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Xing-Gründer Lars Hinrichs (Foto: dpa/Bodo Marks)
OMR Podcast Social Media

Xing-Gründer Lars Hinrichs im Podcast-Interview

Lars Hinrichs hat eines der wenigen deutschen Digital-Unicorns gegründet und ist immer noch ein extrem umtriebiger Unternehmer. Im OMR-Podcast erzählt er, wie er Xing in eine Wachstumsspirale geschickt und die Bundeswehr fit für das Internetzeitalter gemacht hat. Außerdem: welche Branche er als nächstes durcheinanderwirbeln möchte.

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"Ich bin eher ein Dirigent, der alles so ein bisschen kann und das Große und Ganze zusammenbringt", sagt Lars Hinrichs über sich selbst im OMR Podcast. Er bringt schon ab 1993 als Schüler Unternehmen ins Internet und verdient Tausende Euros. Wenig später baut er auch der Bundeswehr die erste Webpräsenz: "Bundeswehr.de war mein Thema während des Wehrdienstes. Ich habe dann auch die Ehrenmedaille bekommen."

Wenig später startet Hinrichs mit einer Kommunikationsberatung, die nach dem Platzen der Dotcom-Blase Insolvenz anmelden muss. Nach kurzer Pause startet er die Plattform OpenBC, die er 2006 in Xing umbenennt und an die Börse bringt. Heute ist das Xing 1,5 Mrd. Euro wert – Hinrichs hingegen ist schon seit 2010 komplett raus aus dem Unternehmen.

Die ersten zwei Abos am ersten Tag

"Xing war ein 6er mit Zusatzzahl – zehn Mal hintereinander", sagt Lars Hinrichs. Er habe zu Beginn einfach seine rund 1.000 Business-Kontakte auf die Plattform eingeladen und 482 hätten mitgemacht. "Das war das Auffangbecken der geplatzten Dotcom-Blase. Weil nach dem Crash alle andere E-Mail-Adressen hatten, war das Wiederfinden schwierig geworden", so Hinrichs. "Am ersten Tag habe ich direkt zwei Abos verkauft und nach 90 Tagen war das Unternehmen Cashflow-positiv." Die ersten großen Wachstumstreiber seien Multiplikatoren aus Hinrichs Kontakten gewesen, die wiederum ihre Kontakte einluden: "Sobald ein Prozent in einer Stadt an Bord war, ging es viral."

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Die große Schwierigkeit für neue Plattformen besteht dann meist darin, nach dem ersten Hype die Nutzer aktiv zu halten. Xing habe das laut Hinrichs vor allem durch eine Funktion geschafft: "Der Haupttreiber war, dass man sehen konnte, wer das eigene Profil besucht hat." Geholfen hätten außerdem die Nachrichtenfunktion, Kontakte von bestehenden Kontakten, und dass Nutzer sehen können, woher sie andere kennen. So wächst Xing nach der Gründung 2003 so schnell, dass sich Hinrichs schon 2006 für den Börsengang entscheidet – vor allem, um international Firmen akquirieren zu können. Als die Firma etwa 160 Mio. Euro wert ist, verkauft er den Großteil seiner Anteile an Burda. Damals bekommt er für 25,1 Prozent an Xing 48 Mio. Euro, heute wären die Anteile etwa 375 Mio. Euro wert. "Ich bin ein Serientäter, und irgendwann war es dann auch langweilig", sagt Hinrichs. Er bereue den Verkauf keine Sekunde, weil er in der Zeit danach andere tolle Sachen gemacht habe.

Der Serientäter will wieder zuschlagen

Nach einer Weltreise bringt er 2010 den Technologie-Inkubator HackFwd an den Start, den er 2013 wieder einstellt. An zwei Unternehmen aus dieser Zeit sei er heute noch beteiligt: an der Hamburger Affiliate-Plattform Yieldkit und an der kürzlich von der Präsentationslösung Prezi gekauften Visualisierungsfirma Infogram. "Ich nenne beide Unternehmen Sternchen. Die zahlen mir mehr als ein Mal die kompletten Investitionskosten zurück", sagt Hinrichs. Mittlerweile nehmen aber zwei andere Themen den Großteil seiner Zeit ein: Immobilien und digitale Versicherungen.

"Immobilien sind eigentlich kein gutes Geschäftsmodell. Also habe ich überlegt, wie ich es anders machen kann", sagt Hinrichs. Bei seinem Hamburger Luxusprojekt Apartimentum vermiete er "Kubikmeter Lebensqualität statt leerer Quadratmeter Wohnraum". Die Wohnungen sind komplett mit der neuesten Technik und schnellem Internet ausgestattet – auch ein paar Hamburger Fußballer sollen hier wohnen.

Extrem viel Zeit stecke er darüber hinaus in das Thema Versicherungen. Er führt den Aufsichtsrat von Xbav, das daran arbeitet, die private Altersvorsorge zu digitalisieren. Die Versicherungsbranche sei bereit, umgekrempelt zu werden: "'Das haben wir schon immer so gemacht.' ist der beste Spruch, den du hören kannst. Dann weiß du, hier lässt sich was verändern." Er werde in den nächsten Jahren aber auf jeden Fall wieder eine eigene Firma gründen – eher im Lifestyle-Bereich. Ob das in einem oder drei Jahren passiert, sei dabei egal. "Die Idee rennt ja nicht weg", sagt Hinrichs.

Welche Investitions-Tipps Lars Hinrichs für euch bereit hält, wie er günstig an Facebook-Aktien gekommen ist und warum er glaubt, dass der B2C-Zug in der GAFA-Ökonomie schon längst abgefahren ist, hört Ihr im OMR Podcast.

Dieser Artikel erschien zuerst bei den Online Marketing Rockstars.

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