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Autonomes Fahren Automatisierung Auto

So kann autonomes Fahren funktionieren

Selbstfahrende Autos lassen sich nicht einfach umsetzen - schon gar nicht allein. Die Zukunft der Automatisierung beim Fahren liegt in der Zusammenarbeit.

(Bild: stock.adobe.com/zapp2photo)
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Anfangs waren sich Experten sicher, spätestens bis zum Jahr 2021 autonome Autos vollständig entwickelt zu haben. Dieser Optimismus ist mittlerweile verflogen. Eine Reihe von Unfällen, die leider zu Todesfällen führten, war ein Weckruf für den weitgehend unregulierten Sektor. Der Ansatz muss sich ändern. Der Fokus verlagert sich von der möglichst schnellen Verwirklichung der Autonomie hin zu langfristiger Sicherheit.

In der Praxis hat dies dazu geführt, dass OEMs und Tier1-Anbieter ihre Forschungs- und Entwicklungsteams für autonomes Fahren neu organisiert haben. Die Automobilhersteller prüfen derzeit, ob bestehende Technologien als erweiterte Fahrerassistenzsysteme (ADAS) eingesetzt werden sollen. Nur noch wenige ausgewählte Interessensgruppen streben immer noch danach, den gesamten Entwicklungsprozess zu steuern und ihre eigenen Flotten einzusetzen. Die gesamte Branche ist mittlerweile zunehmend offen für eine Zusammenarbeit.

Zusammenarbeit fördert Standardisierung

Der Grund dafür ist einfach: Zusammenarbeit ist der Schlüssel zum Überleben. Autonomes Fahren ist enorm komplex und ressourcenintensiv. Niemand wird in der Lage sein, jedes Problem alleine zu lösen. Die Herangehensweise, wie diese Systeme zu entwickeln sind, muss sich jedoch ändern, um eine Zusammenarbeit zu ermöglichen.

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Softwarelösungen müssen sich zunehmend in Richtung hardware-unabhängiger modularer Designs bewegen, um die Bereitstellung zu erleichtern, während Branchenstandards erforderlich sind, um den Wissens- und Datenaustausch zu ermöglichen.

HD-Kartendaten sind ein Beispiel für die anstehenden Herausforderungen. Die Karte ist ein jahrtausendealter Standard mit dem ursprünglichen Ziel, geografische Informationen zu teilen. HD-Karten dienen diesem langjährigen Ziel jedoch nicht so gut. Häufig sind sie zu veraltet, um sicher verwendet werden zu können. In anderen Fällen werden Karten auf Auftragsbasis auf Wunsch von Branchenpartnern erstellt. Es gibt keinen Standard für den Austausch der Informationen, die erforderlich sind, damit diese Karten ordnungsgemäß aktualisiert werden und für automatisierte Fahrsysteme allgemein verfügbar sind.

Standardisierung wird entweder durch Zusammenarbeit und Selbstregulierung erreicht oder durch Aufsichtsbehörden und Regierungen der Branche aufgezwungen. Ein Beispiel dafür wäre die Durchführung obligatorischer "Selbstfahrtests" für autonome Fahrzeuge.

Das weltweite Flugverbot der Boeing 737 Max 8 nach den tragischen Ereignissen der letzten Monate ist ein Beispiel dafür, wie stark die Regulierungsbehörden neue Technologien einschränken können, wenn es ihren jeweiligen Branchen nicht gelingt, sich selbst zu regulieren und zu standardisieren. Natürlich muss sich der Sektor des autonomen Fahrens bemühen, solche Schwierigkeiten zu vermeiden und darauf hinarbeiten, das Testen und den Einsatz autonomer Fahrzeuge so sicher wie möglich zu gestalten. Wir haben bereits öfters aufgeführt, wie wichtig Simulation in dieser Hinsicht ist.

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Rationale Technologie führt zu rationellen Investitionen

Da sich die Branche mit diesen sich entwickelnden Technologien verändert und rationaler wird, ändert dies auch den Ansatz bei den Anlegern. Die Zahl der Investitionsrunden in diesem Bereich sinkt – ihr jeweiliges Volumen nimmt jedoch zu, was darauf zurückzuführen ist, dass Späteinsteiger mehr Ressourcen benötigen, um Auswirkungen auf die Branche zu haben.

Trotzdem nimmt die Finanzierungsdynamik rund um das autonome Fahren ab, was nicht nur Neueinsteiger, sondern auch bestehende Aktive betrifft. Weniger Investitionen in eine Branche, die überwiegend von Unternehmen mit geringen Erträgen geführt wird – ganz zu schweigen von Gewinnen – führen zu einer Konsolidierung. Neben den oben genannten allgemeineren und wirtschaftlichen Trends, wie der nachlassenden Weltkonjunktur und dem schrumpfenden Automobilmarkt, überdenken führende OEMs und Tier1-Unternehmen die Budgets ihrer kostspieligen und langwierigen Forschungsprojekte rund um das autonome Fahren neu. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass in den nächsten drei Jahren die Mehrheit der Unternehmen, die sich mit dem autonomen Fahren beschäftigt, verschwinden wird.

The next big thing: Im Markt bestehen

Die Frage ist also: Wer wird im Markt bestehen? Die Antwort ist einfach: Unternehmen, die offen sind und die Zusammenarbeit erleichtern. In einem Staffellauf teilt ein Team die Wegstrecken auf Basis seiner Ressourcen und Fähigkeiten auf, um die optimale Zeit zu erzielen. Genau diese Vorgehensweise ist beim autonomen Fahren erforderlich.

Die nächste große Sache für die Unternehmen ist das Bestehen im Markt. Dazu müssen sie sinnvolle Kooperationen aufbauen, transparenter werden und auf vertrauenswürdige Branchenstandards hinarbeiten.

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Lazlo Kishonti ist CEO bei AImotive und seit über 20 Jahren in der Technologiebranche tätig.

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