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Frank Buschmann bei der Bundesliga im Stadion (Foto: Sky)
Social Media WM 2018 Interview

"Snapchat kapiert wahrscheinlich keiner über 17"

Frank Buschmann (53), der in der Bundesliga bei Sky ebenso zu Hause ist wie in der Show bei RTL („Ninja Warrior Germany“), ist der Social-Media-Junkie unter Deutschlands TV-Moderatoren. Zwischendurch versucht es Buschi mit Entzug, kündigt eine Pause an – doch spätestens nach zwei Tagen twittert er meist wieder. Im LEAD-Interview legt er „weltexklusiv“ das nächste Schweigegelübde ab, spricht zuvor aber über Twitter, Facebook und die Fußball-WM.

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LEAD: Hallo Herr Buschmann, 273.000 Follower auf Twitter, 467.000 Likes auf Facebook, 88.500 Abonnenten auf Instagram. Ich freue mich ja, dass Sie mit mir reden – nachdem ich vor einigen Wochen während einer Sky-Bundesliga-Konferenz mal getwittert habe, dass Sie endlich mit dem Brüllen aufhören sollen.

Frank Buschmann: Ich habe das genau gelesen, Herr Heinrich! Aber ich glaube, das mit dem Brüllen passt auch in ein Klischee. Der Buschmann schreit nur! Wissen Sie, wie oft mir die Leute mittlerweile schreiben, dass bei mir das Feuer weg wäre, dass ich nicht mehr so viel Gas gebe wie früher. Was lerne ich daraus? Ich brülle zu leise.

Aber Sie haben laut gebrüllt, ich erinnere mich genau.

Buschmann: Mag sein. Dass ich so entspannt und ruhig kommentiere wie früher Ernst Huberty oder Rudi Michel, das war auch nie mein Ziel. Heute hört man ja oft, wie toll das früher war, als die Altvorderen in ihren Übertragungen auch mal geschwiegen haben. Aber wenn du 2018 ein Fußballspiel so kommentieren würdest, würden dich die Leute hängen. Ich sehe schon die Tweets vor mir: Ist er eingeschlafen? Hab ich was an den Ohren? Wofür zahl ich GEZ oder mein Sky-Abo, wenn der nur blöde rumsitzt und nichts sagt? Mir ist das mittlerweile schnuppe. Erst haben sie mich hingerichtet, dann haben sie mich gefeiert, dann ist es ruhiger geworden. Und mir ist die ruhige Variante die liebste.

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Sie haben während der WM eine neue Website gestartet. Braucht man das heute überhaupt noch?

Buschmann: Das wenn ich selbst wüsste. Sascha Fabian von der Agentur Sportsfreude, die mich bei solchen Geschichten berät, hat gemeint, das wäre immer noch eine gute Visitenkarte. Wenn mal jemand den Kontakt zu mir sucht, wäre er dort an der richtigen Adresse. Und vielleicht ist es ja auch ganz gut, einen eigenen Kanal zu haben, der nicht in den Händen von Facebook oder Google ist. Dort könnten wir dann auch Buschi TV wiederbeleben.

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Buschis Lieblingssendung - "Ninja Warrior Germany" mit Laura Wontorra und Jan Köppen (re.) (Foto: RTL)

Ihre wirklich sehr unterhaltsamen Interviews mit Prominenten. Da hatten Sie Leute wie Toni Kroos oder Mats Hummels zu Gast.

Buschmann: Das hat Riesenspaß gemacht, aber nach dem Wechsel zu RTL war einfach keine Zeit mehr dafür. Vielleicht starten wir das nächstes Jahr neu, in kompletter Eigenregie, ohne jeden finanziellen Hintergrund, sondern einfach aus Jux und Dollerei, weil wir Bock drauf haben. Und wenn die Fernsehsender auf sowas keine Lust haben, dann machen wir es eben selber. Das könnte auf der Website laufen, und auf YouTube.

Was ist Ihre wichtigste Social-Media-Plattform?

Buschmann: Wahrscheinlich doch Twitter. Dort ist der Ton zwar auch härter geworden. Aber ich finde den Umgang auf Twitter im Normalfall immer noch deutlich angenehmer als auf Facebook. Von Facebook bin ich gar nicht mehr begeistert, da ist doch eine recht eigenartige Klientel unterwegs. Aber die Kunst liegt ohnehin darin, alles was auf Social Media passiert, nicht überzubewerten. Und jetzt denken Sie sich wahrscheinlich: Das sagt ausgerechnet der Buschmann, der auf Twitter immer so steil geht.

Genau.

Buschmann: Ich sag Ihnen mal was. Ich mache auf Social Media oft genug Sachen nur, um zu provozieren, um zu gucken, was passiert jetzt wieder. Du musst auf Twitter ja nur einen Zettel mit der Aufschrift „Schönen guten Morgen“ hochhalten. Und nach einer Stunde hast du die Diskussion am Laufen, wie mies dieser Morgen ist, wer an diesem Kack-Morgen schuld ist, und wie die Politik dafür gesorgt hat, dass es in Deutschland bald überhaupt keine guten Morgen mehr geben wird. Bei manchen Themen sitze ich zu Hause und amüsiere mich köstlich, wie solche Diskussionen laufen. Aber gerade, wenn es um Politik geht, hat das mittlerweile eine Eigendynamik entwickelt, die mir Angst macht.

Aber das verleidet Ihnen den Spaß an Twitter nicht komplett?

Buschmann: Nö. Twitter bietet immer noch die Möglichkeit, über ein paar Dinge vernünftig zu diskutieren. Nur wenn es um Politik geht, sollte man grundsätzlich die Kommentare darunter nicht mehr lesen, denn da geht die Luzie ab. Der höflichste Kommentar lautet dann noch: 'Schuster, bleib bei deinen Leisten! Herr Buschmann, Sie sind Sportreporter, halten Sie sich aus der Politik raus, davon verstehen Sie nichts!' Ich denk mir dann immer: Im Nebenberuf bin ich übrigens auch noch Bürger dieses Landes. Und wenn mich etwas nervt, dann schreib' ich das.

Sie kündigen ja immer wieder Social-Media-Pausen an – und nach zwei Tagen ist das Gelübde vergessen, und Sie posten wieder. Sie können nicht mit, und Sie können nicht ohne. Klingt nach Hassliebe.

Buschmann: Ich gebe das jetzt mal offen zu, das ist natürlich auch Show. Ich weiß genau, wenn ich schreibe, bis August ist Pause – dann habe ich 200 Replies, in denen steht: 'Bis morgen, Buschi!' Und noch einmal 200 schreiben: 'Warum nur bis August, warum nicht für immer?' Das ist schon ein bisschen ein Ritual, das mir Spaß macht. Aber ich verspreche an dieser Stelle in LEAD weltexklusiv: Ich werde vom Viertelfinalwochenende bis zum 25. Juli nichts schreiben, nichts posten, nichts lesen. Kein Wort von mir zum WM-Endspiel, denn das Handy kommt in den Tresor, wir machen Urlaub auf Malle. Ich kündige das auch gar nicht an. Ich werde einfach weg sein. Am 25. Juli bin ich vielleicht wieder da. Und wenn ich Freude am Twitter-Entzug habe, bleibe ich einen ganzen Monat weg.

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Über 88.000 Follower - Frank Buschmann bei Instagram (Screenshot: Instagram)

Dabei posten Sie doch gerade aus dem Urlaub so gern. Das hat mich schon immer interessiert: Sonnenuntergang, Meer, Cocktail, daneben Buschi. Was ist der Sinn solcher Posts?

Buschmann: Gar keiner. Also wer mich kennt, der weiß, dass das keine Angeberei ist. Mir geht’s dann einfach gut und das teile ich gern mit den Leuten.

Reicht es Ihnen nicht, selbst zu wissen, dass es Ihnen gut geht?

Buschmann: Das ist eine sehr gute Frage. Ich denke, das ist einfach ein Mitteilungsbedürfnis. Aber Sie mögen recht haben. Es könnte gut sein, dass das in dieser Richtung auch weniger wird.

Wir lassen uns überraschen. Vielleicht entdecken Sie ja noch ganz neue Social-Media-Plattformen.

Buschmann: Nö. Snapchat kapier' ich nicht, das kapiert wahrscheinlich keiner über 17. Und insgesamt werden es bei mir sukzessive eher weniger Plattformen als mehr. Da fang ich lieber wieder an, Postkarten zu schreiben.

Ganz zum Schluss: Haben Sie eine neue WM-Prognose vor dem Viertelfinale, die Sie auf Twitter noch nicht verraten haben?

Buschmann: Ich habe ja vor der WM gesagt, Frankreich wird Weltmeister. Dann dachte ich, die Belgier sind stark. Dann war ich zwischendurch bei Kroatien. Mittlerweile glaube ich: Die Kroaten kommen ins Finale und verlieren da gegen Frankreich.

Was Sie davon halten, lesen Ihre Fans dann ja auf Twitter.

Buschmann: Nö, keine Chance.

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