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Musik Audio Start-up

So ist es, ein Livekonzert mit Kopfhörern zu hören

Per App die Vocals und Instrumente auf einem Livekonzert nach eigenem Wunsch lauter und leiser drehen - das geht mit PEEX. LEAD-Redakteurin Nadia Riaz hat die Kopfhörer auf dem Elton John Konzert getestet.

Auf der Farewell-Tour von Elton John kann man mit den Peex-Kopfhörern das Konzert nach persönlichen Wünschen hören (Bild: Nadia Riaz)
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Elton John hat es nach all den Jahren noch drauf. Und wie. Zurzeit ist die Musikerlegende auf der Farewell Yellow Brick Road Tour zu sehen. Wer Elton Johns Abschiedskonzerte besucht, wird ein Detail nicht übersehen: Die pinken Stände von PEEX am Veranstaltungsort. Plötzlich laufen Menschen mit Kopfhörern in der Konzerthalle herum. Was hat es damit auf sich?

Mit einem Headset im Ohr in einem Livekonzert sitzen - das klingt absurd. Die Geschäftsidee des britischen Start-ups PEEX stößt oft auf skeptische Blicke. Die Idee: Eine neue tragbare Technologie, kombiniert mit einer kostenlosen App und einem interaktiven 5-Kanal-Mischpult, mit der man die Livemusik vom Handy aus steuern kann und die Musik sozusagen selbst mischen kann.

Diese Innovation soll die Lösung für folgende Szenarien sein: Manchmal kommt es vor, dass bei einem Konzert der Bass zu laut dröhnt, sodass der Vocalist kaum zu hören ist. Oder man möchte in bestimmten Musikstücken die Drums lieber lauter als alle anderen Instrumente hören.

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(Screenshot aus PEEX: Nadia Riaz)

Mit Elton John hat das britische Start-up einen Unterstützer gefunden. "Während meiner 50-jährigen Karriere waren die Livekonzerte das Wichtigste für mich. Ich liebe es, meinen Fans eine tolle Show zu bieten und ihnen ein unvergessliches Erlebnis zu ermöglichen", sagt John in einem Statement."In den letzten vier Jahren habe ich viel mit dem talentierten PEEX-Team zusammengearbeitet, die eine unglaublich neue Technologie entwickelt haben."

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Auf Elton Johns Farewell Yellow Brick Road Tour in Europa bietet PEEX die Technologie derzeit zu einem Einführungspreis von 10 Euro pro Show an.

Klingt die Livemusik mit Peex besser? Der Test

Jeder, der kein Huawei-Smartphone besitzt, liegt klar im Vorteil. Während des Konzerts wurde ich mehrmals aus der App geschmissen. Diese neu zu starten und mit den Kopfhörern per Bluetooth zu verbinden - das dauerte zwar nicht so lange, störte aber ein wenig. Schließlich möchte man während eines Konzerts nicht mit Technik zu kämpfen haben und die ganze Zeit am Handy hängen. PEEX verspricht jedenfalls, die Technologie für alle Endgeräte stets zu verbessern.

Dennoch: Es klappt! Auf allen Sitzplätzen jeglicher Kategorieklasse in der Konzerthalle am Olympiapark in München hörte man den Sound mit den PEEX-Kopfhörern besser. Ich konnte beispielsweise den Gesang in den Balladen "Levon" und "Candle in the Wind" deutlich hervorheben.

Die Technologie funktioniert, wenn der Veranstaltungsort mit PEEX-Sendern ausgestattet ist, die in Lichtgeschwindigkeit eine Kopie des digitalen Audiosignals von den Instrumenten auf der Bühne an die Funkempfänger (die PEEX-Empfangsgeräte) senden, die man um den Hals trägt. So sehen sie aus:

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    (Bild: PEEX)
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    (Bild: Nadia Riaz)

Für jeden, der Livemusik liebt, ist PEEX einen Versuch wert

Graham Tull, Co-Founder von PEEX, und sein Team haben vier Jahre lang an der Entwicklung von PEEX gearbeitet. "Es war uns wichtig, den natürlichen Konzertklang zu verstärken als ihn zu ersetzen", stellt er sicher. Deswegen sind die Kopfhörer speziell dafür ausgelegt, Geräusche durchdringen zu lassen. Die Atmosphäre mit so vielen Menschen in einem Raum dem Musiker zuzuhören und gemeinsam zu jubeln - dieses Gefühl nehmen die Kopfhörer einem nicht weg. Auch wenn es sich anfangs seltsam anfühlt, mit einem Headset im Konzert zu sitzen.

Während Elton Johns Konzert nahm ich die Kopfhörer für einige Zeit ab, um den Sound zu vergleichen. Der Ton wird durch die Technologie tatsächlich verstärkt, ohne die Livemusik an sich zu verändern. Sie hört sich nicht wie jede beliebige Musik über Spotify, iTunes etc. an. Der einzige Unterschied, den PEEX bietet, besteht darin, zusätzlich zu den Umgebungsgeräuschen im Raum eine höhere Klangqualität zu erhalten. Man kann auch eigene Kopfhörer nutzen und diese mit der App verwenden - dafür benötigt man eine 3,5 Millimeter Audiobuchse.

Spannend ist die Technologie wohl für alle, die selbst Instrumente spielen oder Spaß daran haben, die Musik individuell aufzumischen. "Ich bin mir sicher, dass die personalisierte Technologie eine Rolle in der Zukunft der Live-Musik spielen wird, aber sie muss letztendlich die wichtige menschliche Verbindung zwischen der Band auf der Bühne und dem Publikum verbessern, anstatt eine Ablenkung zu sein", sagt Tull.

Im Moment geht es PEEX darum, die patentierte Live-Musik-Technologie bekannter zu machen. "Das PEEX-System kann das Konzerterlebnis bereichern und Künstlern neue Möglichkeiten bieten, ihre Live-Shows zu verbessern, ohne die Live-Verbindung und die Aufregung zu verlieren, die damit verbunden sind", sagte Tull. Das nächste große Ziel sei es, schrittweise die PEEX-Technologie mit mehr Künstlern und an mehreren Veranstaltungsorten zu verbinden. Bisher wurde sie bei mehr als 80 Arena-Shows getestet. Und damit: Farewell, Elton!

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