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Wigwam
New Work Serie Arbeitsmodelle

So arbeiten wir heute: Teil 3 - Die demokratische Agentur

Der digitale Wandel stellt das Arbeitsleben auf den Kopf. Unternehmen­ ­unterstützen den Wunsch, in der ­Arbeit Sinn zu finden und ­begegnen den ­Ängsten ihrer Mitarbeiter. Das alles ist New Work. LEAD zeigt fünf ganz unterschiedliche Modelle. Teil 3: Die Agentur Wigwam.

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Einmal im Jahr heißt es: Zelte abbauen. Dann verabschieden sich die gut 20 Mitarbeiter von Wigwam vom Büro im Berliner Wedding und ziehen ins Brandenburger Umland. Um abseits des Alltags miteinander Zeit zu verbringen, zu diskutieren und – natürlich – auch um zu feiern. Das klingt ein wenig nach Kommune. Doch verbirgt sich hinter Wigwam das radikalste Agenturkonzept des Landes. Wigwam ist nicht nur eine Firma, es ist eine Art eigenes soziales Labor, in dem das Team mitgestaltet, mitentscheidet und stetig Neues entstehen lässt. Seit vergangenem Jahr als Genossenschaft. Alle Genossen sind Arbeitgeber und -nehmer in einem. Alle übernehmen Verantwortung, haften mit ihrem Betrag und sind gleichberechtigt. Vorstand und Aufsichtsrat rotieren, werden alle zwei Jahre neu gewählt.

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    Bis zu dreimal im Jahr gibt’s bei Wigwam einen Teamausflug – für jeweils vier Tage. Zeit, um sich besser kennenzulernen (Bild: Wigwam)
  • Wigwam Tischtennisplatte
    Eine Tischtennisplatte gibt es in vielen Agenturen. Doch kaum eine andere Agentur dürfte so flexibel sein, wenn es um die Arbeitszeiten und -orte geht (Bild: Wigwam)

Den "Chef" gibt es genauso wenig wie die klassischen Hierarchien. Stattdessen organisieren sich sechs "holokratische Kreise", wie es Vorstand Matthias Riegel nennt, selbst. Abgedeckt werden Bereiche wie Akquise, Marketing aber auch Büro-Orga. Das, so der Werber und erfahrene Wahlkämpfer, erfordert allerdings eine hohe Reflektionskultur und klare Regeln. Alles wird hinterfragt bei Wigwam. Auch, ob ein Kunde überhaupt angenommen und ein Projekt umgesetzt wird. Entscheidend ist stets die Sinnhaftigkeit. Denn Wigwam arbeitet nur für NGOs und Stiftungen. Sie berät bei Kommunikationsfragen und setzt bei Bedarf die Kampagnen auch um – wirtschaftlich erfolgreich und ungemein transparent. Auch wenn es um die Gehälter geht. Seit mehr als einem Jahr gibt es das Wunschgehaltsmodell. Jeder entscheidet selbst über die eigene Vergütung, vom Putzmann bis zum Vorstand. Im Schnitt, heißt es, verdienen die Mitarbeiter nur etwas weniger als in Agenturen traditionellen Zuschnitts. Doch das ist kein Hindernis, wenn Bedarf an neuen Kollegen herrscht. Allein das Thema "Sinnhaftigkeit" ist für viele Kandidaten das entscheidende Motiv, bei Wigwam anzudocken, sagt Riegel. Zumal Wigwam auch all das bietet, was heute unter New Work subsumiert ist. Teilzeit, Elternzeit, Home-Office oder Remote Work, alles ist realisierbar. Die Arbeitszeiten und -orte sollen so flexibel sein wie die Menschen, die bei Wigwam zusammenarbeiten. Selbst wenn es um andere Dienstleister und Freelancer geht, orientiert sich die Agentur an den eigenen Wertevorstellungen und Ansprüchen. So wurde unlängst ein Mindest­tagessatz für alle Freien definiert. Eine echte Ansage, nicht nur für Berlin.

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Über Wigwam: Begonnen hat Wigwam 2009 unter dem Namen "Nest" als Social Media-Beratung für NGOs. Heute ist die 21 Mitarbeiter große Agentur ein eigenes soziales Projekt, das sich als Genossenschaft formiert. Der Fokus liegt im Erdenken von Strategien und Kampagnen für die (digitale) Zivilgesellschaft. Kunden sind unter anderem WWF, EKD oder auch Terre des Hommes. Wiederholt gewann die Agentur Preise, darunter 2016 der Politikaward für die beste politische Kampagne.

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