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Stephan Schreyer (Grafik: Uli Kurz)
Podcasts Audio Kolumne

Podcasts: Es kommt nicht auf die Länge an

Die Länge eines Podcasts entscheidet nicht, ob dieser erfolgreich ist oder in der Versenkung verschwindet, findet LEAD-Kolumnist Stephan Schreyer. Vielmehr kommt es auf die Relevanz für die Zielgruppe an.

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Mit der Länge ist das so eine Sache. Zeit unseres Lebens spielt sie eine bedeutende Rolle. Angefangen bei: Wie lange dürfen Babys Schnuller haben? Über: Wie lange kann man ohne Essen überleben oder wie lange lässt sich Cannabis im Blut nachweisen bis hin zu: Wie lange ist ein gutes Leben? Von der Wiege bis zur Bahre – immer geht es um: Länge, Länge, Länge.

Gibt es die ideale Länge überhaupt?

Es ist also durchaus verständlich, dass die Frage zur optimalen Länge auch bei Podcasts eine wichtige Rolle spielt. Unzählige Studien und Einschätzungen zur Podcastlänge lassen uns die Qual der Wahl. Die einen sprechen von bis zu 20 Minuten, wieder andere von bis zu 10 Minuten als Idealmaß – sehr beliebt ist auch die Angabe von maximal 15 Minuten. Weil dass angeblich, die durchschnittliche Wegstrecke zum Arbeitsplatz der Deutschen ist. Das alles zeigt: Eigentlich weiß es keiner so richtig. Ist aber auch nicht tragisch. Denn wie so oft: Auf die Länge kommt es (auch) bei Podcasts nicht an. Und das ist gut so!

Warum ich das einfach so behaupten kann ist schnell erklärt. Zum einen habe ich (nicht repräsentativ) via Twitter die"Community" befragt. Und zum anderen arbeite ich täglich mit der immer wiederkehrenden Frage nach der Länge.

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Die Länge ist zweitrangig - die Zielgruppe zählt

Grundsätzlich gilt: Die Länge ist zweitrangig. WENN der Inhalt stimmt und relevant ist. Dann wird von 5 Minuten bis zu 3 Stunden alles gehört.

Allerdings setzt das voraus, dass du dich mit deinen Hörern, Kunden, Stakeholdern auseinandersetzt. Versetze dich in die Lage deiner Zielgruppe. Was könnte ihn/sie interessieren? Und warum? Wo und wie wird der Podcast konsumiert? Schau dir die Customer Journey an. Interessiere dich für die Menschen, die für dich, dein Unternehmen, deine Marke und deine Produkte entscheidend sind.

Ja, das wird oft geschrieben und gesagt – und trotzdem viel zu wenig umgesetzt. Das ist leider die Realität. Denn mit dem „dialogischen Austausch“ ist das so eine Sache. Die damit einhergehenden Herausforderungen und etwaigen Probleme kennen die meisten von uns bereits bestens aus dem Privatleben. Ich nenne als Stichwort nur Mann/Frau- oder Vater/Tochter-Kommunikation.

Fragen führen zu Antworten. Häufig zu Arbeit. Und eben nicht ausschließlich zu Lob und Schulterklopfen seitens der Antwortenden. Verständlicherweise ist es bequemer – und vermeintlich einfacher -, sich an Bestehendem zu orientieren und alle Hörer und Hörerinnen über einen Kamm zu scheren. Die immer wiederkehrende Frage nach der "optimalen" Podcast-Länge lässt daher aus meiner Sicht nur zwei Rückschlüsse zu: Wir haben Angst! Wir wollen, dass uns jemand die Entscheidung abnimmt. Jemand für uns mitdenkt und uns eine Form gibt, in die sich alles irgendwie pressen lässt.

Wir sind "respektlos" gegenüber UNSEREM Kunden, UNSEREM Hörer, UNSERER Hörerin. UNSERER Zielgruppe! Ihre Wünsche und Bedürfnisse interessieren uns nicht so, wie sie sollten. Aber genau das ist entscheidend.

Relevanz sorgt für Erfolg

Ausschlaggebend und viel wichtiger für den Erfolg eines Podcasts ist nämlich etwas anderes als die Länge. Es ist Relevanz! Die Relevanz FÜR die Zielgruppe und die Relevanz BEI der Zielgruppe. Diese "Doppelrelevanz" entscheidet darüber, ob ein Podcast erfolgreich ist oder in der Versenkung verschwindet. Nicht die Länge! Und wozu mangelnde Relevanz bei der Zielgruppe führt, lässt sich am Beispiel SPD gerade bestens beobachten. Relevanz ist die intensive Auseinandersetzung mit unseren Kunden, Hörern, unseren Stakeholdern. Relevanz ist „Customer Centricity“ pur.

Relevanz ist kein Hexenwerk und keine Zauberei. Es geht um gesunden Menschenverstand. Und der fängt damit an, dass ich meine Zielgruppe einfach frage, was diese interessiert. Beispielsweise wie lange sie es gerne hätten. Die „Rheinische Post“ macht das regelmäßig und - wie ich finde - recht erfolgreich. Wenige Fragen reichen aus, um bestehende Podcasts zu verbessern oder Ideen für neue Formate zu bekommen.

Die Customer Journey verfolgen

Auch das Hotelportal HRS hat das aus meiner Sicht vorbildlich gemacht. Es wird kein eigener Podcast angeboten, sondern eine kuratierte Auswahl. Entlang der Customer Journey hat sich HRS angeschaut, in welchen Situationen die Kunden Zeit für Podcasts haben und wie lange. Außerdem natürlich, welche Themen die Kunden interessieren. Perfektes Vorgehen. Genau so muss das sein.

Versetze dich in die Lage deiner Hörer und Hörerinnen. Denke über deren Customer Journey nach. Frage dich, welchen Mehrwert dein Podcast diesen Menschen an verschiedenen Stellen ganz konkret bieten kann. Warum sollte dein Podcast gehört werden? Was ist sein Angebot? Nimm den Hörer, die Hörerin, den Kunden, die Kundin, die Stakeholder ernst. Interessiere dich für sie, kümmere dich um sie und gehe auf ihre Wünsche ein. Sorge für Relevanz! Dann ist die Länge - wie so oft – eben nicht entscheidend.

Stephan Schreyer berät Unternehmen zum Thema Audio & Podcast. Für den Audioapostel sind Strategie und Konzept das Maß aller Dinge.

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