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Autonomes Fahren Getty Images 898172236 Web
Autonomes Fahren birgt hohe Unfallrisiken. (Bild: Getty Images)
Mobilität KI Politik

Unfallgefahr: Politik muss autonomes Fahren regulieren

"Inakzeptabel hoch" sei die Unfallrate bei selbstfahrenden Autos, schimpft Qualcomm-Technologievorstand Matthew ​Grob. Er sieht die Politik in der Pflicht.

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Im Bemühen um mehr Sicherheit bei autonom fahrenden Autos fordert der Chiphersteller Qualcomm klare Vorgaben der Politik an Autobauer und Zulieferer. Dabei gehe es um den Einsatz von Technologien, damit Fahrzeuge verschiedener Hersteller miteinander kommunizieren können. "Hier ist die Rolle der Regulierungsbehörden zentral: Sie müssen ansagen, zu welchem Datum wie viel Prozent der autonom fahrenden Autos diese Technologie besitzen müssen", sagte Technologiechef Matthew Grob der Deutschen Presse-Agentur. Auf die gleiche Weise seien auch Sicherheitsgurte und Airbags verpflichtend für alle Hersteller eingeführt worden. Grob sprach von einem "Netzwerk-Effekt", der nötig sei. "Kein Hersteller ist motiviert, als einziger ein neues Element einzuführen, das ihn lediglich Geld kostet." Das aber ändere sich, wenn alle Autobauer dazu verpflichtet seien - und hier müssten die Behörden eingreifen. "Man muss das Auto nicht neu designen. Wir ergänzen es nur um ein kleines Detail, das aber sehr wirkungsvoll ist."  

Menschliches Versagen

Es gebe noch viel Potenzial, auch in der Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Fußgängern. "Die Unfallrate ist inakzeptabel hoch", sagte Grob. In den allermeisten Fällen handele es sich um menschliche Fehler. "Wir haben noch immer abgelenkte Fahrer, betrunkene Fahrer, Menschen sind müde oder gestresst." Und auch Fußgänger, die plötzlich über die Straße rennen, seien eine Gefahrenquelle für autonome Autos. Der Technologieexperte verglich die Situation beim autonomen Fahren mit der bei Ortungsdiensten vor einigen Jahren. "Die Telekommunikationsunternehmen wollten das zuerst nicht, weil es zusätzliche Kosten bedeutete und sie kein Geld damit verdienen konnten", sagte Grob. Aber weil der Gesetzgeber den Einsatz von Ortungsdiensten verpflichtend anordnete, seien die Kosten rasch gesunken - "und nun sind ortungsbasierte Dienste ein großer Erfolg."

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Der Qalcomm-CTO steht mit seiner Skepsis nicht allein da: Laut einer Studie des TÜV Rheinland sind Autofahrer in Deutschland, USA und China davon überzeugt, dass die Verkehrssicherheit mit zunehmender Automatisierung von Autos langfristig abnimmt.

Waymo will autonome Taxen nach Arizona bringen

Grobs Forderungen passen zu den aktuellen Entwicklungen: So plant Waymo, das Alphabet-Tochterunternehmen für selbstfahrende Autos, noch 2018 autonome Taxen auf die Straßen des US-Bundesstaats Arizona zu bringen. Sowohl die Beschaffenheit der Straßen als auch das Wetter machen den Wüstenstaat zum perfekten Testgelände für selbstfahrende Autos. Schon seit Ende letzten Jahres lässt Waymo seine autonomen Fahrzeuge in Rahmen eines Pilotprojekts durch Phoenix' Straßen fahren.

Bis es aber flächendeckend selbst fahrende Autos ohne Lenkrad - das sogenannte Level 5 - gibt, sei es noch ein weiter Weg, sagte Grob. Doch schon heute würden die Technologien aus autonomen Autos wie Sensoren- oder Visionssysteme in herkömmlichen Fahrzeugen genutzt. "Autonome Assistenzsysteme schützen etwa vor gefährlichen Fahrbahnwechseln. Solche Entwicklungen gibt es mittlerweile in allen Fahrzeugen und sie machen bereits einen gewaltigen Unterschied in Sachen Sicherheit.

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