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Smart Home Wohnen Automatisierung

Wenn das Zuhause weiß, wie du tickst

Ein Smart Home soll unsere Lebens- und Wohnqualität verbessern, indem die eigenen vier Wände automatisiert werden. Wie fühlt es sich an, in einem vernetzten Haus zu wohnen? LEAD-Redakteurin Nadia Riaz hat das für eine Nacht ausprobiert.

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Das Smart Home scheint lebendig zu sein. Es zwingt mich, morgens aus dem Bett zu steigen, weil nur dann sich der Wecker ausschaltet. Die Musik aus meiner Playlist läuft, sobald ich das Wohnzimmer betrete. Ich fühle mich wie in der Zukunft, als eine automatisierte siri-ähnliche Roboterstimme mir "eine erholsame Nacht" wünscht, bevor ich mich schlafen lege. Das Haus lernt, dass ich kein grelles Licht, sondern eine gedimmte Beleuchtung möchte, wenn ich nachts ins Bad tappe.

Für einen Tag und eine Nacht wohne ich in einem von Loxones Smart Homes. Das Unternehmen verkauft eine Komplettlösung der vollautomatisierten Haushaltstechnik. Ich möchte herauszufinden, wie intelligent ein vernetztes Haus wirklich ist und welche Vorteile es mir bietet.

Intelligent wohnen - ein Selbstversuch

Das Haus liegt in Kollerschlag, einer kleinen Marktgemeinde in Oberösterreich, knapp 35 Kilometer von Passau entfernt. Von außen betrachtet, wirkt es wie ein ganz normales und luxuriöses Haus.

Die Farbe der Beleuchtung im intelligenten Haus lässt sich beliebig auswählen (Bild: Loxone)

Ich laufe einmal durch das ganze Haus und mir fällt auf: Es ist smart, aber es fehlt etwas.

Sprachassistenten, denen ich etwas befehlen kann, verrückte intelligente Gadgets wie ein sprechender Spiegel, selbst-auffüllbarer Kühlschrank, eine Toilette, die sich selbst putzt oder andere kuriose Geräte - das alles finde ich hier nicht.

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Stattdessen hängt hier in jedem Zimmer ein schwarzes, viereckiges Touchpad, über dem ich die Beleuchtung, Beschattung und die Musikanlage einstellen kann. In der Küche ist das Touchpad in die Kochinsel integriert. Je öfter ich herumklicke und ausprobiere, verstehe ich, wie die Technik funktioniert. Eine Anleitung gibt es aber auch:

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    (Bilder: Riaz)
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Eine der Funktionen von Loxone ist die smarte Beleuchtung. Egal, in welches Zimmer ich laufe, schaltet sich das Licht automatisch ein. Es geht aus, wenn ich es verlasse. Die Lichtstimmungen mit den unterschiedlichen Farben lassen sich beliebig einstellen. Mit dem Licht ertönt gleichzeitig Musik im Hintergrund. Hier kann man einstellen, ob eigene Playlists oder Radio-Hits laufen sollen.

Das alles habe ich natürlich ausprobiert:

  • C Loxone Showhome Lightscene 02
    (Bilder: Loxone)
  • C Loxone Showhome Lightscene 01
    (Bilder: Loxone)
  • C Loxone Showhome Lightscene 03
    (Bilder: Loxone)
  • C Loxone Showhome Wohnbereich Orange
    (Bilder: Loxone)

Ich stelle mir die Frage: Braucht es das unbedingt? Die Antwort darauf lautet wahrscheinlich "Nein". Gehört aber eben zu einem Smart Home. Es ist praktisch, finde ich, wenn das Licht sich automatisch einschaltet. Ich brauche weder nach dem Lichtschalter suchen noch muss ich Alexa oder Siri etwas befehlen.

Im Gespräch mit Rüdiger Keinberger, CEO von Loxone, erfahre ich, dass das Unternehmen auf die Grundausstattung eines Smart Homes setzt und nicht auf einzelne intelligente Geräte. "Smart Home bedeutet für Loxone, wenn das Haus die Bedienung für uns übernimmt und nicht wir das Haus bedienen müssen", sagt Keinberger. "Das intelligente Haus macht genau das, was vor einigen Generationen nur den Wohlhabenden vorbehalten war, die von Butlern alles erledigt bekommen haben, die vor einem hergingen und schon alles so hergerichtet haben, wie wir es gewollt hatten."

Ich gebe zu: Ein bisschen enttäuscht bin ich trotzdem. Zu meiner Vorstellung gehören auch smarte Haushaltsgeräte in einem Smart Home. Ich erfahre aber, dass sich diese leicht in die intelligente Haushaltstechnik von Loxone integrieren und individuell programmieren lassen. Das gilt auch für Sprachassistenten.

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Ein smartes Haus der Zukunft setzt auf Nachhaltigkeit

Ich beginne zu begreifen, dass ein Smart Haus nicht in erster Linie "Spaß machen" muss. Viel wichtiger ist es, dass das vernetzte Zuhause fit für die Zukunft ist - mit all ihren Herausforderungen.

Ein wichtiges Thema: Nachhaltigkeit. "In vielen Haushalten werden die Temperaturen konstant gehalten, ganz gleich ob die Bewohner im Haus sind oder nicht", sagt Keinberger. "Das ist Energieverschwendung. Das Smart Home sorgt dafür, dass ich zur richtigen Zeit, die richtige Temperatur und das richtige Licht habe." Das Haus betreibt Energiemanagement und hat den Energiespargedanken im Blick, indem alle Gewerke von Beschattung bis Licht zusammenspielen.

Zusätzlich wird - immer wenn es möglich ist - die Sonnenenergie genutzt, um die Räume auf die gewollte Temperatur zu bringen. Zu dem Zeitpunkt meines Probewohnens ist es Winter und es schneit - das ist dem Haus bewusst und es deaktiviert die Beschattung. Im Sommer bleiben die Jalousien zum Schutz vor Überhitzung unten. Der Zweck ist es, die Räume nicht unnötig zu heizen und damit Heizkosten zu sparen.

Ich finde in der App einen Standby Killer, der nicht genutzte Geräte im Haus und Stromfresser vom Netz nimmt - zum Beispiel wenn ich ohnehin schlafe oder in der Arbeit bin.

Außerdem habe ich im intelligenten Haus die Möglichkeit, selbst Strom mit der Photovoltaikanlage zu produzieren und ihn zu nutzen - zum Beispiel, um Wäsche zu waschen. Die App zeigt mir an, wann Solarstrom zur Verfügung steht.

Es gibt auch eine Energietaste, die ich ausprobiere. Mit einem Doppelklick auf dem Touchpad schaltet sich der ganze Raum aus: Licht, Musik, Saunaofen. Mit einem Dreifach-Klick versetze ich das ganze Haus in den Tiefschlaf beziehungsweise Abwesenheitsmodus. Die ganze Beleuchtung im Haus, Musik, Geräte gehen aus. Die Heizung senkt sich ab. Alle Statisken zu meinem eigenen Energiemanagement sehe ich in der App. Ganz schön smart.

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Im Smart Home kann man eigenes Energiemanagement betreiben (Bild: Loxone)

Das Smart Home und ich werden eins

Je länger ich mich hier in diesem Haus aufhalte, desto vertrauter werde ich mit der Technik. Ich erschrecke mich nicht mehr, wenn die Musik viel zu laut und plötzlich anfängt zu dröhnen, sobald ich das Zimmer wechsle. Ich weiß jetzt, wie ich die Lautstärke in der App einstelle. Ich kann gemütlich vor dem Fernseher sitzen und den Kamin per Fernsteuerung einschalten. Es gibt sogar eine smarte Sauna im Haus. Der Ofen, das Licht, eine sanfte Musik - das alles lässt sich einstellen, bevor man überhaupt den Wellness-Bereich betritt.

Ich drücke alle Knöpfe, um alles auszuprobieren. Ja, selbst ohne smarte Gadgets, macht es langsam Spaß hier.

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Der Wellnessbereich von Loxone (Bild: Loxone)

Alexa, Siri und Co. eher unerwünscht

Was passiert eigentlich mit meinen Daten im Smart Home? Mit der immer voranschreitenden Digitalisierung in allen Bereichen - in diesem Fall im Lebensbereich "Wohnen", sind gleichzeitig auch die Daten gefährdet. Dass Alexa, Siri, Cortana und alle anderen Sprachassistenten nicht im Smart Home von Loxone zu finden sind, hat einen Vorteil: Die Privatsphäre ist geschützt.

"Wir sammeln überhaupt keine Daten. Wir ziehen unsere Daseinsberechtigung daraus, dass unser Smart Home als geschlossenes System funktioniert. Die Daten unserer Kunden liegen auf dem Miniserver und verlassen deren Haus nicht", erklärt Keinberger. "Wenn jemand Alexa und Co. in das Smart Home integrieren möchte – gerne. Das lässt sich mit der Loxone-Technik problemlos programmieren. Man muss sich aber bewusst sein, dass man sich damit einen Spion ins Haus holt.“

Ein Fan von Sprachassistenten ist Loxone also nicht. An manchen Stellen wären sie tatsächlich praktischer - vor allem, wenn man mit der Klick-Technik am Touchpad noch nicht so vertraut ist. Jeder, der sowieso schon einen digitalen Assistenten im Wohnzimmer stehen hat, würde ihn also in so einem datenschutzgerechten Haus sicher vermissen.

Da ich persönlich sonst umgeben bin von Datenkraken wie Facebook, Google, Huawei, muss ich sagen: Es fühlt sich großartig an, zu wissen, dass wenigstens das Smart Home meine Privatsphäre schützt und hier nicht zusätzlich Daten auf unbekannte Server oder Clouds gespeichert werden. Hacker haben hier fast keine Chance - außer, sie kommen höchstpersönlich ins Haus und stehlen den Miniserver.

Wenn das Haus so tut, als wäre jemand anwesend...

Ich kann mir vorstellen, dass es bei dem einen oder anderen Nachbarn für Verwirrung sorgt, wenn im Haus plötzlich Lichter angehen - obwohl die Bewohner selbst doch Bescheid gegeben haben, dass sie in den Urlaub fahren. Ein sinnvolles Feature der Komplettlösung von Loxone ist die Anwesenheitssimulation. Diese soll Einbrecher fernhalten, wenn man mal länger aus dem Haus ist.

Sollte dennoch ein Einbrecher es wagen, ins Haus zu kommen, geht die schrille Alarmanlage los. Ich lasse es mir natürlich nicht nehmen und probiere sie aus. Mit ein paar Handgriffen am Touchpad täusche ich vor, das Haus zu verlassen und schalte vorher noch die Alarmanlage ein. Dann öffne ich die Balkontür im Wohnzimmer.

Das Haus registriert: Ein Eindringling hat sich Zugang zum Haus verschafft. Die Lichter fangen an, verrückt zu spielen. Der Lärm ist unerträglich. Ich habe Angst, dass die Nachbarn aus ihren Häusern kommen und schalte den Alarm schnell wieder aus. In der Loxone-App ploppt sofort eine Benachrichtigung auf und informiert mich, dass jemand eingebrochen ist. Auch wenn das ich es selbst bin, klopft mein Herz ganz schön. Dieses verrückte Haus.

Von dieser intelligenten Alarmsicherung ist auch die Polizei überzeugt. Das Bundeskriminalamt wandte sich bereits an Loxone, um zuletzt 20 Polizeibeamten die Smart-Home-Technik vertraut zu machen. Bei der Schulung ging es vor allem um Sicherheitsthemen und Einbruchsprävention mittels Anwesenheitssimulation und Zutrittslösungen wie Video-Gegensprechanlagen und Alarmfunktionen.

Übrigens: Mehr als 85.000 Smart Home Projekte realisierte Loxone schon weltweit. Jeder, der sich dafür interessiert, kann in einem der Vorzeige-Smart-Homes kostenlos eine Tour buchen. Loxone hat mehrere Standorte.

So eine Haushaltstechnik kommt natürlich auf ihre Kosten. Aktuell kostet das Starter-Paket von Loxone rund 3400 Euro. Eine Übersicht auf alle Preise gibt es hier.

Wie smart wird die Nacht und der Morgen?

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Mein Schlafzimmer im Smart Home sah so aus (Bild: Loxone)

Vor lauter Knöpfe-Drücken, bin ich müde. Ich lege mich mit dem iPad ins Bett, nur um noch mehr Knöpfe zu drücken. Natürlich möchte ich wissen, was das Smart Home in der Nacht zu bieten hat.

Das Licht kann ich dimmen. Mit dem Nachtmodus gebe ich meinem intelligenten Butler Bescheid, dass ich jetzt schlafen möchte. "Wir wünschen eine erholsame Nacht", ertönt eine Stimme. Sie ist so laut, dass ich nur hoffen kann, dass das Haus mich nicht mit der gleichen Roboter-Stimme am nächsten Morgen weckt.

Ich hatte Glück. Mein Langschläfer- und Morgenmuffel-Herz ist erleichtert. Der Wecker im Smart Home gibt nicht nur Geräusche von sich, sondern weckt hauptsächlich mit den automatisch hochfahrenden Jalousien und einem gedimmten Licht. Am liebsten würde ich hier sofort einziehen.

Ich denke nicht einmal daran, die Snooze-Taste auszuprobieren.

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