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Smartphone Bezahlung
Apple Pay könnte so praktisch sein – wenn man die passende Giro- oder Kreditkarte dafür hätte (Foto: 123rf.de)
Apple Pay Boon Mobiles Bezahlen

Schlechte Karten bei Apple Pay? Mit Boon funktioniert’s

Seit 11. Dezember 2018 ist Apple Pay auch in Deutschland verfügbar. Der Dienst ermöglicht das Bezahlen an der Ladenkasse mit iPhone oder Apple Watch, und auch Zuhause mit iPad oder Mac. Das Problem: Bisher unterstützen nur wenige Bankkarten den Bezahldienst. LEAD hat Boon getestet – die Alternative für alle, die Apple Pay nutzen wollen, deren Bank- oder Kreditkarte aber bisher nicht akzeptiert wird.

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Die ersten Wochen von Apple Pay

Generell gestattet es Apple seinen Partnerbanken angeblich nicht, genaue Zahlen zur Nutzung von Apple Pay zu veröffentlichen. Hinweise, dass der Service tatsächlich einen erfolgreichen Start hingelegt hat, gibt es aber einige.

Bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen ließ Apple jetzt wissen, dass sich bei der Deutschen Bank innerhalb einer Woche mehr Kunden für Apple Pay angemeldet haben als für Google Pay innerhalb eines Jahres. Laut Comdirect geben Nutzer von Apple Pay durchschnittlich 225 Euro im Monat aus, gegenüber 96 Euro bei normalen Kreditkartennutzern.

Auch interessant: Auf der Pay-Roll von Apple

Apple Pay
Doppelklick, Gesicht scannen, ans Lesegerät halten – Apple Pay überzeugt tatsächlich durch sein Tempo an der Kasse (Foto: Apple)

Ähnliche Meldungen sind auch von anderen Banken durchgesickert. Generell scheint das Bezahlen per Smartphone in Deutschland nach zähem Start nun langsam in Schwung zu kommen. Der Technikverband Bitkom hat gerade gemeldet, dass bereits 30 Prozent der Deutschen mindestens einmal per Handy bezahlt hätten – ein Wert, der allerdings sehr optimistisch erscheint.

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Kunden lieben es bequem

Längst reicht es nicht mehr, Kunden nur zu begeistern. Man muss sich auf die Gewohnheiten des Nutzers ausrichten, um erfolgreich zu sein. Können dabei Chatbots, Dashbots und Wearables helfen? Ja, aber nicht allein. Die User-Experience muss einfach besser werden. Wie das geht, zeigt das LEAD Bookazine 4/2018!

Das Problem mit den Karten

Unter anderem mit der Deutschen Bank, mit Comdirect oder der HypoVereinsbank, mit Hanseatic Bank oder N26, unterstützen zwar schon zahlreiche große und kleinere Banken Apple Pay. Aber auch das funktioniert oft nur mit Einschränkungen. So können Kunden der HypoVereinsbank Apple Pay zwar mit der hauseigenen Mastercard verwenden, aber nicht mit einer Giro- oder EC-Karte. Diese Einschränkung gibt es auch bei anderen Banken. Und Sparkassen-Kunden bleiben bisher komplett außen vor.

Zahllose potenzielle Apple-Pay-Nutzer, die gerne mit dem iPhone an der Ladenkasse bezahlen würden, haben bisher also nicht die Möglichkeit dazu – zumindest nicht mit ihrer gewohnten Bank- oder Kreditkarte.

Die Alternative: Virtuelle Kreditkarten

Boon
Grünes Licht für Apple Pay mit Boon – auch ohne die passende Giro- oder Kreditkarte (Foto: Boon)

Hier springen Anbieter virtueller Kreditkarten wie beispielsweise Boon ein. LEAD hat den Service seit dem Start von Apple Pay getestet, mit überzeugenden Ergebnissen. Boon gehört zum DAX-notierten Finanzdienstleister Wirecard aus Aschheim bei München. Wer das Angebot nutzen will, meldet sich innerhalb der Boon-App an und erstellt binnen weniger Minuten eine virtuelle Mastercard.

Diese Kreditkarte ohne Plastikkarte ist im Prinzip eine Prepaid-Card ohne Kreditrahmen. Der Besitzer kann also damit nur bezahlen, wenn er Geld auf dieses Konto überweist. Boon ermöglicht so die Nutzung von Apple Pay auch ohne die passende Bank- oder Kreditkarte.

So funktioniert Boon

Nach Erstellung der Boon-Karte lässt sich diese zu Apples Wallet-App auf dem iPhone hinzufügen. Wallet ist die virtuelle Geldbörse, mit der am iPhone bezahlt wird. Danach funktioniert Boon an der Kasse genauso wie jede andere passende Bankkarte in Apple Pay: Zahlfunktion aufrufen, Identifikation per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung, ans Lesegerät halten – fertig.

Alle Bezahlungen erscheinen dann in der Boon-App. Einziger Unterschied beispielsweise zu einer "echten" Kreditkarte: Jeder Einkauf muss durch das vorhandene Boon-Guthaben abgedeckt sein, ins Minus kann diese Karte nicht rutschen. Deshalb muss sie immer aufgefüllt sein.

Wallet
Egal ob mit Boon oder einer "echten" Kreditkarte – das Bezahlen läuft immer über die Wallet-App (Foto: Apple)

So wird das Konto gefüllt

Nutzer können von ihrem Girokonto Geld auf die Boon-Karte überweisen. Einfacher ist aber das Auffüllen innerhalb der App per Kreditkarte. Wie bei einem ganz normalen Kreditkarten-Einkauf lässt sich der gewünschte Betrag binnen weniger Sekunden auf die Boon-Karte transferieren, mit der dann in Apple Pay bezahlt werden kann.

Am komfortabelsten ist das automatische Auffüllen. Sobald ein bestimmtes Guthaben unterschritten wird, zum Beispiel 50 Euro, wird automatisch ein Wunschbetrag von der Kreditkarte überwiesen. So ist das Konto für Apple Pay immer gefüllt. Die Kreditkartenfirma oder die ausgebende Bank spielt dabei keine Rolle. Auf der Kreditkartenabrechnung steht dann "Boon Payment".

Das kostet Boon

Es gibt die beiden Tarife Boon Basic und Boon Plus, deren Monatspreis von 1,49 Euro aber identisch ist. Gebühren für Transaktionen gibt es keine, und die ersten drei Monate sind gratis. Basic ist relativ eingeschränkt und eignet sich vor allem dazu, Apple Pay erst einmal zu testen. Das Ausgabenlimit liegt hier bei 100 Euro im Monat, und das Bezahlen ist nur in Deutschland möglich. Boon Plus ermöglicht dagegen weltweite Zahlungen von bis zu 5.000 Euro im Monat.

Diese Erfahrungen hat LEAD gemacht

Boon Wallet
Mit Boon klappt das Bezahlen auch per Apple Watch. Allerdings muss die Uhr hierfür mit einem PIN geschützt werden (Foto: Boon)

Das Upgrade von Basic auf Plus ist relativ kompliziert. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen verlangt Boon zwei Nachweise für die Identität und für die Adresse, die in der App gescannt und übertragen werden können.

Im LEAD-Test wurde beispielsweise der Führerschein als Adressnachweis nicht akzeptiert, weil er kein Ablaufdatum hat. Hier half dann bei einem zweiten Versuch eine aktuelle Kreditkartenabrechnung, in der wir die Kaufbeträge unkenntlich gemacht haben.

Beide Upgrade-Versuche auf das Plus-Konto, von denen der zweite dann funktioniert hat, dauerten zwei bis drei Arbeitstage. Hier ist also Geduld gefragt. Positiv: Die Boon-Hotline hat auf unsere Nachfrage freundlich, schnell und kompetent reagiert. Seither funktioniert Apple Pay für uns problemlos. Durch das automatische Aufladen ist das Konto immer gefüllt, und im täglichen Gebrauch ist kein Unterschied zu einer "echten" Bank- oder Kreditkarte zu erkennen.

Das sind die Alternativen zu Boon

Bunq
Bunq – eine der Alternativen zu Boon, die ganz ähnlich funktioniert (Foto: Bunq)

Boon, das übrigens auch mit Google Pay funktioniert, ist nicht der einzige Anbieter einer solchen virtuellen Kreditkarte für Apple Pay. Bunq und VimPay arbeiten vergleichbar und gelten ebenfalls als komfortable und zuverlässige Möglichkeit, Apple Pay zu nutzen.

Sie sind allerdings teurer als Boon mit seiner Monatsgebühr von pauschal 1,49 Euro. Bei Bunq kostet der günstigste Monatstarif 7,99 Euro. Bei VimPay gibt es zwar einen 0-Euro-Tarif – der aber mit einem jährlichen Umsatzvolumen von 2.500 Euro relativ begrenzt ist. Die Premium-Variante mit unlimitiertem Umsatz kostet 4,99 Euro im Monat.

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