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Romantische Weinnacht Auf Dem Rochusberg Romantic Winenight On The Rochusberg Hill
(Bild: Stadt Bingen am Rhein)
Blogger Social Media Content Marketing

Warum Netzwerke für Blogger alles sind

Im Januar ging der erste Artikel auf Frank Zimmers Blog online. In Teil 3 der Serie "Plötzlich Blogger" geht es um eine neue Facebook-Dimension, die alles übertrifft, was er aus seiner Münchner Filterblase kennt.

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Am 8. Januar ging still und heimlich mein erster Blog-Artikel online. Am nächsten Tag der zweite, am dritten Tag der dritte und immer so weiter. Seit diesem Tag publiziere ich täglich. Jeden Morgen an jedem Wochentag, samstags, sonntags, Ostern, im Urlaub. Heute, nach über drei Monaten, weiß ich gar nicht mehr, ob das von Anfang an so geplant war, aber es ging schon in der ersten Testwoche zu gut von der Hand, als dass ich es ändern wollte. Ich wachte tatsächlich mit dem Gedanken auf: "6 Uhr. Super! Die digitalen Zeitungen sind da. Her damit!"

Für Außenstehende klingt das wahrscheinlich komplett verrückt. Aber ohne Leidenschaft für ein Thema geht Bloggen nicht. Jedenfalls bei mir.

So selbstverständlich wie Zähneputzen

Ich nahm mir sehr schnell vor, es täglich durchzuziehen. Bloggen sollte so selbstverständlich werden wie Zähenputzen oder für andere Leute Tagebuchschreiben. Irgendwann werde ich sicher auch mal aussetzen. Krankheit, heute keine Lust, Weihnachten: Irgendwann wird das kommen. Aber dann sehen wir weiter. Es zwingt mich ja keiner, es zu tun oder zu lassen.

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Jetzt aber zu den wichtigsten Leuten eines Blogs: den Lesern. In meiner ersten, bewusst noch leserfreien Blog-Woche schickte ich den Link zu mittelrheingold.de an einige Menschen, deren Urteil mir sehr wichtig war und die die Gegend kannten, darunter meine Mit-Admins bei einer regionalen Facebook-Gruppe, zwei Medien-Profis und eine frühere Weinkönigin mit extrem viel Social-Media-Know-how. Die Reaktionen waren ermutigend. Beziehungsweise im Fall meiner Mit-Admins: nicht entmutigend, was aber fast noch mehr bedeutete. Tim, Petra, Michael und Werner sind bodenständige und lebenskluge Leute aus der Region. Münchner Medien-Euphorie ist nicht ihr Ding, aber allein schon von Facebook verstehen sie mehr als viele Journalisten, die ich kenne. Dass sie es nicht für eine spinnerte Idee aus der Großstadt hielten (oder es zumindest verschwiegen), war Motivation genug.

Die neue Facebook-Dimension am Mittelrhein

Ich dachte immer, ich würde ein bisschen was von Social Media verstehen. Aber am Mittelrhein sah ich eine Facebook-Dimension, die alles übertraf, was aus meiner Münchner Filterblase kannte. Rund um die Loreley läuft praktisch alles über Facebook. Statt akademisch über Social Media zu reden, machen die Mittelrheiner es einfach - intuitiv und effektiv. Sie adaptieren zum Beispiel das klassische ländliche Modell des "Vereins". Sie bilden Facebook-Gruppen wie ihre Urgroßeltern Männergesangsvereine. Es ist die natürliche Weiterentwicklung der traditionellen Beziehungspflege und des informellen Informationsaustauschs. 

Unsere eigene Facebook-Gruppe ("Du weißt, du kommst vom Mittelrhein, wenn...") ist mit rund 4.000 Mitglieder bei weitem nicht die Größte. Sie ist relativ streng reglementiert und akzeptiert zum Beispiel keine werblichen Posts. Aber es gibt eine andere mit über 14.000 (!) Leuten, in der alles zu finden ist, was interessiert: Vom Lesetipp über den Veranstaltungshinweise, Restaurant-Empfehlungen bis hin zu Fotos vom eingeparkten Auto. Du suchst einen neuen Hausarzt? Frag die Gruppe. Innerhalb von Minuten wirst du mehr Empfehlungen lesen als auf Jameda. Neulich hatte jemand einen Schlüssel auf der Straße gefunden. Er postete das Bild auf Facebook, und fünf Minuten später meldete sich dort der überglückliche Besitzer. In Boppard gibt es eine Facebook-Gruppe, mit einer ähnlich liberalen Regel: Alles posten, was bewegt. Der Gründer und einzige Admin dieser Gruppe ist der Bürgermeister selbst.

400 Leser am Tag nach dem Blog-Outing

Die besondere Facebook-Strukur am Mittelrhein (anderswo ist es wahrscheinlich ähnlich) hat es mir ermöglicht, sehr schnell die Leser zu erreichen, die ich erreichen wollte. Als ich mich nach einer Woche warmgelaufen hatte, postete ich nicht ohne mulmiges Gefühl den ersten Link auf Facebook. Über 400 Menschen klickten am ersten "richtigen" Blog-Tag auf die Seite. Noch mehr freute ich mich über viele nette und aufmunternde Kommentare. Jemand schrieb: "Wir haben zwar noch immer keine Rheinbrücke, aber jetzt verbindet uns Mittelrheingold". Schöner hätte man die Idee nicht ausdrücken können. Für die Herzlichkeit und Offenheit der Leser bin ich sehr dankbar. Eine bessere Motivation kann ich mir nicht vorstellen.

Die anderen Socials spielen für mich keine große Rolle. Instagram ist am Mittelrhein zwar ein wichtiges Thema, aber ich nutze es vor allem, um dort mein "Foto des Tages" zu finden und einzubetten. Mittlerweile habe ich zwar ein Instagram-Profil für Mittelrheingold angelegt, aber ich habe nicht genug Bilder, um es intensiv zu pflegen. Hier ist München natürlich ein echter Standortnachteil. Generell sind Fotos für meine Leser extrem wichtig. Die Gegend gehört wahrscheinlich zu den meistfotografierten Regionen Europas. Die Mittelrheiner fotografieren selbst gern und lieben es, immer neue und ungewohnte Perspektiven zu sehen. So wie ich auch.

Twitter ist ein Total-Ausfall

Twitter ist dagegen ein Total-Ausfall. Fast niemand am Mittelrhein nutzt es, und der Mittelrheingold-Account dort hat noch nicht einmal 30 Follower. Leider fehlt mir die Zeit, mich näher damit zu beschäftigen. Ich schaffe maximal einen Tweet am Morgen, mehr ist nicht drin. Obwohl ich privat sehr gerne twittere, steht es bei Mittelrheingold nicht im Mittelpunkt.

Meine eigenen Social-Media-Kanäle nutze ich nur ausnsahmsweise für Mittelrheingold. Mir ist klar, dass das Thema die meisten Münchner oder Hamburger aus meiner Filterblase nicht interessiert, und man muss ja nicht nerven. Darum habe ich auch nur einen kleinen Teil meiner Facebook-Freunde auf die Mittelrhein-Fanpage eingeladen. Die wollte ich zwar eigentlich gar nicht anlegen. Aber manche Dinge entwickeln sich einfach anders als man denkt...

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