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Parrot Anafi Vorderansicht
Vorderansicht von Parrot Anafi (Bild: Parrot)
Drohnen Michael Gronau leadfaces

Drohnen: Papagei in der Business-Class

Drohnen haben Hochkonjunktur: 1,3 Millionen Flugobjekte werden bis Ende 2018 in Deutschland verkauft. Die Firma Parrot ist in Europa Marktführer. LEAD hat sich die neue Parrot Anafi Extended Edition genauer angeschaut.

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Dieser portable Papagei fliegt besonders hoch. Das französische Unternehmen Parrot (deutsch: Papagei), 1994 gegründet, hat sich in Europa umsatzmäßig als König der Lüfte etabliert. Nachdem im Sommer mit großem Erfolg die Quadcopter-Generation Anafi gelauncht wurde, gibt es rechtzeitig zu Weihnachten die neue Parrot Anafi Extended Edition für Anfänger und Profis.

Air Berlin, aber professionell: LEAD hat die Premium-Drohne im Test durch Berliner Parks und Straßen gesteuert.

Die gute Nachricht vorab: Niemand wurde verletzt.

Die Specs

Wiegt nur 320 Gramm. Manueller, automatischer und halbautomatischer Flugmodus. 4K-HDR-Cam mit 21 Megapixel Sensor, verlustfreier 2.8x Zoom (3x im Standardmodus), stabilisiert auf drei Achsen mit vertikaler Neigung von 180 Grad. HDR+ für Fotos und Videos. Reichweite bis zu vier Kilometer (bitte nicht ausprobieren, da in Deutschland illegal). Höchstgeschwindigkeit bis zu 50 km/h.

Der Lieferumfang

Neben der Drohne finden sich in der neuen Extended Edition zwei weitere Zusatzakkus, die die Flugdauer der Parrot Anafi von 25 auf 75 Minuten schrauben. Neben dem Start-Guide liegen alle nötigen Kabel und natürlich der Controller bei, mit dem die Drohne via Smartphone-App gesteuert wird.

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Der Smartphone-Bildschirm kann als Steuerzentrale dienen. Außerdem enthalten: eine 16-GB-MicroSD-Card, zwei Zusatzakkus und eine praktische Umhängetasche, in der ich all dies sicher an die Startbahn transportieren konnte.

Parrot Anafi Controller
Der Controller der Parrot Anafi (Bild: Parrot)

Die Einrichtung

Die Anafi erinnert ein wenig an Apple-Produkte: Es ist beinahe selbsterklärend, sie innerhalb weniger Minuten an den Start zu bringen.

Für ein Gadget dieser Preisklasse grenzt das fast an ein Wunder. Verwundert hatte ich zuvor im Paket gekramt und nach der 120-Seiten-Anleitung gesucht. Vergeblich. Es gibt nur ein kleines kartoniertes Faltblatt, den „Super Quick Start Guide“: In acht leicht verständlichen Schritten lässt sich die Parrot in Betrieb nehmen. Kleine Pictogramme nehmen selbst Drohnen-Anfängern innerhalb weniger Minuten die Flugangst.

Also zuerst die Drohne vor dem ersten Start mit dem beigelegten USB-C-Kabel zu 100 Prozent aufladen – vier LEDs zeigen den Tower of Power. Schritt 2 läuft parallel zu Schritt 1: den Controller ebenfalls zu 100 Prozent aufladen. Schritt 3: Parrot Free Flight 6 App gratis aus dem Google Play Store oder dem iOS App Store laden. Danach das Smartphone auf den Controller stecken und das Smartphone mit dem Controller via beigelegtem Kabel verbinden. Es lädt den Controller unterwegs wieder auf.

Was bis jetzt schon problemlos klappt, klappt dann aus. Vier Flügel der Anafi, einmal kurz nach außen geklappt und schon ist die Anafi für die Flugbereitschaft gerüstet. Jetzt nur noch den Power Button an der Drohne drücken – und anschließend den Power-on-Button des Controllers. Der WiFi-Code für das Anafi-Netzwerk findet sich praktischerweise in der Transporttasche. Mit der Kamera des Smartphones wird der Code gescannt. Danach erscheint auf dem Smartphone die Pushnachricht, ob ich die Anafi mit ihrem Netzwerk verbinden möchte – und schon geht es los.

Grobmotoriker und auch sonstige Wagemutige sollten den Flug unbedingt outdoor starten, nicht in der Wohnung. Es sei denn, du arbeitest in Berlin und dein Office ist eine Altbauwohnung mit 4,80 Meter hohen Decken. Ich habe mir den Spaß im Büro erlaubt, die Drohne surrte vom Büro ins Bad – auch wenn Parrot dringend davon abrät…

Das Fluggefühl

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Indoor surrt die Parrot, outdoor schnurrt sie. Bedeutet: Das Rotieren der vier Flügel ist in der Wohnung zu vernehmen. Während ein handelsüblicher Staubsauger 70 Dezibel und ein Gewitterdonner 120 Dezibel laut wäre, ist das Geräusch der Drohne im Innenraum nicht messbar. Im Park, mit den Sounds der Großstadt, ohnehin nicht.

Die Drohne segelt an einem der Testtage wahlweise über eine Gruppe von Fußballspielern, zwischen zwei Frisbeespielern hindurch oder über den Park-Kiosk hinweg. Sie ist ein stiller Spion, beinahe niemand nimmt die Anafi war, niemand reckt den Kopf. Ist eben kein Flugzeugträger (140 Dezibel).

Parrot Anafi In Der Berliner Innenstadt Kreuzberg
Die Parrot Anafi in der Berliner Innenstadt (Foto: Gronau)

Die Steuerung

Über den Controller gelingt es schon nach den ersten zaghaften Versuchen, die Drohne zunächst in die Luft und dann wieder zur Landung zu bringen. Anfangs noch in 80 Zentimeter Flughöhe, später in weit über 20 Metern Höhe. Vor, zurück, rechts, links: Konsolen-Nutzer kennen das alles. Nach kurzer Zeit werden die Bewegungen schon mechanisch ausgeführt, ohne Blick auf den Controller, dafür mit Wim-Wenders-Blick in den dieser Tage derzeit eher grauen Himmel über Berlin.

Der Preis

Wer sich die Anafi Extended mit der Drohne selbst und den neuen zwei Zusatz-Akkus zulegen möchte, ist aktuell mit 799 Euro dabei. Das eine oder andere Angebot kurz vor Weihnachten dürfte den Preis in den nächsten Wochen auf rund 700 Euro runter(hub)schrauben. Der Konkurrent DJI Mavic Air ist auf eBay aktuell um 650 Euro zu haben.

Das Fazit

Mit der neuen Software und der Akku-Kit-Erweiterung wird es schwer, Gründe zu finden, die Parrot Anafi nicht auf den Wunschzettel zu schreiben, wenn es denn eine Drohne mit den geschilderten Features sein soll. Mit einem Akku und „nur“ 25 Flugminuten hätten wir allerdings zur Vorsicht geraten. Der Spaß wäre für den Preis einfach zu kurz.

Der Controller der Anafi liegt gut in der Hand, wirkt aber noch etwas zu plastikmäßig. Smartphones von bis zu 6 Zoll passen hinein. Um mein iPhone XR hineinzusetzen, musste ich zuvor die dünne Schutzhülle entfernen.

Die WiFi-Anbindung zeigte keine Abbrüche in meinen Tests. Falls die Verbindung zur Fernsteuerung einmal gestört ist, kann die Anafi auch dann risikolos an ihren Start-Ort zurückkehren. Du musst also nicht hinterherwandern.

Die Verarbeitung der Drohne: stabil, aber kein Titan. Einen kleineren Crash mit einem Baum hat die Anafi unbeschadet überstanden. An dem Tag, an dem es passierte, hatte ich die falsche Brille dabei.

Das kommt davon: Sensoren zur Hinderniserkennung und die automatische Erkennung von Flugverbotszonen fehlen dem Gerät. Prima aber: Ersatz-Propeller liegen dem Anafi-Kit bei, weiteres Zubehör ist im Shop erhältlich.

Die Bild- und 4K-Videoaufnahmen gelingen erstaunlich gut. Sie waren scharf und äußerst kontrastreich. Vor allem der Dolly-Zoom-Effekt (von Alfred Hitchcocks „Vertigo“ inspiriert) und die 120-FPS-Slow-Motion-Aufnahmen überzeugten. Ende dieses Monats wird es per Software-Update für die App die neuen Panorama-Modi geben.

799 Euro kostet die Extended Edition mit der Drohne bzw. zwei Zusatzakkus, die die Flugzeit auf 75 Minuten ausdehnen. Ein stolzer Preis, schon klar. Aber dafür fliegst du unterm Strich auch Business-Class.

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