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​Statista verdient sein Geld mit Unternehmen jeder Größe und aus jeder Branche. Schwandt: „Jeder muss heute Thesen mit Daten belegen.“ (Foto: iStockphoto)
Startup SEO Business

Im Podcast: Wie Statista mit Paid Content erfolgreich wurde

Jeder im Online-Business ist schon einmal der Statistik-Plattform Statista begegnet. Aber wie funktioniert das Geschäftsmodell hinter den Balkengrafiken? Im Podcast der Online Marketing Rockstars (OMR) erklärt Co-Gründer Friedrich Schwandt, warum die Paid-Content-Strategie von Statista aufgeht und wie das Unternehmen im SEO-Bereich so erfolgreich werden konnte.

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2007 gründeten die beiden Unternehmensberater Friedrich Schwandt und Tim Kröger Statista in Hamburg. „Von Statistiken hatten wir Ahnung, es gab damals nur keine Plattform, auf der du Statistiken zentral finden konntest“, sagt Schwandt im Podcast von OMR.

Also begannen die beiden damit, eine Datenbank zu allen möglichen Themen aufzubauen – der Zugang zu dieser Datenbank sollte dann Geld kosten. Und das scheint zu klappen: „Paid Content ist ganz einfach: Wenn es die Leute brauchen und nirgendwo anders finden, dann zahlen sie auch dafür“, sagt Schwandt.

Statista hat heute 550 Mitarbeiter und plant mit Abo-Erlösen in Höhe von 50 Millionen Euro in diesem Jahr. Ende 2015 kaufte Ströer für 57 Millionen Euro 78,8 Prozent der Anteile am Unternehmen. Branchengerüchten zufolge lag die Zahlung an die Gründer durch zusätzliche Optionen sogar deutlich darüber. „Dem Charme von Udo Müller [Ströer-Chef, d. Red.] kann sich keiner entziehen“, sagt Schwandt. Er glaubt daran, in den nächsten Jahren 200 bis 300 Millionen Euro Umsatz machen zu können.

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Was haben Statistiken mit Netflix zu tun?

Statista verdient sein Geld mit Unternehmen jeder Größe und aus jeder Branche: „Wir haben alles als Kunden: Borussia Dortmund und Bayern München. Die evangelische Kirche und die katholische Kirche. Alle Parteien, Ortsvereine, Zahnärzte. Jeder muss heute Thesen mit Daten belegen.“

Google, Amazon und andere Konzerne dieser Welt zahlen laut Schwandt 200.000 bis 300.000 Euro pro Jahr für den Zugang zur Plattform. Kleinere Unternehmen berappen aber eher 5.500 Euro pro Jahr.

Die kleinen „Premium-Accounts“, die nicht alle Statistiken und Studien beinhalten, kosten 600 Euro. Der Gründer vergleicht sein Unternehmen aber nicht nur wegen des Abo-Modells mit der großen US-Serien-Plattform Netflix:

„Wir setzen immer stärker auf eigene Content-Erstellung. Das Ziel ist es, demnächst ein Verhältnis von 50 zu 50 zwischen Eigen- und Fremd-Content zu haben.“ Um das zu schaffen, ist bereits ein Drittel der Belegschaft für Content-Erstellung zuständig – die größte deutsche Wirtschaftsredaktion sozusagen.

Gestartet war Statista ausschließlich mit Inhalten von Marktforschungsunternehmen wie Allensbach, Nielsen, Forrester & Co. Heute habe das Unternehmen 22.000 Verträge mit Content Partnern.

Diese würden Teile ihrer Daten meist kostenlos zur Verfügung stellen. Statista baut daraus dann zum Beispiel die bekannten Grafiken und verweist dann auf die Original-Studie.

Wer tiefer einsteigen will, muss diese dann beim entsprechenden Marktforschungsunternehmen kaufen. Damit ist die Plattform am Ende auch Lead-Generierer für die vielen Partner aus der Branche.

SEO-Erfolg so nebenbei

Die großen Unternehmenskunden sammelt Statista immer noch durch klassische Telefon-Akquise und Vor-Ort-Termine ein. Zur Bekanntheit der Marke haben aber vor allem starke Platzierungen in der Google-Suche zu unzähligen Keywords beigetragen.

Die deutsche Statista-Seite rankt bei Keywords wie „Inflationsrate“, „Statistiken“, „Lebenserwartung“ oder „Reichster Mann der Welt“ auf der 1. Dabei sei SEO zum Start gar nicht die grundlegende Erfolgsstrategie gewesen, so Schwandt: „Wir haben erstmal gesagt, dass wir keine geschlossene Datenbank bauen wollen. Die Nutzer sollten sehen, was sie bekommen. Also sieht jeder zumindest die Balken der Statistiken nur ohne Zahlen.“

Das habe sich fast nebenbei richtig gut auf die SEO-Aktivitäten ausgewirkt und für gute Platzierungen gesorgt.

Heute verzeichnet Statista laut Schwandt 14 Millionen Visits im Monat, Deutschland sorge für 30 Prozent des Traffics. Die Google-Abhängigkeit in Sachen Traffic hat aber auch Schattenseiten.

Nach einem Google-Update im Februar 2017 sei der Traffic bis August 2017 um 30 Prozent eingebrochen. Mittlerweile habe sich dieser im Vergleich zu Anfang 2017 zwar wieder verdoppelt, trotzdem habe Schwandt noch mal vor Augen geführt bekommen, wie groß die Abhängigkeit tatsächlich ist. „Wir sagen uns einfach immer, Google weiß eh alles. Schummeln oder Tricksen lassen wir deshalb einfach gleich“, sagt er.

Warum manche Statista-Vertriebler mehr Geld verdienen als die Gründer, welche Probleme Friedrich Schwandt schlaflose Nächte bereiten und wie die Internationalisierung des Konzepts klappen soll, hörst du im Podcast von OMR.

Dieser Text ist zuvor bei Online Marketing Rockstars erschienen.

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