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Smarte Haushaltsgeräte, vernetzte Autos oder Telemedizin: Die Deutschen sind noch skeptisch gegenüber neuen Technologien (Bild: Getty Images)
Smarthome Gesundheit Digitalisierung

Smart Home und E-Health: Viel Skepsis unter den Deutschen

Smarte Haushaltsgeräte, vernetztes Auto oder Telemedizin: Bisher haben die Deutschen noch wenig Erfahrungen mit Smart-Home- oder E-Health-Anwendungen. Das geht aus dem "D21-Digital-Index 2018/2019" hervor. Die Ergebnisse im Überblick.

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Die Heizung, Musikanlage, Lampe oder der Kühlschrank und Rasenmäher -Smart-Home- und E-Health-Anwendungen sind längst im Alltag vieler Menschen weltweit angekommen. Über Smartphones und Tablets lassen sich viele Haushaltsgeräte vernetzen.

Auch im medizinischen Bereich hält die Digitalisierung Einzug und führt beispielsweise durch die zentrale Speicherung von Patientendaten, Diagnosen per Videokonferenz oder Unterstützung von Assistenzrobotern bei Operationen zu massiven Veränderungen der medizinischen Praxis.

In Deutschland ist die Skepsis gegenüber den neuen Technologien noch groß. Je jünger die Bürger, desto offener sind sie. Nur eine Minderheit hat schon einmal persönlich Home- beziehungsweise E-Health-Anwendungen genutzt. Umso mehr ist die Haltung gegenüber diesen Technologien von Emotionen und den persönlichen Einstellungen (sowohl Neugier als auch Vorbehalten geprägt, beeinflusst durch sekundäre Erfahrungsberichte oder die öffentliche Debatte.

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(Grafik: D21 Digital Index 2018/ 2019, eine Studie der Initiative D21, Kantar TNS)

Die meisten Erfahrungen haben Deutsche laut der Studie im Bereich digitale Gesundheitsanwendungen. 12 Prozent gab an, schon einmal Schrittzähler, Apps zur Messung der Herzfrequenz, einem Blutdruck- oder Schlafüberwacher et cetera genutzt zu haben.

Weitere 27 Prozent sind offen dafür, diese zu nutzen. Gerade bei der jüngeren und der bildungsstarken Bevölkerung ist der Anteil der potenziellen Nutzer besonders hoch.

Zwischen 35 und 39 Prozent der Bevölkerung sind Haushaltsrobotern sowie steuerbaren Anlagen zu Hause (Kamera, Heizung, Licht, Schlösser) gegenüber offen. Eine medizinische Ferndiagnose oder -therapie durch einen Arzt von einem anderen Ort aus (Telemedizin) oder ein mit dem Internet verbundenes Auto (Connected Car) zu nutzen, kann sich jedoch nur noch jeder Vierte vorstellen.

Hauptgrund für die Nichtnutzung ist der mangelnde Nutzen aus Sicht der Befragten, dieser vermittelt sich vermutlich erst bei einer tatsächlichen Erfahrung. Mehr als ein Drittel der Bürger und Bürgerinnen hegt aber auch Datenschutzbedenken gegenüber diesen Technologien und für genauso viele sind diese Anwendungen zu teuer – letzteres vor allem für Jüngere.

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(Grafik: D21 Digital Index 2018/ 2019, eine Studie der Initiative D21, Kantar TNS)

Menschen mit Bürojob sind am ehesten aufgeschlossen

Eine (potenzielle) Nutzung von Connected Car oder Telemedizin können sich lediglich 25 beziehungsweise 28 Prozent der Deutschen vorstellen. Je jünger die Befragten, desto aufgeschlossener sind sie gegenüber einem vernetzten Auto, bei der Telemedizin hingegen ist die Zustimmung der Altersgruppen diverser verteilt. Am stärksten wirkt sich jedoch das berufliche Umfeld aus: Wer einen Bürojob hat, kann sich viel eher ein mit dem Internet verbundenes Auto oder eine Ferndiagnose vorstellen als die Gesamtbevölkerung. Bereits die Berufstätigkeit an sich führt zu einer überdurchschnittlichen Aufgeschlossenheit bei diesen Themen. Personen ohne berufliche Tätigkeit hingegen haben hier weniger Erfahrungen und stehen beiden Technologien deutlich ablehnender gegenüber.

Interessant ist, dass sowohl Connected Car als auch die Telemedizin in Großstädten tendenziell etwas besser angenommen werden als auf dem Land. Obwohl die ländliche Bevölkerung beispielsweise von einer technologiegestützten ärztlichen Betreuung von einem anderen Ort aus mehr profitieren könnte, gibt es hier, aber auch in den kleineren Ballungsgebieten, weniger (potenzielle) Nutzer als in den Großstädten.

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(Grafik: D21 Digital Index 2018/ 2019, eine Studie der Initiative D21, Kantar TNS)

Kein eindeutiges Stimmungsbild bei digitalen Gesundheitsanwendungen

Bezüglich der grundsätzlichen Einstellung der Menschen gegenüber dem Einsatz digitaler Technologien im medizinischen Bereich existiert in Deutschland laut dem D21 Digital Index noch kein gefestigtes Meinungsbild, keine der Überzeugungen überwiegt im Moment. Annähernd gleich viele Menschen stehen dem Einsatz von Robotern bei Operationen beziehungsweise digitalen Gesundheitsanwendungen positiv wie negativ gegenüber.

Auch die zentrale Speicherung persönlicher Gesundheitsdaten mit Zugang für Ärzte empfinden jeweils rund ein Drittel eher positiv beziehungsweise negativ, ein weiteres Drittel ist noch unentschieden. Für die Menschen mit neutraler Einstellung überwiegen weder Ängste noch Vorbehalte, aber sie können auch keinen konkreten Nutzen in diesen Anwendungen erkennen. Am größten ist die Aufgeschlossenheit bei Menschen zwischen 20 und 30 Jahren sowie in gehobenen Bildungsschichten.

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(Grafik: D21 Digital Index 2018/ 2019, eine Studie der Initiative D21, Kantar TNS)

Mehr Befürworter als Ablehner digitaler Implantate

Die Einstellung gegenüber aktuellen und denkbaren digitalen Errungenschaften zeigt sich auch darin, wie wohl sich die Menschen bei der Vorstellung fühlen, selbst mit den jeweiligen Technologien in Berührung zu kommen. Die höchsten "Wohlfühlwerte" erhalten Implantate zur Überwachung und medikamentösen Steuerung von Krankheiten.

Im Bedarfsfall können sich das 41 Prozent vorstellen, nur ein Viertel fühlt sich damit eher unwohl. Altersabhängig existieren hier kaum Unterschiede, hingegen steigt die Zustimmung mit höherem Bildungsniveau. Jeder Vierte kann sich zudem gut mit einem smarten Sicherheitssystem anfreunden, das automatisch Störungen (zum Beispiel im Haus) meldet.

21 Prozent der Bevölkerung gefällt die Vorstellung vernetzter Geräte zu Hause, die sie per Smartphone steuern können. Mit beiden Anwendungen fühlen sich jedoch mehr Menschen unwohl als wohl. Digitale Assistenten zu Hause oder Assistenzroboter in der Pflege erzeugen nur bei jedem Zehnten positive Assoziationen, mehr als die Hälfte fühlt sich damit unwohl. Das größte Unbehagen bereiten den Menschen autonome Fahrzeuge, 69 Prozent fühlen sich bei dieser Vorstellung unwohl – ab einem Alter von 50 Jahren sind es sogar drei Viertel. Hier und bei digitalen Assistenten zu Hause nimmt das Unwohlsein im Vergleich zum Vorjahr sogar zu.

Nur eine Minderheit sieht negative gesundheitliche Folgen der Digitalisierung

Die Menschen in Deutschland sehen mehr positive Begleiterscheinungen der Digitalisierung bezogen auf ihre eigene Gesundheit als körperliche oder psychische Nachteile. Das gilt auch für die Zukunft, hier werden sogar noch stärkere positive Effekte erwartet. Selbst gesamtgesellschaftlich gilt diese Aussage, wenn auch in geringerem Maße. Für die Gesellschaft insgesamt werden demnach mehr momentane und künftige Risiken gesehen als für die eigene Person.

Die Mehrheit ist jedoch indifferent, was die Folgen der Digitalisierung betrifft. Sie sieht größtenteils gar keine Auswirkungen auf die eigene Gesundheit – oder positive wie negative in gleichem Maße. Abgeschwächt gilt diese Einschätzung auch wiederum für die Gesellschaft als Ganzes. Für die Zukunft sind die Deutschen optimistisch: In den kommenden 15 Jahren erwarten sie mehr positive Effekte auf ihr eigenes gesundheitliches Wohlergehen und auf die Gesundheit der Gesellschaft, als sie gegenwärtig sehen.

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