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Roboter Schaffen Arbeitsplaetze 656222234 Getty Images
Bild: Getty Images.
Yvonne Göpfert New Work KI

Roboter schaffen Arbeitsplätze

Kaum ein Thema ist so angstbehaftet wie die digitalisierte Arbeitswelt. Tatsächlich wird in manchen Jobs der Mensch vom Roboter ersetzt werden. Überflüssig wird der Mensch trotzdem nicht. Im Gegenteil.

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Marco ist Lkw-Fahrer. Er sitzt jeden Tag viele Stunden lang hinterm Steuer. Er ist oft länger von zuhause und seiner Familie weg und er riskiert, auf der Autobahnraststätte auch noch ausgeraubt zu werden. Ein Jobbild, das in ein paar Jahren Vergangenheit sein wird. Denn kein Job bleibt von der Digitalisierung unberührt. In ein paar Jahren wird Marco sich vielleicht weiterhin LKW-Fahrer nennen. Er wird weiterhin morgens ins Logistikzentrum fahren. Dort wird er mithilfe eines kräftigen Roboters den LKW beladen. Anschließend wird er den autonom fahrenden Brummi bis zur Autobahn fahren, um ihn von dort auf den Weg nach Düsseldorf zu schicken. Anschließend wird er sich wieder zurück ins Logistikzentrum begeben und einen weiteren LKW auf die Strecke bringen - vielleicht nach Stuttgart. So wird er im Laufe des Tages fünf, sechs oder sieben LKWs losschicken. E§s ist eine Win-Win-Situation für das Unternehmen, das mehr Güter transportieren kann und den LKW-Fahrer, der jeden Abend um 17 Uhr wieder zuhause ist. So jedenfalls sieht es Zukunftsforscher Peter Schwartz, der anlässlich der Eröffnung des Executive Briefing Center (EBC) in München, dem neuen Innovationszentrum des CRM-Anbieters Salesforce, über die Zukunft der Arbeit spricht.

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Von der Hardware zur Beratung

Szenenwechsel. In einem der älteren Gewebe auf dieser Welt – dem Drucken – ist die Disruption bereits in vollem Gange. Bei dem Druckmaschinenanbieter Koenig & Bauer konzentrierten sich die Mitarbeiter früher auf die Entwicklung und den Verkauf der Druckmaschinen. Heute verwerten sie zusätzlich die Daten, die diese Maschine produzieren. Daraus hat der Druckmaschinenhersteller ein neues Geschäftsmodell entwickelt. Heute kommen jeden Tag 10.000 Daten pro Maschine rein. Koenig & Bauer ist nicht mehr länger nur Maschinenanbieter. Das Unternehmen ist heute auch Service-Dienstleister und berät seine Kunden, wie sie mehr aus ihren Druckmaschinen herausholen. Entsprechend haben sich die Jobs verändert: "Wir brauchen Mitarbeiter, die die Daten analysieren, Potenziale aufdecken, wie der Kunde seine Maschine effizienter nutzen kann und unsere Kunden entsprechend beraten. Und diese Leute zu finden, ist heute die große Herausforderung" sagt Ralf Sammeck, CEO bei Koenig & Bauer.

Die 4. industrielle Revolution bringt neue Jobs

Die beiden Beispiele zeigen: Die Digitalisierung – oft auch als 4. industrielle Revolution bezeichnet - wird jeden Beruf, so wie wir ihn heute kennen, verändern. Doch die Angst, dass wir alle in ein paar Jahren arbeitslos sein werden, ist unbegründet, ist sich Peter Schwartz sicher. Denn immer, wenn eine technische Revolution die Grundfesten einer Gesellschaft erschüttert, sind Schlagzeilen wie diese zu lesen: "Ersetzt die Maschine langfristig den Menschen?" Was wie eine aktuelle Zeitungsüberschrift aussieht, ist de facto eine Überschrift aus der New York Times von 1928.

Ny Times 1928
Angst vor der Zukunft: Auch 1928 – zu Zeiten der ersten industriellen Revolution – ging die Angst um Arbeitsplätze um.

Als die Städte mit Geldautomaten gepflastert wurden, war die Furcht groß, dass die Geldmaschinen alle Bank Jobs vernichten würden. Als Excel für jedermann verfügbar war, dachte man, dass Buchhalter bald überflüssig seien. Die Leute glauben, dass durch die neuen Technologien Jobs verschwinden. Doch genau das Gegenteil ist der Fall, beteuert Peter Schwartz. In den USA hat der Servicesektor in den letzten 60 Jahren mehr Jobs geschaffen als durch Automatisierung wegfielen.

Auch wenn es heute keine Telefonisten oder Milchmänner mehr gibt: Es wurden knapp 100 Millionen neue Jobs geschaffen.

Entstanden sind sogar völlig neue Industrien. So ist man in den 50er Jahren noch kaum gereist. Heute bietet die Reisebranche viele Jobs - von Disneyland über Flughafenpersonal bis hin zur Hotellerie. Heute arbeiten Millionen von Menschen in einer Branche, die es in den 50ern noch gar nicht gab. Und so wird es auch 2020 und 2050 sein.

Heute geht es nicht darum, Mitarbeiter zu ersetzen, sondern darum, sie zu entwickeln. Und die nächste Stufe wird sein, dass Mitarbeiter lernen müssen, mit Robotern zu kooperieren. Studien haben nämlich gezeigt, dass ein Team aus Roboter und Mensch unschlagbar ist und eine bessere Leistung bringt als Roboter alleine.

Mensch und Maschine können auch prima zusammenarbeiten. Wie in diesem Video: Ein Kuka-Roboter erledigt die Arbeit, der Mensch greift korrigierend ein.

Lebenslanges Lernen und kollaborative Lernplattformen

Das Möbelunternehmen Steelcase zum Beispiel hat in den Neunziger Jahren seine Produktion nach Mexiko ausgelagert, um Kosten zu sparen. Heute ist die Produktion dank Kuka-Robotern - das sind die Roboter, die bei Amazon im Lager helfen, Bestellungen zu verpacken - wieder zurück nach Michigan, USA verlagert worden. Dort arbeiten Mensch und Maschine Hand in Hand. Die Herausforderung lautet Training. Wie bereiten wir Menschen auf die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine vor? Die Menschen müssen lernen, ein Leben lang zu lernen. Doch auch das Lernen unterliegt der digitalen Transformation. Und so sind kollaborative Lernplattformen Teil unserer beruflichen Zukunft.

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