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Tracking
Nutzer im Visier der Website-Betreiber: Im Netz bleibt (fast) nichts verborgen (Foto: 123rf.de)
Tracking Datenschutz Privatsphäre

Schluss mit dem Neugier-Netz! Zehn Tipps gegen Tracking

Durch Tracking bleibt kaum eine Bewegung im Netz unbeobachtet. Und kaum ein Internetnutzer ahnt auch nur ansatzweise, wie gläsern er tatsächlich ist. LEAD verrät, wie die Rundum-Überwachung funktioniert, und wie man sich dagegen wehren kann.

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Das ist Tracking

Die deutsche Übersetzung "Verfolgung" trifft es genau auf den Punkt. Nicht nur die großen Datenfallen wie Google oder Facebook verfolgen die Spuren ihrer Nutzer quer durchs Netz. Das Ausspähen ist beim Großteil der Websites zum Standard geworden. Laut einer Studie von Ghostery, das Datenschutz-Software anbietet, tracken weltweit 79 Prozent der Internetseiten die Daten ihrer Nutzer – und das über mehrere Websites hinweg. Sie zeichnen also auf, auf welchen Seiten ihre Besucher zuvor waren, für was sie sich interessieren, welche Hardware sie verwenden, wo sie nach dem Besuch weitersurfen – und vieles mehr.

Laut Apple "zeigen Tests, dass einige populäre Internetseiten bis zu 70 Tracker einsetzen". Wie groß das Spinnennetz ist, das die Seitenbetreiber ausgeworfen haben, zeigt eine Zusatzsoftware wie das Firefox-Add-on Lightbeam. Es stellt grafisch alle Verbindungen dar, die Websites nach außen aufbauen, einschließlich Tracking. Schon nach dem Besuch weniger Seiten ergeben sich gewaltige Netze – mit dem Besucher mittendrin.

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Lightbeam
Nur sechs Seiten besucht – und schon hat der Nutzer auf zahllosen Servern im Netz seine Spuren hinterlassen (Foto: Lightbeam)

So funktioniert Tracking

Grundsätzlich gibt es drei Methoden zur Überwachung – Cookies, Pixelbilder und die sogenannten Fingerabdrücke.

  • Cookies ("Krümel") sind die bekannten kleinen Textdateien, in die Seitenbetreiber Informationen schreiben, die sie später wieder aufrufen können – und anhand derer sie ihre Besucher identifizieren. Auf diese Weise kann zum Beispiel Amazon eine Startseite anzeigen, die genau auf die Interessen und die letzten Einkäufe eines Kunden zugeschnitten ist.
  • Pixelbilder, die sogenannten Beacons, sind winzig kleine Bilddateien, die unsichtbar sind, vom Browser aber trotzdem aufgerufen werden. Auch sie verraten Seitenbetreibern, wer welche Inhalte aufgerufen hat.
  • Fingerprinting ist die komplexeste und ausgefeilteste Methode. Hier wird quasi der digitale Fingerabdruck eines Besuchers genommen – sein Computer, sein Bildschirm, seine Software, sein Browser, seine Apps, seine installierten Schriften und vieles mehr.

In der Kombination sind diese Informationen so unterschiedlich, dass es das exakt gleiche Gerät weltweit praktisch nur einmal gibt.

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​So gefährlich ist Tracking​

Selbst Internetnutzer, die auf Datenschutz Wert legen und soziale Medien wie Facebook oder Instagram gar nicht oder nur zurückhaltend nutzen, geben damit unfreiwillig ihr gesamtes Onlineverhalten preis – und damit zahlreiche Informationen über sich und ihr Leben. Ihre Daten werden in aller Regel zu Werbezwecken verkauft. Sie können aber auch bei Versicherungen, Krankenkassen oder bei Firmen landen, die über Kreditvergaben entscheiden – mit allen negativen Konsequenzen.

Die Nutzer verlieren so die Kontrolle über die Daten, die über sie im Internet kursieren. Sie werden durch maßgeschneiderte Werbung womöglich zu Käufen verleitet, die sie gar nicht tätigen wollten. Und beim weit verbreiteten Datendiebstahl können die Daten in die Hände von Kriminellen geraten, und beispielsweise für Erpressung missbraucht werden. Kehrseite: Natürlich sind Websitebetreiber durch Tracking auch in der Lage, ihre Angebote noch besser auf die Interessen der Nutzer zuzuschneidern.

10 Tipps gegen Tracking

Der richtige Browser​​

Firefox Klar
Firefox Klar – die neue Version für mehr Privatsphäre auf dem Smartphone (Foto: Mozilla)

Im herstellerunabhängigen Firefox und in Apples Safari, das es auch für den PC gibt, sind mittlerweile zahlreiche Maßnahmen gegen Tracking eingebaut. In der neuesten Firefox-Version 63 werden Tracker kategorisch geblockt, die das Laden von Seiten verlangsamen. Im für 2019 angekündigten Firefox 65 soll das Tracken über mehrere Websites hinweg dann komplett unterbunden werden.

Es lohnt sich also, mit einem Browser zu surfen, der die eigenen Daten besser schützt – auch auf dem Smartphone, für das der Firefox in der für Datenschutz optimierten Version "Firefox klar" für iOS und Android ebenfalls verfügbar ist. Das lohnt sich nicht nur in Sachen Datenschutz. Denn Tracking macht Internetseiten durchschnittlich um ein Viertel langsamer und belastet den Akku. 42 Prozent der Internetnutzer in Deutschland verwenden allerdings nach wie vor den Chrome-Browser von Google – das naturgemäß kein Interesse daran hat, Tracking zu reduzieren.

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Browser-Plugins einsetzen


Es gibt zahlreiche Browser-Erweiterungen ("Plugins"), die Tracking unterbinden. Dazu gehören beispielsweise DoNotTrackMe für den Firefox oder Ghostery, das mit allen gängigen Browsern funktioniert. Ghostery gibt es auch als eigenständigen Browser für iOS und Android.

Den Browser richtig einstellen

Chrome
Auch Googles Chrome-Browser bietet, gut versteckt, einige wichtige Datenschutz-Einstellungen (Foto: Google)

Jeder Browser, egal ob Desktop oder Mobil, bietet Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre – die von den Herstellern aber oft nicht standardmäßig aktiviert sind. Es lohnt sich, die Einstellungen im Menü zu seinen eigenen Gunsten zu verschärfen. Selbst Google versteckt im Chrome-Browser unter "Erweitert" solche Optionen. Dazu gehört, dass beim Aufrufen von Seiten die Aufforderung "Bitte nicht tracken" mitgeschickt wird.

Diese herstellerübergreifende Möglichkeit gibt es in den meisten Browsern, allerdings sind die Betreiber bisher nicht verpflichtet, die Aufforderung zu beachten. Viele Seiten wie beispielsweise Twitter und Pinterest halten sich aber daran.

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Ein privates Browserfenster öffnen

Das Nutzen des "Inkognitofensters" (Chrome) oder des "Privaten Fensters" (Firefox, Safari) verhindert Tracking zwar nicht komplett, sorgt aber zumindest für etwas mehr Privatsphäre. Beispielsweise neue Cookies werden nach dem Schließen des Fensters gleich wieder gelöscht, andere Daten werden gar nicht erst übertragen. Das Surfen in diesem Modus ist also zumindest ein kleiner, einfacher Schritt hin zu mehr Datenschutz.

Mehrere Browser verwenden

Wer verhindern will, dass die großen Datensammler wie Facebook und Google zu viel von der eigenen Internetnutzung mitbekommen, sollte sowohl mobil als auch am Schreibtisch mehrere verschiedene Browser nutzen. Also zum Beispiel Firefox für Google und soziale Netze, und Safari fürs restliche Internet. Gerade für Android-Nutzer ist zudem Opera Touch eine schnelle, sichere und exzellent bedienbare Alternative zum Standard-Browser Chrome.

Einstellungen auf den Seiten ändern

Google
Ganz neu bei Google: Datenschutz-Link direkt unter der Suchmaske (Foto: Google)

Sowohl Facebook als auch Google bieten zahlreiche Optionen, um die eigene Privatsphäre besser zu schützen, und das Anzeigen von personalisierter Werbung zu reduzieren. Es lohnt sich (ebenso wie auf vielen anderen Websites), sich die Zeit zu nehmen und hier die Regeln zu verschärfen. Google ermöglicht ab sofort sogar schon direkt unter seiner Suchmaske mit dem Link "Bestimmen Sie, wie die Google-Suche für Sie funktioniert" das Datensammeln etwas einzuschränken.

VPN nutzen

Wer über ein VPN, also über ein virtuelles privates Netzwerk surft, verschleiert seine Identität, beispielsweise den aktuellen Standort seines Rechners oder seines Smartphones. So erhalten die Anbieter deutlich weniger Informationen. VPN-Programme und Apps wie Cyberghost oder ExpressVPN gibt es für alle Plattformen von iOS bis Android, von PC bis Mac.

Einige Apps sind kostenlos, doch zuverlässig lassen sich solche Server nur mit einem bezahlten Abo betreiben, das meist zwischen fünf und zehn Euro im Monat kostet. Nutzer sollten die VPN-Apps bekannter Firmen verwenden, und unbekannte Gratis-Anbieter meiden. Denn theoretisch kann nun der Betreiber des VPN-Servers auf die Daten zugreifen, auch er sollte deshalb vertrauenswürdig sein.

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DNS-Server wechseln

Um die IP-Nummern von Internetservern in URL-Adressen zu übersetzen, kommt das Domain Name System (DNS) zum Einsatz. Das passiert im Hintergrund und wird vom Nutzer gar nicht bemerkt. Dabei ist es möglich, den Standard-Nameserver seines Providers durch einen anderen Nameserver zu ersetzen – zum Beispiel durch das neue kostenlose Non-Profit-Netzwerk Quad9, das "Sicherheit und Privatsphäre mit wenigen Schritten" verspricht. Auch das Surfen mit Quad9 ist keine umfassende Sicherheitslösung – aber ein weiterer Baustein auf dem Weg zu mehr Privatsphäre.

Eine Komplettlösung verwenden

Disconnect
Disconnect ist eine umfassende Privatsphäre-Lösung für mobile Geräte und den Desktop (Foto: Disconnect)

Die New York Times hat Disconnect 2016, 2017 und 2018 zum besten Tool für die Sicherung der Privatsphäre gekürt. Mit Werkzeugen gegen Tracking, mit Verschlüsselung und VPN ist Disconnect ein komplettes Sicherheitssystem für alle Mobil- und Desktop-Plattformen.

Der kalifornische Betreiber wirbt mit 50 Millionen Nutzern und mit dem Slogan "Gewinnen Sie Ihre Privatsphäre zurück, befreien Sie sich von Tracking, und genießen Sie ein schnelleres, sichereres Internet". Je nach gebuchtem Paket ist die Nutzung teilweise kostenlos, Rundumschutz kostet etwa 50 Euro im Jahr. Mit der VPN-Lösung von Disconnect sollen Seiten bis zu 44 Prozent schneller laden, und bis zu 39 Prozent weniger Datenmenge verbrauchen.

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Sichere Suchmaschinen nutzen

Gerade Suchmaschinen, in denen Nutzer praktisch alles offenbaren, was sie beschäftigt, sind für die Betreiber ideale Werkzeuge zum Datensammeln. Die besten Alternativen zur übermächtigen Google-Suche sind DuckDuckGo und SearchEncrypt. Beide Suchmaschinen zeigen zwar Werbung an, die zum Suchbegriff passt, sammeln die Daten ihrer Nutzer aber ausdrücklich nicht.

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