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Laut des aktuellen Podcast Trend Reports ist für 67 Prozent der Befragten eine schlechte Podcast-Qualität eines der drei wichtigsten Probleme der Branche (Bild: Unsplash)
Podcast Storytelling Audio

Podcast: Erzählt uns Geschichten!

Mehr Dramaturgie, mehr gekonnter Einsatz von Sound und Effekten, mehr Fiktion: Hörer können eine größere Bandbreite an Formaten und Themen vertragen, findet Tina Jürgens vom Podcast-Netzwerk zebra-audio.net.

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Der letzte "Podcast Trend Report" aus den USA hatte wie immer erfreuliche Zahlen und Fakten über die Branche zu berichten: Nicht nur, dass die Zahl der Hörer von Podcasts steigend ist, auch die Anzahl der gehörten Formate wird größer. Und die dortigen Vermarktungserlöse sind auch nochmal um 400 Prozent zum Vorjahr gewachsen. Die Trends von Übersee können uns hierzulande also positiv stimmen, so sollte man meinen. Zwei Punkte des Reports sind jedoch auffällig: Zum einen heißt es, dass für 67 Prozent der Befragten eine schlechte Podcast-Qualität eines der drei wichtigsten Probleme der Branche wären. Und zum anderen steht dort eine auf den ersten Blick audiophile Menschen begeisternde Aussage - nämlich das über 61 Prozent der Umfrage-Beteiligten mehr Zeit mit Podcast-Hören verbringen, als fernzusehen.

Wir brauchen mehr gute Formate

Vor allem amerikanische und englische Shows haben einen hohen Unterhaltungswert: Sie sind "schöner" erzählt, verfügen über eine beeindruckende Themenbreite. Zudem spielen sie mit der Tonalität des privat-intimen, haben einen beiläufigen und gleichzeitig gekonnt erzählenden Stil und oftmals verrückte Angles und Paarungen, mit denen die Geschichten erzählt werden.

Wenn wir also für den deutschen Markt Leute dazu bewegen wollen, mehr Podcasts zu hören als fernzusehen, dann brauchen wir mehr gute Formate. Das soll kein Bashing und kein Aufruf zu mehr High-Brow-Stuff sein, sondern ein ermutigender Hinweis, dass unsere Branche und unsere Hörer eine größere Bandbreite an Formaten und Themen vertragen kann. Wir alle lieben Geschichten - egal, ob wahre oder erfundene. Bring it on!

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Ein Hoch auf den Cliffhanger

Wenn wir uns die erfolgreichsten Shows in Deutschland anschauen, dann sind das vor allem sogenannte "Laberformate". Und sie sind mit Berechtigung und viel Arbeit so erfolgreich geworden. Podcasting hat ja seinen Ursprung durchaus in nerdigen Unterhaltungen unter Freunden (gerne genretypisch in Schränken oder Garagen aufgezeichnet). Mittlerweile hat sich die Themenbreite entwickelt: es gibt populäre News- und Politikformate, inspirierende Interview-Podcasts, Ratgeber-Shows zu den unterschiedlichsten gesundheitlichen, ernährungsphysiologischen oder paartherapeutischen Themen und auch wie es sich als Teil einer Minderheit (ob sexuell oder religiös) lebt, können wir endlich auch über Podcast erfahren. All das macht uns hoffentlich informierter, toleranter und manchmal sogar klüger. Und: es unterhält uns.

Bingworthy sind dabei all die Shows, die uns - weil sie so gemacht sind - nicht mehr los- und eine Folge nach der anderen hören lassen. Gerade "True Crime" gehört nicht ohne Grund zu den beliebtesten Podcast-Genres. Diese Shows erzählen oft aus Reporter oder Betroffenen-Perspektive von den eigenen Recherchen, den "Clues" und Beweisen und kombinieren dabei die intime Tonalität der Podcasts mit den narrativen Strukturen, die wir von den Hörspiel-Klassikern oder Feature-Produktionen der Radiosender kennen. Ein Hoch auf den Cliffhanger!

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Nicht nur unterhaltsam und spannend - sondern auch gesellschaftlich relevant

Und das wird auch für Werbetreibende noch spannender werden: die Engagement-Rates solcher Formate sind nicht ohne Grund enorm und sollten jeden Marketing-Verantwortlichen darüber nachdenken lassen, ganze Staffeln für sich und sein Produkt oder Unternehmen zu sichern. Es geht dabei nicht darum, ob im Podcast Kriminelle, Leichen oder andere suspekte Machenschaften aufgedeckt werden und die Marke vermeintlich darunter leiden könnte. Selten wird man aufmerksamere Hörer finden, als bei intelligent produzierten Podcast-Shows, insbesondere wenn auch der Werbetreibende kreativ mit diesem Umfeld umgeht und seine Botschaft relevant verwebt. Und es wird die Branche ermutigen, mehr hochwertigen Content zu produzieren.

Wir als Hörer vertragen also insgesamt noch mehr: mehr Dramaturgie, mehr gekonnter Einsatz von Sound und Effekten, mehr Fiktionales, mehr große Werbepartner. Auch hier hat Amerika uns einiges vorgemacht: "Homecoming", "Sandra", "Habitat" und das großartige "Blackout" zeigen, dass fiktionaler Podcast mehr sein kann, als ein Hörspiel neu zu schneiden und zu kuratieren. Es ist ein eigenes Genre. Hierzulande haben das "Der Ausnahmezustand" von Deezer und "Der Abgrund" von Hörverlag Serials sehr eindrucksvoll vorgemacht. Es ist noch Platz für Formate, die (nicht nur) erfundene Geschichten erzählen. Und im besten Falle sind sie dabei nicht nur unterhaltsam und spannend, sondern aufgrund ihrer Figuren, Milieus, Themen auch noch gesellschaftlich relevant.

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Tina Jürgens ist Geschäftsführerin des 360°-MultiPodcastNetzwerks zebra-audio.net, das Podcast-Produzenten und Werbetreibende zusammenbringt und sie von der Konzeption und Produktion über die Distribution und Promotion bis hin zur Podcast-Vermarktung unterstützt.

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Durch Podcasts werden Marken hör– und erlebbar. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Welche Formate gibt es? Wie ist die perfekte Vorgehensweise? Was sind Erfolgskriterien und wie werden sie gemessen? Einen Überblick bekommst du im aktuellen LEAD Bookazine 3/2019.

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