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Das Programmieren wird in Zukunft mit Lesen, Schreiben und Rechnen die wichtigste Kulturtechnik sein, die Menschen beherrschen sollten (Bild: AdobeStock)
Schule Digitalisierung E-Learning

Schule 2.0: Die Lernmethoden der Zukunft

Die Digitalisierung an deutschen Schulen lässt noch auf sich warten: Dazu ist vor allem ein Kulturwandel in den Kultusministerien und den Lehrerzimmern nötig, findet GoStudent-Gründer Felix Ohswald.

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Wenn wir heute in die Klassenzimmer schauen, scheint es, als ob vielerorts die Zeit stehen geblieben ist. Die Kinder schreiben von einer mattgrünen Tafel die mit Kreide aufgetragenen Notizen des Lehrers ab. Das modernste technische Gerät ist vielerorts der Beamer und das Fernsehgerät auf dem Rollwagen.

Das Bild, das der Branchenverband BitKom im Frühjahr diesen Jahres vom Umfang der technischen Ausstattung an deutschen Schulen zeichnete, zeigt vor allem einen Mangel an nahezu allen Geräten. Und neben der fehlenden Hardware ist es auch die fehlende Affinität zu digitalen Themen bei Lehrern und Eltern, die die dringend benötigte "Digitale Schule" verhindern. Impulse für eine Digitalisierung kommen daher eher von außerhalb der Schulen und der Politik: junge, innovative Firmen, die Technik und Lernen verbinden - sogenannte EduTechs.

Umfassende digitale Lehrerausbildung

Um die Digitalisierung der Schulen voranzutreiben, brauchen wir einen Kulturwandel in den Kultusministerien und den Lehrerzimmern. Noch immer tauchen digitale Kompetenzen und vernetzte Lernmethoden höchstens am Rande im Lehramtsstudium auf. Und auch regelmäßige Weiterbildungen für bereits praktizierende Lehrer sind nicht so zahlreich, wie es nötig wäre und in der heutigen Zeit sein sollte.

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Für eine umfassende Digitalisierung der Schule muss aber auch einmal das Primat der Lehrerausbildung in den Blick genommen werden. Heutzutage ist unser Alltag geprägt von einem hohen Grad an Spezialisierung und fachlicher Expertise. Nur in unseren Schulen setzen wir weiter auf standardisiert ausgebildete Generalisten. Gerade die fortschreitende Digitalisierung sollte aber Anlass sein, Quereinsteigern aus Wissenschaft und Wirtschaft die Möglichkeit zu geben, an den Schulen zu unterrichten, mit entsprechender pädagogischer Schulung selbstverständlich.

Aber auch vonseiten vieler Eltern gibt es nicht selten Vorbehalte gegen den Einsatz von Tablets, Smartphones und Co. im Unterricht. Allzu oft werden die digitalen Geräte als reine Unterhaltungsmaschinen gesehen und die Angst vor einer scheinbaren digitalen Abstumpfung beschworen.Beide Überzeugungen erschweren einen sachlichen und zukunftsgewandten Umgang mit dem Thema digitale Bildung. Denn auch Spiele und Zerstreuung können sehr positive Wirkungen auf das Lernen haben, wie vermehrt festgestellt wird.

Mehr zum Thema: Kreide und Schultafel statt Computer im Silicon Valley

EduTechs: Dezentrale und individuelle Lernbetreuung

Da die Digitalisierung an deutschen Schulen noch auf sich warten lässt, muss für digitale Lerninhalte und Angebote auf nicht-staatliche Vorbilder zurückgegriffen werden. Wer einen Blick auf die Möglichkeiten der digitalen Bildung werfen möchte, der kann aus vielen verschiedenen Applikationen und Websites wählen.

EduTechs gibt es in den verschiedensten Bereichen und für die unterschiedlichsten Anwendungen. Einen Aspekt zeigen sie jedoch immer wieder auf: Die Chancen, die im digitalen Lernen und Tutoring liegen. So sind nämlich kleine Gruppenkurse und regelmäßige persönliche Gespräche ortsunabhängig unter vier Augen mit dem eigenen Tutor möglich.

Hier wird gezeigt, eine dezentrale und zugleich hoch individuelle Lernbetreuung ist möglich, wenn die Digitalisierung der Bildung zu Ende gedacht wird. Über das Internet miteinander verbunden, können Lehrer und Schüler aus der ganzen Welt verknüpft werden. Den NASA Raketentechniker ins Klassenzimmer zu beamen, könnte unseren Kindern möglich gemacht werden.

Beispiele aus dem EduTech-Bereich zeigen, wie Lerninhalte viel unmittelbarer und personalisierter vermittelt werden können. Aber auch eine andere Angelegenheit lösen die Startups aus dem Bildungsbereich, nämlich das Problem veralteter Lerninhalte. Denn Bildungsinhalte in digitaler Form können quasi in Echtzeit aktuell gehalten werden. Das Problem längst überholter Lehrbücher kennen die Startups jedenfalls nicht. Und auch die Distribution der Lehrmaterialen kann zu einem Bruchteil der Kosten erfolgen, vorbei wären die Zeiten schlecht abgelichteter Buchkopien und Arbeitsblätter.

EduTechs zeigen aber nicht nur die Möglichkeiten mithilfe moderner Infrastruktur Lernende und Lehrende zu verknüpfen und Zeit und Raum für Bildung unerheblich zu machen, sie zeigen auch, welche Inhalte unsere Kinder lernen sollten. Das Programmieren oder auch Coden genannt, wird in Zukunft mit Lesen, Schreiben und Rechnen die wichtigste Kulturtechnik sein, die Menschen beherrschen sollten.

Darum gibt es bereits einige EduTechs, die kostenfreie oder bezahlte Kurse hierfür anbieten - online und jederzeit verfügbar. Allein in der Schule finden sich diese Inhalte nicht. Schon heute begegnen wir aber in unserem Alltag ununterbrochen Maschinen und Programmen, die unser Leben prägen. Ein grundlegendes Verständnis von Informatik und Coding sollte nicht nur Nerds vorbehalten sein, sondern Eingang in den Lehrplan unserer Schulen finden.

Mehr zum Thema: Diese Start-ups gestalten die Schule von morgen

Eltern und Lehrer müssen den Kulturwandel verinnerlichen

Die Digitalisierung der Bildung muss also von mehreren Seiten angegangen werden: Zum einen in der Art und Weise wie Lehrer ausgebildet, weitergebildet und eingesetzt werden und andererseits muss auch die Technik an den Schulen Schritt halten und endlich zukunftsfähig sein.

Eltern und Lehrer müssen aber auch den Kulturwandel verinnerlichen, den die Digitalisierung mit sich bringt. Bildung wird nicht mehr nur im Schulgebäude stattfinden, sondern zeitlich und räumlich flexibler werden. Und die Fähigkeit Programmieren zu können, wird den Kindern nicht nur neue berufliche Chancen eröffnen, sondern auch Teilhabe an einer Gesellschaft ermöglichen, die mit der Digitalisierung schon viel weiter ist, als die Schule.

Mehr zum Thema: Ist Deutschland bereit für die Digitalisierung der Schulen?

Felix Ohswald ist Co-Founder und CEO der digitalen Nachhilfeplattform GoStudent. Das Startup hat der 23-jährige Wiener im Januar 2016 gemeinsam mit Gregor Müller (COO & CO-Founder), Stephen Horvath (CTO) und seinem jüngeren Bruder Moritz Ohswald (Community Manager) gegründet.

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E-Learning verspricht Weiterbildung nach dem Netflix-Prinzip – kleine Snacks, ortsunabhängig konsumierbar, individuell angepasst. Um mit der Digitalisierung Schritt zu halten, braucht es Mitarbeiter mit neuen Kompetenzen. Egal, ob die Unternehmen ihre Belegschaft schulen oder die Mitarbeiter selbst aktiv werden, um ihren Marktwert zu steigern. Jetzt weiterlesen im aktuellen LEAD Bookazine 3/2019.

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