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Hr Safari Aufmacher
Ingo am Steuer, die Klasse im Fond - Personaler touren mit dem Good-School-Bus durch München. Außer, sie haben Schule. Wie hier, beim Besuch bei IBM (Bild: Good School)
New Work KI HR

Personaler im Schulbus

Rucksack, Spitzer, Bleistift, Filzer und Pausenbrot packen Führungskräfte normalerweise nicht in die Aktentasche. Auf der HR-Safari der Good School ist das anders: Unter dem "Motto Human Resources meets Digitalisierung" fahren Personaler quer durch München, auf der Suche nach neuen HR-Ideen. LEAD hat die Safari begleitet.

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Pünktlich zu Schulbeginn, um 8 Uhr morgens, sammelt sich die Klasse auf einem Parkplatz nahe des Münchener Technologie-Highways in der Parkstadt Schwabing. Unternehmen wie Amazon, Microsoft oder IBM haben hier ihren Sitz. Während die Schüler noch verschlafen ihren Kaffee schlürfen und sich über die Lunchbox hermachen - die Coolen sitzen hinten auf der großen Bank - wuchtet Busfahrer Ingo das riesige Lenkrad des Schulbusses nach rechts, um die Klasse nur ein kleines Stückchen weiter wieder bei IBM abzusetzen.

Künstliche Intelligenz im Personalwesen

Hier werden die Safari-Schüler auch gleich ihre erste Schulstunde absolvieren; "The Future of HR". Im gläsernen Hochgeschwindigkeitsaufzug saust die Gruppe ins oberste Stockwerk, zum Präsentationsraum des Watson-IoT-Centers. Dort treffen sie Sven Semet, HR Thought Leader bei Watson Talent. Watson ist die hauseigene KI des IT-Unternehmens. Eigens für dieses Projekt eröffnete IBM in München sein internationales KI-Zentrum. Watson ist nicht nur wichtig für das Unternehmen. In dem Supercomputer liegt die Zukunft. Hardware wie Drucker oder Laptops hat IBM längst abgestoßen, das Unternehmen konzentriert sich heute komplett auf das, was man noch am ehesten mit Software beschreiben kann. 

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Künstliche Intelligenz zum Beispiel: Bei IBM heißt sie Watson. Sie liest Daten aus, identifiziert Sprachen und Muster. Noch steckt Watson in den Kinderschuhen, "wie ein Grundschüler", sagt Semet. Doch mit je mehr Daten er gefüttert wird, desto klüger wird er. Watson versteht, lernt, zieht Rückschlüsse und interagiert. Die KI-Plattform eröffnet Schnittstellen und Produkte für unterschiedliche Branchen und Bedürfnisse. Für die Zukunft des Unternehmens ist sie so elementar, dass man ihr mit dem Watson-IoT-Centre einen imposanten Prachtbau hingestellt hat. 

Ibm Talent Aufbau
IBM bündelt seine KI-Kräfte auch im Personalbereich - unter dem Namen "IBM Talent" (Bild: Sven Semet/IBM)

Als "Watson Talent" fuchst sich der Supercomputer auch ins Personalgeschäft ein. Gerade in großen Unternehmen fallen Unmengen an Daten an, die gesammelt, analysiert und verarbeitet werden müssen. Ein Großkonzern erhält für 4.000 offene Stellen 270.000 Bewerbungen. Eine Stellenausschreibung fürs Personalmanagement: vom Recruitment bis zur Karriereentwicklung ist hier alles zu haben. Im Segment IBM Recruitment lernt Watson von den Daten und nutzt kognitive Technologien, um die besten Kandidaten für jeden Job vorzuschlagen. Bleibt da nicht die menschliche Komponente auf der Strecke? Im Gegenteil, findet Sven Semet. Die KI hilft, aus der schieren Datenmenge die wirklich relevanten Daten herauszufiltern. "Ja, wir brauchen zukünftig Recruiter, aber nicht um Bewerbungen zu lesen", sagt Semet. Anders als der Mensch ist sie nicht voreingenommen – außer natürlich, man konditioniert sie dahingehend. Recruiter benötigen mehr Daten, um die bessere Entscheidung zu treffen.

Der Karriereassistent "My Career Coach" (Myca) zum Beispiel kann anhand von Jobrollen, Lernpräferenzen oder Karrierepfaden mit dem Angestellten die Karriere planen. Er kann zum Beispiel auf den Bewerber zugeschnittene, freie Stellen im Unternehmen empfehlen und ihm ein individuelles Weiterbildungsprogramm zusammenstellen. IBM selbst hat seine Mitarbeiter zu 40 Stunden Lernen in der App verpflichtet. Tatsächlich übersteigt die Nutzung diese Forderung mit durchschnittlich 72 Stunden sogar.  

Bei IBM arbeiten weltweit 380.000 Mitarbeiter in 175 Ländern. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren Milliarden in Forschung und Entwicklung investiert und fünf Nobelpreisträger hervorgebracht. Eine andere Umgebung als die, in der die meisten Safariteilnehmer arbeiten. Sichtlich beeindruckt von dem Blick in die Zukunft zieht die Safari weiter. Aber nur ein paar Häuser – zu Microsoft.

Individualität im Sinne der Gemeinschaft

Rein atmosphärisch geht es hier ein wenig wärmer und gemütlicher zu als bei IBM. Der Bau umrundet ein großflächiges Atrium, den Eingangsbereich und die Kantine im Erdgeschoss. Sie sind öffentlich zugänglich, hier treffen sich nicht nur die Microsoft-Mitarbeiter sondern auch Kollegen von Amazon oder IBM. Ein bisschen wie eine Raucherecke, nur ohne Zigaretten. Das passt zu den Werten, die Microsoft sich auf die Fahne geschrieben hat. Austausch, Vertrauen und Transparenz. Erst 2016 ist das Unternehmen in seine neue Deutschlandzentrale gezogen, die es gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und den Mitarbeitern entwickelt hat. Sie bestimmten selbst Details wie die Marke der Kaffeeautomaten mit. Feste Arbeitsplätze gibt es nicht. "Unser Device ist unser Büro", sagt Markus Köhler, Personalchef Microsoft Deutschland. Dennoch sieht er Technologien lediglich als Teil eines Dreiklangs, zu dem ferner das Raumkonzept und der Mensch selbst zählen. Erst, wenn diese drei Aspekte ineinandergreifen, geht die Rechnung auf.

Microsoft Atrium
Der Eingangsbereich von Microsoft ist öffentlich. Die digitale Anzeigentafel, ein sogenannter Digitaler Chandelier, heißt intern "Chantal" (Bild: Gabriella Bassu)

Auch wenn die Microsoft-Mitarbeiter die Wahl haben, an welchem Platz sie arbeiten, gibt es sogenannte Anchor-Areas, die Hauptarbeitsbereiche der einzelnen Teams. Jede dieser Zonen bietet Bereiche, die auf verschiedene Tätigkeiten zugeschnitten sind: In den "Think"-Space können sich die Mitarbeiter zurückziehen, wenn sie Ruhe brauchen. Abstimmungen verlagern sie in den "Converse-Space" und die "Accomplish-Zone" bietet klassische Arbeitsplätze für konzentriertes Arbeiten in einem ruhigen Umfeld. Sein Arbeitsmaterial kann jeder in seinem Spind deponieren. Und wer will, arbeitet einfach von zu Hause aus. Niemand hat einen festen Schreibtisch. Weder die Praktikanten noch die Geschäftsführerin.

Warnschilder No Camping
So viel Freiraum die Mitarbeiter auch haben: Arbeitsplatz reservieren und Döner essen sollten sie sich dann doch verkneifen (Bild: Gabriella Bassu)

Ob es da kein Gerangel um die gemütlichsten Plätze gäbe, will einer der Safari-Teilnehmer wissen. Nein, denn erstens sei die Zentrale ohnehin nie voll besetzt. Wer früh genug da ist – also um sieben Uhr -, könne sich wohl seinen Lieblingsplatz sichern. So nachsichtig, wie die Pressesprecherin des Hauses lächelt, scheint das quasi nie vorzukommen. Und wer doch versucht, sich dauerhaft ein Plätzchen zu sichern, wird mit "No Camping"-Warnhinweisen daran erinnert, dass man hier keine Plätze reserviert. Auf die Frage, ob Unternehmen, die nicht ganz so modern ausgestattet sind wie Microsoft, eine Chance hätten, Talente zu gewinnen, antwortet Köhler: "Es geht nicht um das Büro, sondern die Kultur." So viel Freiheit das Unternehmen seinen Mitarbeitern auch gewährt: Das Arbeitskonzept soll keine Einzelkämpfer hervorbringen, sondern jedem so viel Individualismus ermöglichen, dass er die gemeinsame Sache bestmöglich vorantreiben kann.

Vom Saulus zum Paulus

Mit Unternehmenskultur kennt sich Tanja Friedrichs bestens aus. Als Vice President Human Resources bei der PULS GmbH hat sie innerhalb von drei Jahren ein mittelständisches Unternehmen von links auf rechts gedreht: ein komplett neues Arbeitskonzept installiert, die Räume entsprechend gestaltet und dafür mal eben einen HR Excellence Award 2016 der Hochschule Berlin zum Thema Arbeiten 4.0 abgeräumt. Während Technologieriesen wie IBM oder Microsoft Innovation und Digitalisierung in ihrer DNA tragen, musste sie nicht nur Bürowände einreißen, sondern alte Denkmuster zertrümmern. Die Puls GmbH stellt Hultschienen-Netzteile, ein Grundelement  der Stromversorgung her. Kein Hochglanzprodukt, das an sich schon Talente anlockt.

Rockn Roll Puls
Das Establishment aufmischen: Der Transformationsprozess des Mittelständlers Puls GmbH (Bild: Tanja Friedrichs)

"Wir sind kein Google. Wir sind konservativ – konservativer geht’s fast nicht mehr", veranschaulicht Friedrichs die Bedingungen ihrer Transformationsarbeit. Bei Puls arbeiten vorwiegend Ingenieure, altersmäßig ist das Team gemischt. 36 Jahre ist das Unternehmen alt, rund 1.200 Angestellte weltweit arbeiten in der Firma. Vor drei Jahren war Friedrichs selbst Tourmitglied der HR-Safari und wollte, inspiriert von den neuen Ideen, das eigene Unternehmen umkrempeln. Ihr Großprojekt ruht auf drei Säulen: Neue Wege in der Kommunikation, Vernetzung von digitaler und analoger Welt sowie agile Teams.

Das Herzstück ihrer Arbeit ist ein Social Collaboration Tool, mithilfe dessen die Ingenieure ihr Wissen weitergeben und der Austausch unter den Teams angeregt werden sollte. Zuvor schrieben die Ingenieure Entwicklerberichte. Die wurden ausgedruckt, angemarkert und weitergegeben. Jeder weitere Austausch lief über E-Mail, mit diversen Verteilern. Auf der Plattform wird offen kommuniziert – auch wenn private Threads gebildet werden, läuft das Gros der Kommunikation offen. Dass sie bei ihrem Vorhaben mehr als nur einmal auf taube Ohren stieß, verwundert nicht. Das war ihr schnurz, ganz nach dem Motto "Widerstand als Chance nutzen" machte sie einfach weiter. Nur fünf Entwickler erklärten sich anfangs bereit, das Tool zu testen und mit ihr aufzubauen. Dazu wählte sie einen Storytelling-Ansatz, der in Analogie zu einem Flugzeug den Mitarbeitern Rollen wie Pilot oder Mechaniker zuteilte. Und holte sich eine Partnerin ins Boot – bewusst keine Personalerin, sondern eine Digitalexpertin.

Tanja Friedrichs
Tanja Friedrichs erklärt die Transformationsstrategie der Puls GmbH (Bild: Gabriella Bassu)

Heute nutzen die Plattform 80 Prozent der Mitarbeiter, 40 Prozent steuern aktiv Inhalte bei. Von heute auf morgen klappte die Umstellung natürlich nicht. Mit langem Atem und Stakeholdern, die andere begeistern und mitreißen, erreichte sie dann doch ihr Ziel. Zentral für den Wandlungsprozess war dabei nicht nur die Plattform, sondern der damit einhergehende Kulturwandel. Erst danach nahm sie den Umbau der Gebäude in Angriff. Form follows function. Statt die alten Möbel platt zu walzen, stellte sie Entwürfe zusammen und zeigte sie ihren Kollegen, die es anfangs komisch fanden, dass ein Büro auch wie ein Wohnzimmer aussehen kann. Anfangs skeptisch, wollen heute selbst die Tüftler nicht mehr anders arbeiten. Wenn schon deutsche Ingenieure Schwierigkeiten mit dem Wandel haben, wie mag es dann erst den chinesischen Kollegen ergehen? Ganz einfach: Sie wünschen sich einen Raum, in dem sie "Nein" sagen können. 

Die Besuchergruppe hört Friedrichs weniger ehrfürchtig, dafür aber sichtlich aufmerksam zu. Sie hantieren mit ähnlichen Bedingungen wie Friedrichs – und sind sichtlich daran interessiert zu lernen, wie man auch als ganz normales Unternehmen nach vorne preschen kann. Dann packen sie ihre Mappen ein und laufen zurück zum Schulbus, wo Ingo schon den Motor angeworfen hat, um sie weiter zu chauffieren.

Über Good School  Die Good School ist eine Schule für die digitale Transformation. Hier vermitteln über 350 internationale Experten Wissen, Spirit und Skills für den digitalen Wandel. Zu den Angeboten der Good School gehören Hands-on-Lernevents, Innovations-Workshops, Project-based-Trainings, Beratung, Begleitung und Monitoring in Sachen digitaler Kompetenzaufbau. Zielgruppe sind Chefs, Führungskräfte und Talente, die fit für die Digitalisierung werden möchten. Bis heute hat die Good School über 2900 Schüler aus 260 Unternehmen unterrichtet. Zu ihren Kunden gehören unter anderem L’Oréal, Vodafone, IKEA, Beiersdorf, BMW, Deutsche Telekom, Pro7Sat.1, OTTO, TUI und Volkswagen.

 

Die DSGVO betrifft selbstverständlich auch Personaler. Tipps und Hilfestellung leistet das W&V Seminar EU-Datenschutzgrundverordnung im HR-Bereich am 23. April 2018 in München. Mehr Infos sowie das Anmeldeformular zum eintägigen Workshop findest du hier

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