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(Bild: GettyImages/yangwenshuang)
Design Thinking Innovation

So entstehen Innovationen durch Design Thinking

Mit der richtigen Anwendung von Design Thinking, können innovative Ideen entstehen. Julia Roming von der UX-Agentur Cobe klärt auf, welche drei Punkte man für diesen Ansatz beachten sollte.

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Zunächst: Was ist überhaupt Design Thinking? Dieser Ansatz zielt darauf ab, menschliche Bedürfnisse zu erfüllen und Probleme zu lösen. Es gibt verschiedene Herangehensweisen, die den Benutzer in den Mittelpunkt eines Entwicklungsprozesses stellen, und so ein Produkt erschaffen, das für den Benutzer nützlich und von ihm gewünscht ist. Damit garantiert Design Thinking nicht nur, dass die Lösung von den Anwendern gewünscht ist, sondern auch technologisch umsetzbar und wirtschaftlich tragfähig. Daher wird der Prozess in der Regel mit einer Recherche begonnen, um die Bedürfnisse der potentiellen Nutzer herauszuarbeiten.

Mit Design-denken Innovationen schaffen

Wieso existiert die Meinung, dass Design Thinking Innovation tötet? Viele Unternehmen argumentieren, dass sie keine neuen Ideen bekommen, wenn sie Nutzer in einer Studie fragen, was ihnen gefällt, welche Wünsche und Erwartungen sie haben. Wie schon Henry Ford sagte: "Wenn ich die Leute gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie 'schnellere Pferde' gesagt – und wir würden auch heute noch reiten, anstatt immer komfortablere, schnellere und anspruchsvollere Autos zu entwickeln."

Grundsätzlich eine richtige Einstellung, jedoch nutzen große Unternehmen wie Apple, IBM, IKEA oder Google aus gutem Grund den Design-Thinking-Ansatz und entwickeln damit recht erfolgreiche Produkte. Es liegt daran, dass die Leute, die dieses Argument vorgebracht haben, immer noch nicht ganz verstanden haben, was Design Thinking ist und wie es funktioniert - ihnen fehlt ein grundlegendes Verständnis dafür. Um wirklich innovative Produkte entwickeln zu können, müssen einige wichtige Schritte verstanden werden.

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1. Verstehe die Nutzer

Natürlich ist es ein wichtiger Schritt, herauszufinden, was die Menschen mögen und was nicht, welche Wünsche, Sehnsüchte und Ideen sie haben – aber es ist nur ein Schritt des Prozesses. Ähnlich wichtig, wenn nicht sogar noch wichtiger, ist es zu verstehen, warum sie etwas mögen oder nicht mögen, warum sie einen bestimmten Wunsch oder eine bestimmte Idee haben. Die Entdeckung des zugrunde liegenden Bedarfs, die verborgene Motivation hinter diesen Wünschen und Ideen ist der entscheidende Teil. Und hier ist es absolut notwendig, echte Nutzer einzubeziehen, da diese Bedürfnisse oft tief verborgen liegen.

Daher sollte zu Beginn des Prozesses unbedingt eine Recherche durchgeführt und genau beobachtet werden, was die Nutzer sagen und tun, wie sie sich verhalten und reagieren. Recherchen sind wichtig, weil die Bedürfnisse der Nutzer so tief vergraben sind, dass diese sie selbst oftmals nicht artikulieren können; und wenn sie nur oberflächlich betrachtet werden, könnten ihre Handlungen und Interessen irreführend sein und das Design in eine falsche Richtung lenken. Aber wenn man sie genau beobachtet und befragt, kann man die Bedürfnisse aufdecken und eine Ausgangsbasis für neue Produktmöglichkeiten schaffen. 

So hat Henry Ford das Bedürfnis der Menschen nach schnelleren Pferden verstanden; es ging gar nicht um Pferde, sondern darum, von einem Ort zum anderen zu kommen - und zwar schneller. Indem er dieses Grundbedürfnis hinter ihrem Wunsch erkannte, konnte er einen neuen Weg finden, es zu befriedigen.

2. Denke nicht produktorientiert

Die Idee steht an erster Stelle und das Produkt folgt. Und nicht andersherum. Das mag unlogisch klingen, wenn man bedenkt, dass es letztlich um ein Produkt geht, das am Ende verkauft werden soll, und dass alleine der Verkauf von Produkten der Motor vieler Unternehmen ist. Aber: Wer bereits ein Produkt im Kopf hat und es als Ausgangspunkt für neue Ideen nutzt, schränkt seine Kreativität ein. 

Lorenz Hagenmeyer, Leiter der User Experience Strategie bei Bosch, verdeutlichte dieses Problem in seinem Vortrag auf dem World Usability Day mit der Frage "Was hätten wir [Bosch] getan, um den Taximarkt neu zu erfinden? Wir hätten das beste, schönste und komfortabelste Taxi aller Zeiten entwickelt." Aber das ist nicht wirklich eine Innovation, und die Frage ist, wie erfolgreich sie damit gewesen wären. Er vergleicht seine These mit Uber als Beispiel, ein Unternehmen, das eine echte Innovation geschaffen hat. Ein Taxiunternehmen, das im Grunde ohne Taxis auskommt, veränderte die Branche komplett und erfand sie neu.

Diese beiden entscheidenden Teile tragen zum Verständnis von Design Thinking bei. Um mit diesem Ansatz Innovationen zu schaffen, muss man die Bedürfnisse und Probleme der Menschen kennen. Nur dann weiß man, was diese brauchen, und mit welchen Ideen man ihnen weiterhelfen kann.

Der nächste Schritt besteht darin, alle Möglichkeiten zu erforschen, um die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen – und nicht ausschließlich darauf aus zu sein, das eigene Produkt dafür in den Mittelpunkt zu stellen. 

Erst im letzten Schritt sollte darüber nachgedacht werden, welches Produkt am besten geeignet ist, diese Bedürfnisse zu befriedigen. Damit ist auch der nächste wichtige Schritt im Design Thinking-Prozess definiert: Das freie Ausloten von Möglichkeiten. 

3. Erkunde die Möglichkeiten und erhalte Feedback zu deinen Ideen

Wirklich gute Ideen gibt es selten, aber bei vielen dummen Ideen steigt die Chance, eine richtig gute, vielleicht sogar den Game Changer unter ihnen zu finden. 

Deshalb müssen Designer den Raum, die Zeit und die Werkzeuge haben, um viele verrückte Ideen zu entwickeln, egal wie dumm sie am Anfang auch klingen mögen. Aber nicht nur der Raum für die Ideen ist wichtig: Es ist auch notwendig, dass diese Ideen ausprobiert und erforscht werden können - natürlich nicht als komplett fertige Produkte, sondern als schnelle, grobe Prototypen.

Indem die Ideen in Form von Prototypen greifbar gemacht werden, kann jeder die Ideen testen, sie verstehen und sich mit ihnen auseinandersetzen. So lässt sich effektiv ausloten, welche Ideen Sinn machen und welche nicht, wo die Stärken und Schwächen einer Idee liegen und welche Meinungen andere darüber haben. Durch grobe und schnelle Prototypen kann man die Ideen testen und ein Feedback gibt es schnell und kostengünstig - im besten Fall von echten Anwendern. So lässt sich leichter entscheiden, welche Ideen sinnvoll sind und Zuspruch finden. Dies erlaubt, auf Ideen aufzubauen und auch scheinbar dumme Ideen in tolle Features oder Produkte zu verwandeln.

Richtig angewandtes Design Thinking tötet keine Innovationen

Im Gegenteil: Design Thinking kann zu innovativen und spielerischen Ideen und Lösungen führen. Hier noch einmal die drei Kernpunkte zusammengefasst:

  • Verstehen! Und das bedeutet nicht nur zu verstehen, was der Benutzer tut oder will, sondern vor allem warum. Was sind die zugrunde liegenden Bedürfnisse und Motivationen?
  • Ideen sammeln! So viele Ideen wie möglich, egal wie unrealistisch oder verrückt sie auch klingen mögen. Nicht produktgetrieben denken, sondern problemorientiert.
  • Prototyp und Test! Die Ideen müssen greifbar werden, damit andere sie verstehen und erforschen können. Auf diese Weise kristallisiert sich schnell heraus, welche Ideen es wert sind, verfolgt zu werden

Julia Roming ist als UX Researcher bei COBE tätig. COBE ist Spezialist für Customer Experience Design, UI/UX Design und Software Entwicklung und kombiniert einen User-Centered Designansatz mit seiner eigens entwickelten UX-Identity-Methode (UXi), die aktuell in Kooperation mit der TH Ingolstadt validiert wird. Die UXi nutzt Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften und der Verhaltensökonomie, um die Werte einer Marke in die Designsprache digitaler Produkte zu übersetzen.

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