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Magdalena Rogl
LEADface Magdalena Rogl (Foto: W&V)
Kolumne leadfaces equality

No women, no cry

Letzte Woche war der Weltfrauentag, das Thema Frauenförderung ist in aller Munde. Großartig, oder? Nein, sagt LEAD-Kolumnistin Magdalena Rogl. Im Gegenteil.

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Zwei Kinder – ein Junge und ein Mädchen – erledigen dieselbe Aufgabe. Zur Belohnung erhält der Junge ein volles Glas mit Süßigkeiten. Das Glas des Mädchens ist deutlich leerer. Mit großen Augen schaut sie in ihr Glas, lässt ihre Augen ungläubig auf das Glas des Jungen wandern und blickt dann fragend in die Kamera.

Dieses Video eines norwegischen Finanzverbundes ging in den letzten Tagen viral und obwohl ich es selbst großartig finde, hat mich gewundert, wie viele Leute es entrüstet teilen – denn eine Überraschung ist das nicht.

Frauen verdienen durchschnittlich 21 Prozent weniger

Die Daten des statistischen Bundesamts belegen, dass Frauen – gemessen am Durchschnittsbruttolohn – mehr als 20 Prozent weniger verdienen, als Männer. Und das ist keine neue Tatsache, sondern das ist das (bescheidene) Ergebnis aus jahrzehntelangem Kampf für Gleichberechtigung.Man kann darüber streiten, ob diese Zahlen so gewertet werden können, was die Gründe dafür sind und wo der Hund begraben liegt. Fakt ist, dass Frauen – nicht nur finanziell – noch immer benachteiligt sind. Und das ist armselig.

Weltfrauentag – und wo sind die Männer?

Sich für Benachteiligte einzusetzen, liegt ja eigentlich in der Natur jedes einigermaßen empathischen Menschen. Aber obwohl ich in der Woche des Weltfrauentags fünf Veranstaltungen besucht habe oder dort gesprochen habe, war der Anteil der Männer verschwindend gering. Dabei wäre das so wichtig, denn es geht hier nicht um Fronten, es geht nicht um Mann oder Frau, es geht ganz simpel um Gerechtigkeit. Und es reicht eben nicht zu sagen: „Ich hab ja nichts gegen Gerechtigkeit“. Gerechtigkeit ist etwas, für das sich jeder aktiv einsetzen sollte und für das es sich lohnt zu kämpfen.

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Diversity sorgt für Erfolg

Wir alle werden davon profitieren, wenn es mehr Diversity gibt. Genügend Studien belegen, dass diverse Teams erfolgreicher sind, Unternehmen von Vielfalt unter den Mitarbeitern profitieren und die deutsche Wirtschaft durch Diversity-Maßnahmen ein Einsparpotenzial von rund 21 Milliarden Euro hat. Vor allem die digitale Wirtschaft braucht mehr Frauen, denn die Digitalisierung wird unser aller Zukunft bestimmen. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass zukunftsweisende Technologien wie künstliche Intelligenz von diversen Teams entwickelt werden und es ethische Grundsätze gibt, in denen Diversity verankert ist.

Medien tragen Verantwortung – und jeder Einzelne

Auch die Medien tragen große Verantwortung, Diversität in unserem Alltag zu verankern. In den letzten Tagen ist es mir dank der Tweets, von Teresa Bücker, Carline Mohr oder Robert Franken wieder aufgefallen, wie fragwürdig die Thematik mancher Artikel, die Wortwahl mancher Texte und die Begründung mancher Entscheidungen ist.

Das ist ein Punkt, in dem jeder von uns – ohne großen Aufwand – Verantwortung übernehmen kann: Lasst uns doch versuchen im Alltag darauf zu achten, wie wir Themen angehen, wie wir sprechen, wie wir urteilen und wie wir nachdenken. Denn Meinungen haben die Chance sich zu ändern.

Magdalena Rogl ist Head of Digital Channels bei Microsoft und Corporate Influencer im besten Sinne. Sie ist Patchworkmama von vier Kindern und setzt sich besonders für das Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ sowie digitale Bildung ein.

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