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Online-Shopping Social Commerce Start-up

Social Commerce: Shoppen im virtuellen Einkaufszentrum

Nie mehr alleine online shoppen: Groupify ist eine Social Commerce Plattform, die Shoppingsfans zusammenbringt. LEAD hat mit dem Gründer über die Idee zu Groupify, Social Commerce und daraus entstehende Marketingvorteile für Unternehmen gesprochen.

Das Start-up Groupify setzt auf das Konzept der virtuellen Shoppingmall, die man gemeinsam mit anderen Shoppingfans nutzen kann (Bild: Adobe-Stock)
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Alex von Harsdorf und sein Team machen es möglich: Niemand muss mehr alleine online shoppen. Mit Groupify haben sie eine Social Commerce Plattform geschaffen, die das gemeinsame Einkaufen in Online-Shops ermöglicht.

LEAD: Alex, wie kam’s zur Idee von Groupify?

Alex von Harsdorf: Ich habe zehn Jahre lang in der Musikindustrie als Musikmanager gearbeitet und mich nebenbei immer für innovative Geschäftskonzepte begeistert. Als Musikmanager kam mir irgendwann die Idee, dass Musik-Fans ja gemeinsam Tickets kaufen und daraus auch eine Win-Win-Situation für die Ticketverkäufer entstehen könnte. Gemeinsam im Team haben wir aber die viel größere Problematik erkannt: Egal, ob du Tickets online bestellst oder Klamotten kaufst - du bist immer allein.

LEAD: Onlineshoppen ist also eine ziemlich einsame Angelegenheit?

Alex: Genau - dabei sind wir doch gerade online überall mit Freunden und Kollegen vernetzt. Bildlich gesprochen: Online stehen wir in der Shoppingmall alleine da. Du siehst überhaupt nicht, wer noch einkauft, wem dein Teil vielleicht auch gefällt oder welchen Rat dir deine Freunde beim Einkauf geben würden.

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LEAD: Im Onlineshop steht der Kaufprozess im Vordergrund, weniger das Erlebnis.

Alex: Exakt. Alle Onlineshops sind komplett auf Buying ausgerichtet, das praktische Beschaffen von Dingen. Die Shops agieren nach dem Motto wenig Ablenkung, vom Produkt zum Warenkorb und zur Kasse. Es ist quasi der optimierte Offline-Einkauf. Aber: Das Thema Shopping, mit Freunden bummeln, sich beratschlagen, Inspirationen finden und vor allem auch Spaß haben, wird total ausgeklammert. Und hier setzt unser Unternehmen Groupify an. Wir haben die klare Vision der virtuellen Shoppingmall, die ich mit meinen liebsten Shoppingpartnern betrete.

LEAD: Wie funktioniert Groupify?

Alex: Als Kunde kannst du direkt auf den Webseiten teilnehmender Onlineshops Gruppen starten. Anschließend wird ein Link kreiert, mit dem man Freunde über Whatsapp und Messenger einladen kann. Sobald die Gruppe besteht, können sich alle Mitglieder beim Onlineshoppen begleiten und austauschen. Außerdem gibt es einen Kommunikationsfeed, in dem das Shoppen besprochen werden kann. Onlineshops hingegen bekommen von uns ein Social Layer, sodass die Gruppenmitglieder sich gegenseitig bei Kaufprozessen sehen und gemeinsam Produkte teilen können.

LEAD:Gibt es noch weitere Vorteile?

Alex: Unsere teilnehmenden Onlineshops geben Gruppen gerne Rabatte, da das Einladen von Freunden auch Werbung für den Shop ist und sie sich Marketingkosten sparen. Langfristig soll die Idee natürlich dahingehen, dass man Gruppenbestellungen macht, um die Umwelt zu entlasten und Zahlungen gesplittet werden kann. Auch wäre es cool, wenn unsere Kunden irgendwann von Shop zu Shop browsen könnten und wie in einer richtigen Mall shoppen können. Momentan braucht es noch pro Shop eine Gruppe.

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„Asien ist uns in Sachen E-Commerce locker um fünf bis sechs Jahre voraus“

LEAD: Wie viele Shops sind mittlerweile dabei?

Alex: Wir stehen kurz vor Dreistellig und es kommen ca. 25 bis 30 Shops pro Monat dazu. Mit dabei sind unter anderem Otto, Wormland und Baur. Bis heute wurden über 200.000 Shopping-Gruppen gestartet und aktuell kommen 2000 neue pro Tag dazu.

LEAD: In Asien sind solche Social Commerce Konzepte weit verbreitet. Warum sind wir Europäer so weit hinten dran?

Alex: Asien ist uns in Sachen E-Commerce locker um fünf bis sechs Jahre voraus. Das liegt daran, dass bei uns E-Commerce in den 90er-Jahren mit Ebay und Amazon aufkam. Erfunden wurden beide Plattformen noch an Desktop-Rechnern mit Modem, und um ehrlich zu sein: Auf diesem technischen Fundament stehen noch viele Onlineshops bis heute. Eine große Weiterentwicklung ist hier nicht zu beobachten. In Asien hingegen hat sich das E-Commerce erst in den vergangenen Jahren etabliert, dafür ist das Fundament bereits auf Smartphones und mobiles Surfen ausgelegt. Die E-Commerce-Zahlen in Asien und China im Speziellen stellen alles in den Schatten. Hier müssen wir wirklich nach dem Motto "Look East" agieren und uns nach Fernost orientieren.

LEAD: Pinduoduo ist eine App in Asien, die als Best-Practice-Beispiel Social Commerce gesehen werden kann?

Alex: Genau, hier kann man sich zusammenschließen und gemeinsame Bestellungen tätigen. Das Ziel haben wir bei Groupify auch. Unsere beiden großen Puzzlestücke sind ähnlich wie bei der asiatischen App: Social Discovering und Group Deals. Einmal sollen unsere Mitglieder ihre Freunde in der Gruppe nach der Meinung fragen können, bevor sie das Produkt kaufe, und im besten Fall bei gemeinsamen Shoppingtouren auch noch jede Menge sparen.

LEAD: Sind die Onlineshops denn wirklich so großzügig in Sachen Rabatte?

Alex: Klar. Unsere Shops geben den Gruppen zum Einstieg in der Regel einen Eröffnungsrabatt. Langfristig gedacht, funktionieren Rewardketten, beispielsweise "wenn ihr in den nächsten vier Wochen für 200 Euro einkauft, bekommt ihr ein Cashback" oder "wenn ihr eure Gruppe vergrößert, gibt es einen Extrarabatt". Das lässt sich endlos spinnen. Auch könnte die aktivste Gruppe im Quartal, dann beispielsweise eine Reise geschenkt bekommen. Hier können Onlineshops richtige Kampagnen spinnen, wir denken da auch an Influencer-Marketing.

LEAD:Wie könnten Influencer-Kampagnen aussehen?

Alex: Eine Möglichkeit wäre es, dass ein Influencer beispielsweise eine Gruppe gründet, seine Lieblingsteile pickt und Follower einlädt. Wer in der Gruppe ist, erhält Rabatte. Die teilnehmenden Onlineshops können sich also Groupify-Aktionen überlegen, die wir dann gemeinsam mit ihnen umsetzen.

LEAD: Und Hand aufs Herz: Wie verdient ihr damit Geld?

Alex: Die Onlineshops sind unsere Kunden, die uns monatlich bezahlen und so einen neuen Marketingkanal bekommen. Für Gruppenmitglieder ist alles kostenlos, wir schalten auch keine Werbung zwischen.

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Die Instagram Shoppable-Funktion wird 1 Jahr! Weißt du schon, wie du dein Business mit Shoppable bootest? Im aktuellen LEAD Bookazine 2/2019 findest du Insights und Tipps zum Nutzerverhalten.

LEAD: Kannst du was zur Zielgruppe sagen?

Alex: Der typische Groupify Nutzer sind Leute, die zusammenleben. Paare, Familien oder auch Wohngemeinschaften oder Arbeitskollegen. Menschen, die eine räumliche Nähe zueinander haben und sich über ihre Einkäufe austauschen. Aber wir haben auch größere Gruppen wie Reisegruppen oder Sportvereine, die gemeinsam Produkte bestellen.

LEAD: Instagram will auch den Onlineshopping-Markt erobern und eine App-interne Shopfunktion ins Leben rufen. Was denkst du dazu?

Alex: Ich finde den Move spannend und denke, die Idee von Instagram hat vor allem bei Fashion, Beauty und Lifestyle seine Daseinsberechtigung. Jedoch kommt der soziale Aspekt bei der Instagram-Shopping-Idee zu kurz, obwohl es ein soziales Netzwerk ist. Meiner Meinung nach schießt Instagram hier haarscharf am Kundenbedürfnis vorbei.

LEAD:Weil ich vielleicht auch nicht alle meine Einkäufe mit meinen Followern teilen will?

Alex: Richtig. Gerade auf Facebook oder Instagram folgen uns ja unterschiedlichste Menschen und nicht mit jedem will man seine Shoppingtour teilen. Umso wichtiger ist es, dass man im Social Commerce Bereich ganz klar definieren kann, mit wem man sich zum Shoppen vernetzt. Bei unseren Recherchen haben wir auch festgestellt: Wenn wir gemeinsam shoppen gehen, sind es Gruppen wie Freunde oder Familien oder Mutter mit Tochter.

LEAD: Wird Social Commerce immer wichtiger?

Alex: Wir merken auf jeden Fall, dass wir offene Türen mit dem Thema einrennen. Ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten Monaten und Jahren uns immer mehr mit Social Commerce beschäftigen werden – schon allein vorangetrieben mit der Entwicklung aus Asien.

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