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Webdesign Smartphone 144689011 Fotolia Baranq
Analysten prognostizieren, dass schon im kommenden Jahr Progressive Web Apps die Hälfte aller mobilen Apps ersetzen werden (Bild: Fotolia/Baranq)
Mobile Apps KPI

PWA: Die neue Evolutionsstufe in der mobilen Welt

Progressive Web Apps werden häufig als Nachfolger der nativen Apps gehandelt. Die gesamte Mobile -Strategie der Unternehmen steht damit auf dem Prüfstand, diagnostiziert Marius Bruns, Unit Director User Interfaces & Website Solutions bei hmmh.

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Fast zu schön, um wahr zu sein: alle KPIs gehen steil. Die Absprungrate sinkt um 15 Prozent, die Ladezeit verringert sich um 84 Prozent, die Anzahl der mobilen Sessions steigt um 53 Prozent, die Conversionrate um 17 Prozent. Oder: 43 Prozent mehr Sitzungen, glatte Verdoppelung der Interaktionsrate. Und dann noch: 97-prozentige Steigerung der Klickrate auf Hotelbuchungen. Die beeindruckenden Zahlen sind Kennziffern von Unternehmen, in diesem Fall Lancôme, Forbes und Trivago, nachdem diese so genannte Progressive Web Apps (PWA) launchten – sie sind willkürlich dem Online-Verzeichnis pwa.bar entnommen.

Wundert es angesichts solcher Fakten, dass die neuen Hybride aus mobiler Website und App gerade als der heiße Scheiß der Online-Branche gehandelt werden? Und tatsächlich bieten die PWAs ja so einige handfeste Vorteile: Sie funktionieren dank Service Worker, also einer Technologie, die mittels JavaScript zwischen Web-Browser und Server im Hintergrund arbeitet, auch im Offline-Modus. Zudem benötigen sie wenig Speicherplatz auf dem Smartphone und ein gesonderter Download aus einem App-Store entfällt.

PWAs können über Suchmaschinen gefunden und im Web, direkt aus einer Mail oder Notification verlinkt werden, Push-Nachrichten (zumindest unter Android) können hierüber verschickt werden und im Look & Feel bieten sie ein ähnlich hochwertiges Markenerlebnis wie native Apps. Und last but not least: Dank Location API sind Location-Funktionen wie der Filial- oder Placefinder, welche man sonst nur aus nativen Apps kennt, mit der PWA sogar im Offlinemodus möglich.

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Im Gaming- und Banking-Bereich sind native Apps noch erste Wahl

Schon unken Experten, dass PWAs das Ende der herkömmlichen nativen Apps besiegeln. Die Analysten von Gartner etwa prognostizieren, dass schon im kommenden Jahr die Hälfte aller mobilen Apps für Verbraucher durch Progressive Web Apps ersetzt sein werden. Doch Zweifel an einer solch rasanten Durchdringung sind angebracht, denn: Überall dort, wo die schnelle Verarbeitung großer Datenmengen, extrem komplexe 3D-Grafiken und Hardware-Zugriff zu Bluetooth oder NFC benötigt werden, sind native Apps weiterhin noch erste Wahl – das betrifft unter anderem Bereiche wie Gaming und Gamification sowie eben auch Banking und Loyality-Programme. Zudem bieten sie häufig eine höhere Kompatibilität zu Endgeräten und Betriebssystemen. Apple beispielsweise dürfte mit seinem geschlossenen iOS-Betriebssystem wenig Interesse haben, den Siegeszug der PWAs zu forcieren. Viel zu stark würde dies aktuell den eigenen App-Store schwächen.

PWA oder native App: Was eignet sich für wen?

Werbungtreibende und E-Commerce-Shops stehen also vor der Entscheidung: mobile Website und/ oder PWA und/oder native App? Die Antwort darauf hängt wesentlich vom Reifegrad der gesamten mobilen und damit auch digitalen Strategie sowie der jeweiligen Branche ab. Unternehmen etwa, die noch nicht über eine responsive Website verfügen bzw. diese in den kommenden Monaten relaunchen wollen, sollten direkt auf eine PWA upgraden; da diese in der Performance den Websites überlegen sind, würden andernfalls erhebliche Umsatzeinbußen und Wettbewerbsnachteile drohen.

Inwieweit PWAs hier die bewährten nativen Apps substituieren können, hängt wiederum eng mit der User-Akzeptanz, Reichweite und den erforderlichen Funktionalitäten dieser zusammen. Sofern hierüber eine nennenswerte Interaktion stattfindet, wäre es natürlich ein Nachteil, diesen Kanal nicht weiter zu nutzen. In der Praxis ist eine Kannibalisierung der beiden Systeme deshalb deutlich seltener als häufig vermutet. Denn: PWAs können vor allem für Gelegenheitsnutzer Sinn machen, mobile Apps wiederum für treue, häufig wiederkehrende Nutzer. Die PWA bietet Flexibilität und basiert auf dem Grundsatz, dass der Nutzer die Daten geräteübergreifend über eine Website nutzen kann, eine native App bietet wiederum ein Maximum an Stabilität und Kompatibilität mit dem Endgerät.

Ein Beispiel aus der Praxis: Erstmals im deutschen Tourismus setzten wir für die Ferienregion der Lübecker Bucht hier auf eine Progressive Web App statt auf eine klassische App. Ziel war es dabei, die Gäste digital vor Ort zu begleiten und das Urlaubserlebnis, unterstützt durch das Smartphone, zu verbessern. Da es hier um die temporäre Nutzung der Urlauber ging, war die PWA klar erste Wahl. Schwieriger wäre die Entscheidung etwa, wenn es stattdessen um eine Anwendung speziell für die Anwohner – zum Beispiel im Bereich Nachbarschaftshilfe – ginge und damit um eine dauerhafte Nutzung. Hier müsste dann nochmal gesondert abgewogen und analysiert werden.

PWA oder native App? Die Entscheidung ist also immer abhängig vom Einzelfall. Klar ist nur, dass die PWAs die nächste Evolutionsstufe im Bereich der Web-Entwicklung sind: mobile Websites, responsive Websites und jetzt eben die neuen Hybride aus Website und App.

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Marius Bruns ist Unit Director und bereits seit 2012 bei hmmh. Er ist für die Entwicklung von individuellen Frontend- und Weblösungen verantwortlich. Agile und nutzerzentrische Arbeitsmethoden in Software- und Designprojekten gehören dabei zu seinen Schwerpunkten.

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