, wobei die Qualität auch darin liegt, dass es nicht viel Platz wegnimmt. Der Gamer als solches kauft sein Notebook aber zu 65 Prozent aufgrund der Performance.

Zu einer guten Performance gehört ein großer Bildschirm, ein guter Prozessor, wobei der meistverkaufte Prozessor im High-End-Gamingbereich ein Intel Core i7er-Prozessor ist, eine Grafikkarte mit mindestens 10 Gbps Speichergeschwindigkeit, eine gute Bildschirmauflösung und einem entsprechenden Arbeitsspeicher ab 16 GB. Das ist aus unserer Sicht das, was sich im High-End-Segment am besten verkaufen lässt und auch am meisten nachgefragt wird.

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Dass von 82 Millionen Einwohnern 34 Millionen wenigstens ab und an gamen, ist doch totaler Wahnsinn.

LEAD: Vor allem von Männern oder auch von Frauen?

Jutta Peinze: Wir haben auch unter den Silver Gamern eine starke männliche Zielgruppe. Das hängt klassischerweise mit der Technikaffinität der Gamer zusammen. Da geht es um die CPU, die Grafikkarte und die Frage, wie performant ein Gerät ist. Und Asus steht nun mal für einen hohen Standard an Technologie.

LEAD: Wie ist das Arbeiten für Frauen in dieser Männerbranche?

Jutta Peinze: Frauen finden andere Aspekte bei den Consumer-Electronics gut. Die fragen sich vor allem, welchen Nutzen sie von etwas haben. Ich habe jetzt vier Frauen im Team, die alle höchst Consumer-Electronics interessiert sind und ein wunderbares Gleichgewicht in eine Firma bringen, in der wirklich viele Nerds unterwegs sind.

Die Frauen gehen dann eben her und fragen: ‚Was heißt das denn jetzt genau? Beispielsweise bei der Erklärung zu Ray Tracing. Alles klar, ich kann in Echtzeit sehen, wenn sich einer umdreht und habe das Gefühl, es ist 3D.‘ Das ist verständlich und hilft auch dabei, einer größeren Zielgruppe Technologie verständlich zu erklären.

LEAD: Geben die deutschen Silver Gamer im internationalen Vergleich eher viel oder eher wenig Geld für Gaming-Hardware aus?

Jutta Peinze: Bei Asus gibt es Fokus-Länder, auf die wir uns wegen des Potenzials des Marktes konzentrieren. Dazu gehören unter einigen europäischen Ländern auf jeden Fall Deutschland, Frankreich und England, einige asiatische Länder und die USA. Im internationalen Vergleich haben wir hier in Deutschland einen sehr potenten Gaming-Markt. Dass von 82 Millionen Einwohnern 34 Millionen wenigstens ab und an gamen, ist doch totaler Wahnsinn.

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Philipp Kalweit ist der begehrteste Hacker Deutschlands – und gerade deshalb mit 18 Jahren bereits auf der Forbes „30 under 30“-Liste. Warum wir nach dem Interview direkt unsere Passwort-Cloud gekündigt haben, liest du im aktuellen LEAD Bookazine 2/2019!

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