Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Smart Home Sprachassistenten Google

Smart Living - nicht ganz ungefährlich

Das Licht per Sprachassistent abends ausschalten, das Wetter abfragen oder die Haustüre per App öffnen - Smart Home ist längst nicht nur ein Nischenprodukt für Techies. Smart Living bedeutet vor allem eines – Alle Augen sollten auf den Nutzer gerichtet sein.

(Bild: GettyImages/Westend 61)
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Smart Home ist nicht länger nur ein Nischenprodukt für Techies. Früher vor allem für vernetzte Sicherheitssysteme bekannt, ist Smart Living mit intelligenten Heizungen und App-gesteuerten Lichtern auf dem Massenmarkt angekommen. Ikea macht es vor und kooperiert in China seit neustem mit dem Technologie-Riesen Xiaomi – die IoT-Plattform (Internet of Things) reiht sich neben Apple, Amazon und Google in das Smart Home-Portfolio ein. Smart-Living-Produkte gewinnen dadurch im Alltag immer mehr an Bedeutung und sprechen mittlerweile auch Zielgruppen an, die nicht unbedingt zu den technisch versiertesten Menschen gehören. Welche Konsequenzen müssen daraus für die Entwicklung gezogen werden? Wie muss ein Produkt beziehungsweise eine Anwendung entwickelt werden, um den verschiedensten Zielgruppen einen Zugang zu ermöglichen?

Anzeige

Auch interessant: Smart Home-Trends von der CES 2019

Ungeahnte Herausforderungen

Was man wissen sollte, bevor man sich an’s Entwickeln und Designen macht: Die Hemmschwelle, sich neue Produkte anzuschaffen und für deren Nutzung ein anderes Verhalten anzugewöhnen, ist hoch. Wer seine Lichter immer mit dem Schalter an- und ausgeschaltet hat, braucht eine gewisse Zeit, um sich ein neues Muster anzutrainieren. Vor allem, wenn sich auf den ersten Blick keine klaren Vorteile ergeben.

Beschäftigt man sich jedoch ein wenig mehr mit den neuen Gadgets, entdeckt man die Bandbreite hinter IoT. Und fragt sich, wieso genau man überhaupt noch Dinge wie Lichtschalter in seinem Haus verbaut haben wollte. Doch nicht nur, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist, bleibt einee Herausforderung. Auch wenn jüngere Nutzer tendenziell aufgeschlossener sind, zieht sich ein weiterer Punkt durch sämtliche Generationen. Mit Ausnahme von Sicherheitssystemen für Eigenheime scheinen die meisten Menschen dem Internet of Things eher argwöhnisch bis misstrauisch gegenüberzustehen. Die Gründe dafür sind divers.

Oft fehlt die Ahnung, wie das Produkt eigentlich genau funktioniert, da es nur schwer zu installieren und zu verstehen ist. Das wiederum führt zu Gefühlen von Kontrollverlust und des "nicht geheuer seins" – der User hat kein Vertrauen in das Produkt. Dies hängt auch damit zusammen, dass das übliche Feedback fehlt, welches man bei eigenständig ausgeführten Tätigkeiten hat.

Wer seine Haustür mit dem Smartphone abschließt, hört kein beruhigendes, als absichernd empfundenes Klicken des Schlosses. Auch Datensicherheit spielt eine große Rolle. Dass die Gadgets Daten sammeln und verwerten, ist meistens unverständlich für die Nutzer. Darüber hinaus sind die Anwendungen meist immer online und die Gefahr, dass sie gehackt und abgeschaltet werden demnach immer präsent – das Wissen, dass auch Haustürschlüssel häufig verloren werden, hilft da nicht viel.

Lead 4 Cover 1200X1200
Wie bitte?

Noch nie gab es so viele Möglichkeiten zu kommunizieren. Wie Unternehmen es dennoch schaffen, ihre Botschaft erfolgreich zu vermitteln? Das LEAD Bookazine 4/2018 gibt unter anderem Tipps für den Einsatz von Voice-Skills, UX und Change-Management im Arbeitsleben. So gelingt Kommunikation – ohne Missverständnisse.

Ohne überzeugende User Experience läuft nichts

Ob Schlüssel oder nicht: Sein Zuhause in allen Facetten über ein Interface zu steuern ist nicht mehr nur ferne Zukunftsmusik, sondern bald unser Alltag. Mittlerweile stehen diverse etablierte Funkstandards und APIs zur Verfügung, durch welche sich ein neues Produkt nahtlos in das Ecosystem der Smart Home-Steuerung einbetten kann. Die Rollläden selbst öffnen und schließen? Nicht mehr notwendig. Die Musiklautstärke manuell regeln? Geschenkt. Marken müssen daher Produkte entwickeln, die Menschen unterschiedlichster technischer Expertise und Emotionen gegenüber den Anwendungen gleichermaßen ansprechen und zum Interagieren anregen. Wie in vielen Bereichen sind auch hier Apple, Google, Amazon und Co. bereits dabei, eine vollkommen reibungslose User Experience schaffen zu wollen.

Doch was genau bedeutet "reibungslos"? Im Prinzip, dass die Anwendungen einen gewissen Wohlfühlfaktor bei der Nutzung aufweisen. Und diesen erhält man zum Beispiel, indem man den Nutzern entgegenkommt. Als Gewohnheitstier ist der Mensch das Klicken des Schlosses gewöhnt. Wieso also nicht diesen Punkt beim Design von Smart Living-Produkten berücksichtigen und ein akustisches Signal in der Anwendung integrieren? Auch eine logisch aufgebaute, intuitive Bedienung, mit der User jeden Alters etwas anfangen können, führt schnell ans Ziel. Dieses Erfolgserlebnis vermittelt den Usern ein positives Gefühl. Sie gewinnen nicht nur einen Mehrwert, sondern haben auch Spaß bei der Nutzung. Und dieses Gefühl bleibt bestehen. Die Konsequenz? Sie greifen erneut auf das Produkt zurück. Werden Anwendungen so konzipiert, dass sie nahtlos ineinandergreifen und individuell kombiniert werden können, bekommt der Nutzer das Gefühl, dass sein Alltagsleben dadurch einfacher und komfortabler ist.

Eine persönliche Bindung zu den Produkten schaffen

Support im Alltag allein reicht jedoch nicht aus. Wichtig ist auch eine langfristige, emotionale Bindung zwischen Nutzer und Produkt, in welcher die smarten Gadgets mit positiven Erlebnissen verbunden werden. Gelingen kann das zum Beispiel durch die intelligente Verwendung von Nutzerdaten. Usern muss klar gemacht werden, dass das Speichern ihrer Daten Vorteile für sie birgt. Denn dadurch ist es den Anwendungen möglich, vom Nutzerverhalten zu lernen.

Wenn sie wiederkehrende Muster und Routinen erkennen, daraus lernen und sich daran anpassen, können sie Usern ein personalisiertes Erlebnis bieten. Auch die pragmatische Qualität der Produkte oder Anwendungen darf nicht unterschätzt werden, denn ohne eine reibungslose, praktikable Integration in den Alltag nützt die innovativste Anwendung nichts. All diese Faktoren können Unternehmen dabei helfen, ein erfolgreiches Produkt auf den Markt zu bringen. Doch neben den Vorreitern Apple, Google, Amazon und Co. findet sich genügend weitere Konkurrenz. Unternehmen müssen deshalb ihre Markenpersönlichkeit nutzen, um mit einem starken und nachhaltigen Unterscheidungsmerkmal aufwarten zu können. Denn hinter jedem smarten Produkt steckt ein Charakter. Smart Home-Anwendungen sollten mehr sein als bloße Produkte eines Unternehmens. Sie verkörpern dessen Markenwerte, führen sie weiter und regen den Nutzer zur Interaktion an.

Auch interessant: Mein Kühlschrank belauscht mich! 12 Sicherheitstipps fürs Smart Home

Smart Living funktioniert am besten im Hintergrund

Bei der Gestaltung von Smart Living-Produkten sollten Marken also vor allem eines im Kopf behalten: Das Verhältnis zwischen Effizienz der Anwendung und positivem Erlebnis für den Nutzer bestimmt über Erfolg oder Scheitern. User dürfen nicht hinter dem Produkt hintenanstehen, da sie es sind, die im Fokus stehen – egal, wie beeindruckend und innovativ die neuen Gadgets auch sind. Die Konsequenz? Smart Living-Produkte müssen sich unauffällig in unseren Alltag integrieren – und das am besten nicht erst, wenn das Haus schon steht. Je mehr der Gedanke bereits in frühen Stadien durch Bauträger und Architekten geplant und gelebt wird, desto früher und fundamentaler wird sich Smart Home in unser Leben integrieren und dieses bereichern. Und desto natürlicher kommt Usern der Umgang mit den Anwendungen am Ende vor.

Daniel Wagner ist Co-Gründer und Managing Director Design bei COBE. Die Digitalagentur ist Spezialist für Customer Experience Design, UI/UX Design und Software Entwicklung und kombiniert einen User-Centered Designansatz mit seiner eigens entwickelten UX-Identity-Methode (UXi), die aktuell in Kooperation mit der TH Ingolstadt validiert wird.

Anzeige
Anzeige
Verlagsangebot
Anzeige
Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Alle Stellenangebote