Anzeige
Anzeige
40837436463 918B389051 K
Die re:publica ist eine der weltweit wichtigsten Konferenzen zu den Themen der digitalen Gesellschaft (Foto: Stefanie Loos/re:publica)
re:publica OMR Digitalpolitik

OMR und re:publica: Wir müssen Digitalisierung in den Mittelpunkt unseres gesamten Denkens stellen

​Das Thema Digitalisierung kommt zunehmend in der Mitte der Gesellschaft an – und ist trotzdem immer noch viel zu weit davon entfernt: die Erkenntnisse aus einer Woche digitaler Großveranstaltungen.

Anzeige
Anzeige

Zwei digitale Großveranstaltungen in einer Woche – die auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben: Die OMR in Hamburg und die re:publica in Berlin. Die einen machen Marketing und Business, die anderen beschäftigen sich meistens mit dem Großen und Ganzen und manchmal auch mit dem Kleinen und Abseitigen.

Zwei Veranstaltungen, zwei Zahlen: 50.000 und 10.000. So viele Besucher dürften es in Hamburg und in Berlin am Ende gewesen sein. Diese Zahlen stehen hier nicht zum Vergleich der Veranstaltungen gegeneinander. Sondern als Verdeutlichung: Das digitale Leben ist im Mainstream angekommen.

Die OMR hat offenbar zum ersten Mal Einfluss auf die Hamburger Hotelpreise genommen, während die re:publica vom Bundespräsidenten eröffnet wurde.

Ctab Mittelstand Contentbild
Der Mittelstand digitalisiert sich!

Die E-Handwerker kommen! Dank Digitalisierung wird im Handwerk jetzt einiges möglich, was gerade noch unmöglich erschien. Das verlangt neues Know-how, bietet im Mittelstand aber auch viele Chancen: jetzt im LEAD Bookazine 1/2019.

Ein eigenes Digital-Ministerium ist in Deutschland immer noch eine Utopie

Klingt der Begriff "Mainstream" abwertend? Das soll er nicht sein - im Gegenteil. Kaum etwas wäre so nötig wie das Herausholen der Digitalisierung aus der Nerd-Ecke. In der steht sie in Deutschland immer noch verblüffend oft. Ein eigenes Digital-Ministerium ist in Deutschland immer noch eine Utopie, auch wenn es Doro Bär jetzt in den Rang einer Staatsministerin geschafft hat. Trotzdem: Immer noch können hochrangige Politiker wie Bildungsministerin Anja Karliczek Unfug verbreiten wie den, dass es 5G nicht an jeder Milchkanne brauche. Dabei ist ja der Witz an 5G, dass man die Technologie buchstäblich an jeder Milchkanne brauchen wird.

Anzeige

Oder das Thema Bildung: Über die Verstärkung von Medien- und Digitalkompetenz in deutschen Schulen diskutieren wir seit einer gefühlten Dekade. Wer den traurigen Zustand an durchschnittlichen deutschen Schulen kennt, der weiß, warum man sich in jedem Schulamt schon übermäßig freut, wenn man in einer Klasse das Tablet im Unterricht installieren kann.

Und für das deutsche Mobilfunk-Netz schämen sich sogar so manche Minister.

Es gibt so gut wie kein Thema mehr, das sich ohne einen Digitalisierungs-Aspekt denken lässt

Genau deswegen ist es mehr als ein Akt der Freundlichkeit, wenn der Bundespräsident die re:publica eröffnet. Es ist nicht nur Wertschätzung für diese immer noch großartige Veranstaltung. Sondern auch das Signal nach außen: Wir müssten langsam mal anfangen, Digitalisierung in den Mittelpunkt unseres gesamten Denkens zu stellen. Es gibt so gut wie kein Thema mehr, das sich ohne einen Digitalisierungs-Aspekt denken lässt: Bildung, Mobilität, Gesundheit, Arbeit, Medien. Gemessen daran ist die Implementierung einer Staatsministerin ins Bundeskanzler-Amt ein kümmerlicher Schritt.

Deshalb nochmal die Zahl: 60.000 Menschen auf zwei Veranstaltungen, die das Thema Digitalisierung haben. Die Branchen haben schon lange erkannt, was in der Politik anscheinend nur zögerlich ankommt.

Dabei lebt die Digital-Szene in Deutschland inzwischen spürbar auf - obwohl es bizarr ist, immer noch von Szenen sprechen zu müssen. Wer sieht, was sich aktuell bei Start-ups und auch bei etablierten Unternehmen tut, wer einmal einen Rundgang über das re:publica-Gelände gemacht hat, bekommt eine Ahnung, was in Deutschland alles möglich wäre. Hier hat die Zukunft schon lange begonnen.

Ob wir allerdings bei der nächsten re:publica und OMR schon einen "richtigen" Digitalminister haben, der von sich aus beide Veranstaltungen besucht, sollte man bezweifeln. 2019 jedenfalls gefiel sich Doro Bär darin, sich auf Twitter zu beklagen, sie habe keine formale Einladung erhalten.

Auch interessant: re:publica: LEAD-Summary zum Dienstag - mit Karsten Lohmeyer

Newsletter

Mit dem LEAD Newsletter und dem LEAD Tech Newsletter immer top informiert zu allen Themen des digitalen Lebens. Egal ob beruflich oder privat.

Anzeige
Verlagsangebot
Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Alle Stellenangebote
Anzeige