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Julia Saswito
Julia Saswito ist geschäftsführende Partnerin bei Triplesense Reply und Practice Leader der Reply Digital Experience. (Bild: Triplesense Reply)
Recruiting Employer Branding Karriere

Worauf es beim Recruiting und Employer Branding wirklich ankommt

Unternehmen müssen heute in Sachen Recruiting und Employer Branding neue Wege gehen. LEAD sprach mit Julia Saswito, geschäftsführende Partnerin bei Triplesense Reply und Practice Leader der Reply Digital Experience, über Challenges als Recruiting-Instrument.

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LEAD: Vor Kurzem fand die erste „Reply Creative Challenge“ statt – was kann man sich darunter vorstellen?

Julia Saswito: Die Creative Challenge ist ein weltweiter Teamwettbewerb für Studenten und Kreative, aber auch unsere eigenen Mitarbeiter können sich beteiligen. Während der Challenge mussten die Teams, bestehend aus je zwei bis vier Mitgliedern, innerhalb von 48 Stunden eine kreative Lösung in den Kategorien Social, Video, Branding, Customer Experience oder Employer Branding entwickeln.

Neben Kreativität ist innerhalb der Teams auch die Fähigkeit zur Co-Creation gefragt. Mittlerweile haben wir schon die ersten Einreichungen gesichtet und sind wirklich beeindruckt. Die Finalisten werden jetzt von einer Expertenjury ausgewählt und stellen ihr Projekt im Juli während der Reply Xchange 2019 in Mailand live auf der Bühne vor. Direkt im Anschluss werden die Gewinner gekürt.

LEAD: Wie hoch ist das Interesse an solchen Contests – und was bringt so eine Challenge dem Teilnehmer?

Saswito: 2018 und 2019 hatten wir dieses Wettbewerbsformat schon als Code- und Cyber Security-Challenge mit mehr als 30.000 Teilnehmern getestet. Aber wir konnten nicht einschätzen, ob auch eine Creative-Variante auf Interesse stoßen würde. Umso mehr freuen wir uns, wie viel Resonanz die Creative Challenge erzeugt hat: Es gab 350 Einreichungen von 561 Teams weltweit.

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Bei solchen Wettbewerben geht es für die Teilnehmer nicht nur darum, sich mit anderen kreativ oder beim Coden zu messen, sondern auch um gemeinsames Lernen. Darüber hinaus wird das Potenzial des Einzelnen und der Teams auf die Probe gestellt. Erkenntnis, Praxis und ein spannendes Wettbewerbs-Feeling runden den Erfahrungsschatz ab.

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LEAD: Dabei kann das Recruiting offenbar nicht früh genug starten: Von der Reply Code Challenge gibt es mittlerweile sogar eine Ausgabe für Teenager...

Saswito: Besonders im Bereich Programmierung wollen wir möglichst frühzeitig mit jungen Talenten in Kontakt treten. Wir haben schon länger ein regelmäßiges Format namens „Code for Kids“, das sich an die Kinder von Reply-Angestellten richtet. Um auch die Altersgruppe zwischen den Kids und den Studenten anzusprechen, haben wir gemeinsam mit den Gewinnern der Code Challenge 2018 eine Teen Edition entwickelt, die sich an Teenager zwischen 14 und 19 Jahren richtet.

Das Ziel dieser Programme ist, bei jungen Menschen das Interesse an der Kunst des Programmierens zu wecken und ihnen dabei unter die Arme zu greifen, ihre Motivation, Kreativität und Teamfähigkeit zu kanalisieren. Das geht in einer praktischen Challenge am besten: Man muss in einem Team ein Problem lösen und dabei sehr eng zusammenarbeiten. Wir glauben, dass so am besten erfahrbar ist, was diese Jobs eigentlich ausmacht.

LEAD: Inwiefern steht der Bereich der digitalen Kreation im Recruiting vor besonderen Herausforderungen?

Saswito: Reply berät Unternehmen bei der digitalen Transformation – unser Business ist also stark von Technologieinnovationen, aber auch von veränderten Nutzererwartungen geprägt. Der Bereich digitale Kreation fordert Mitarbeiter, die nicht nur in Design und User Experience zu Hause sind, sondern gleichermaßen Verständnis und Begeisterung für Technologie sowie neue Geschäftsmodelle mitbringen.

Diese holistische Sichtweise ist anspruchsvoll und die Talente sind nicht nur bei uns, sondern auch bei allen anderen Marktteilnehmern wie Dienstleistern, Beratungen, Kreativagenturen und Unternehmen heiß begehrt.

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Cyber Security Challenge 3
2018 wurde das Wettbewerbsformat erstmals als Code- und Cyber Security-Challenge getestet (Bild) - dieses Jahr fand die erste Creative-Ausgabe statt. (Bild: Reply)

LEAD: Talente und erfahrene Kräfte zu rekrutieren und ans Unternehmen zu binden ist im heutigen Arbeitsmarkt so wichtig wie nie. Ihr Unternehmen hat sich dafür einiges einfallen lassen.

Saswito: Die Reply Digital Experience setzt auf ein umfassendes Weiterbildungsangebot und Wissenstransfer: Wir nehmen an Meet-ups in verschiedenen Städten teil, kooperieren im Rahmen des Wettbewerbs "Reply Student Tech Clash" mit Hochschulen und organisieren neben den internationalen Code- und Kreativ-Challenges auch Recruiting-Speed-Datings.

Am Tag der offenen Tür geben wir Studierenden die Möglichkeit, sich ein Bild von uns vor Ort zu machen und einzelne Reply-Unternehmen besser kennenzulernen. Was ebenfalls gut ankommt, ist unser "Tag des offenen Biers", bei dem in einem ungezwungenen Gespräch potenzielle Mitarbeiter und Studenten die Agenturräumlichkeiten bei einem Getränk kennen lernen.

LEAD: Was muss in Sachen Employer Branding heute Standard für ein Unternehmen sein – und welche Fehler darf ein Unternehmen aus Ihrer Sicht nicht machen?

Saswito: Das Wichtigste am Employer Branding ist Authentizität. Es muss deshalb auch von innen heraus anfangen. Ein Fehler wäre beispielsweise, als Unternehmen Employer Branding ausschließlich nach außen hin zu betreiben, etwa in Form von Wettbewerben, dabei aber nicht das gleiche oder ein vergleichbares Angebot intern zu haben.

Im ersten Schritt geht es sicherlich darum, herauszufinden, wie man als Arbeitgeber beim Mitarbeiter dasteht und ob es irgendwo hakt – zum Beispiel am Wissenstransfer, an der Weiterbildung oder an der Zusammenarbeit. Daran muss dann gearbeitet werden, wobei dieser Prozess auch nach außen kommuniziert werden kann. Am Ende sind natürlich die Mitarbeiter die besten Botschafter, diejenigen, die über eine Weiterempfehlung auch neue Mitarbeiter ins Unternehmen bringen können.

LEAD: Auch Incentivierung ist in diesem Zusammenhang ein Thema – worauf kommt es dabei letztlich an?

Saswito: Ein Incentive sollte neben einer Belohnung – etwa in Form von Geld oder einer Weiterbildung – ein positives Erlebnis schaffen, das der Mitarbeiter mit dem Unternehmen verknüpft. Bestenfalls sollten Incentivierungsprogramme den Mitarbeiter in seiner persönlichen Weiterentwicklung unterstützen und seine professionelle Perspektive im Unternehmen verbessern.

Hier setzen wir unter anderem mit unserem Weiterbildungsmodell von Mitarbeitern für Mitarbeiter an: Wer Workshops oder Vorträge für andere Mitarbeiter hält, sammelt Punkte, die unter anderem für Fortbildungen oder Teilnahmen an globalen Konferenzen, wie beispielsweise für eine Reise zur SXSW nach Texas, eingetauscht werden können. Wichtig dabei ist aber, dass der Mitarbeiter selbst aussucht, wie er die Punkte einlöst – dass er somit über das Incentive mitentscheiden kann.

Die Finalisten der Creative Challenge werden von einer Jury in den verschiedenen Kategorien ausgewählt und am 31. Mai auf der Reply Website bekannt gegeben. Die fünf besten Teams stellen ihr jeweiliges Projekt am 3. Juli während der Reply Xchange 2019 in Mailand live auf der Bühne vor. Im Anschluss wird das Gewinnerteam gekürt.

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