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Kolumne Audio Sprachsteuerung

Smart Speaker sorgen für einen Wechsel in Verlagen

Egal ob Smart Speaker oder Smart Home - die Sprachsteuerung sorgt für einen Wechsel von "mobile first" zu "voice first", sagt LEAD-Kolumnist Stephan Schreyer.

Stephan Schreyer (Grafik: Uli Kurz)
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In meiner letzten Kolumne ging es darum, wie Verlage das neue Content-Format Podcasts nutzen können und welche Formen der Monetarisierung sich bieten.

Die schöne neue Audio-Welt besteht aber nicht nur aus Podcasts. Das ist zu kurz gegriffen. Einer der Audio-Haupttreiber ist das Thema "Voice" - in all seinen Facetten. Egal ob Smart Speaker oder Smart-Home. Sprachsteuerung und Spracherkennung sorgen für den Wechsel von "mobile first" zu "voice first" und das nicht nur bei der "Generation Kopfhörer". Einmal in Betrieb, sorgen die Leichtigkeit der Interaktion und die menschliche Bequemlichkeit dafür, dass sie gekommen sind, um zu bleiben. Datenschutz und andere Kinderkrankheiten hin oder her.

Mehr zum Thema: Auf den zweiten Versuch: Podcasts auf dem Siegeszug

Voice-Search nimmt zu

Für das Jahr 2020 erwartet die amerikanische Internet-Marktforschungsfirma Comscore beispielsweise, dass 50 Prozent aller Internetsuchen via Voice stattfinden werden! Die Folgen: Das Volumen der Anfragen per Stimmte steigt, und die Hemmschwelle für den persönlichen Einsatz von Voice-Search sinkt. Dadurch wird die Suche "umgangssprachlicher". Auf die Praxis bezogen bedeutet das: Wer früher nur in den eigenen vier Wänden via Voice gesucht hat, wird dies zukünftig auch vollkommen selbstverständlich im Wartezimmer oder Restaurant tun. Und zwar so, wie ihm der "Schnabel gewachsen ist".

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Unternehmen und Marken stehen daher vor der Herausforderung: Entweder man findet sie zukünftig auch in den Top-3 Voice-Search Ergebnissen oder ... "es fährt ein Zug nach nirgendwo...". Fieberhaft wird derzeit deshalb mit Keywords, SEO und Co. experimentiert.

Und die Verlage? Schaut man sich heute bei den Alexa-Skills der Verlage um, dann findet man: Nachrichten, Zusammenfassungen, Teaser, Flashbriefings, sonstige Beiträge aus den Printausgaben und natürlich die Top-Themen und Co. Alles schön und gut. Aber wie sieht es mit individuellen Lösungen aus, für die sich verändernde Suche seitens der User?

Verlage müssen Themen besetzen

Bereits heute nutzen einer Studie von Splendid Research zufolge 51 Prozent der Smart Speaker User Alexa für die Suche nach "Informationen im Internet". Verlage brauchen hierfür ein Angebot. Und zwar eines, das im Moment der Suche Relevanz, Mehrwert und Problemlösung für den User bietet.

Die bisherigen Verlagsangebote sind nach dem derzeitigen Stand nicht dafür geeignet. Sie bieten keine individuelle, relevante Lösung. Sie liefern keine Antwort auf Fragen wie beispielsweise "Hey Alexa wie ist der Konflikt XY entstanden."

Gerade Verlage sind aus meiner Sicht jedoch prädestiniert dafür, in naher Zukunft zu den Voice-Search-Gewinnern zu gehören. In Zeiten von Fake-News braucht es vertrauensvolle, positiv aufgeladene Nachrichten- bzw. Informationsabsender.

Das haben inzwischen auch die Tech-Giganten bemerkt. Inhalte von "seriösen" Quellen werden anders gerankt, als jene von russischen Bananenplantagen in der Antarktis. Das Vertrauen von Suchmaschinen in die Webseite ist wichtig. Webseiten mit einem hohen Vertrauen bei Suchmaschinen erscheinen öfter in der Voice Search. Wer, wenn nicht extrem seriöse Verlage bieten dieses Vertrauen?

Für Verlage bietet sich so die Möglichkeit, mit ihrem positiv aufgeladenen Brand und dem Vertrauensbonus im digitalen Voice-Umfeld eine Gruppe von Menschen zu erreichen, die sie sonst wohl nicht mehr erreichen würden. Insbesondere, weil vor allem jüngere Menschen zu den Hauptnutzern von Smart Speakern gehören, aber in den wenigsten Fällen zu klassischen Print-Abonnenten.

Verlage sollten deshalb zukünftig dringend Voice-Lösungen abseits der bisherigen "Standard-Angebote" bieten. Sie müssen im Voice-Umfeld ähnlich wie Unternehmen, Produkte und Marken ihre Themen besetzen und hierfür auditive, redaktionelle Lösungen bieten.

Mehr zum Thema: Audio - es geht doch!

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