Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Super Mario traurig
Super Mario schaut supertraurig. Denn bisher hat Nintendos neuer Onlinedienst nicht viel zu bieten (Foto: Nintendo)
Jörg Heinrich Nintendo Gaming

Nicht so super, Mario!

Mit der Switch, einer Konsole, die sowohl am Fernseher als auch unterwegs funktioniert, hat Nintendo ein phänomenales Comeback geschafft. Seit dem Start vor eineinhalb Jahren haben die Japaner über 20 Millionen Geräte verkauft. Und brillante Spiele wie "Super Mario Odyssey" oder "Zelda: Breath of the Wild" sind Welterfolge. Doch nun gibt es Ärger, denn mit dem heute gestarteten Internet-Service "Switch Online" sind die Fans alles andere als zufrieden. LEAD erklärt, warum Mario diesmal so gar nicht super ist.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Das ist Switch Online

Nintendo Switch Online
Das sind die bisher recht kargen Funktionen von Nintendos neuem Service "Switch Online" (Foto: Nintendo)

Im Gegensatz zu Sony mit "PlayStation Plus" und Microsoft mit "Xbox Live Gold" hat Nintendo für die Switch bisher keinen kostenpflichtigen Onlinedienst angeboten. Spiele wie "Mario Kart 8 Deluxe" oder "Splatoon 2" ließen sich zwar online zocken – aber dieser Service war seit dem Start der Switch im März 2017 kostenlos. Nintendo hat allerdings immer deutlich gemacht, dass dieses Gratis-Angebot in absehbarer Zeit endet. Und nun ist es so weit: Am 19. September startete "Switch Online". Damit verlangen die Japaner nun Geld für Leistungen, die bisher kostenlos waren. Und darüber hinaus hat der Service bisher nicht viel zu bieten. Ein unglücklicher Start.

So funktioniert Switch Online

Wenigstens der Einstieg ist leicht, wie der LEAD-Test gezeigt hat. Der Download und die Installation des Switch-Updates auf Version 6.0.0 dauert keine fünf Minuten. Danach ist im eShop der Konsole die neue Option "Nintendo Switch Online" zu finden. Dort lässt sich der Service abonnieren – und das auch mit einem kostenlosen 7-Tage-Test. Nach der Bestätigung des Abos durch den Nutzer sind die Online-Funktionen sofort verfügbar.

Das bietet Switch Online

NES Tennis
NES Tennis aus dem Jahr 1984 – mehr als ein paar Minuten macht das 2018 keinen Spaß mehr (Foto: Nintendo)

Die bisher kostenlosen Multiplayer-Spiele (bei denen Nintendo aber weiterhin keine moderne Servertechnik verwendet) sind nur ein Teil des neuen Services. Das Problem: Sehr viel mehr spannende Möglichkeiten bietet "Switch Online" zumindest bisher nicht. Einer der Bestandteile ist die neue Spiele-Bibliothek "Nintendo Entertainment System", mit der die Japaner Retro-Hits ihrer ersten Erfolgskonsole NES aus dem Jahr 1983 auf die Switch bringen. 20 Spiele wie "Donkey Kong", "The Legend of Zelda", "Dr. Mario" oder diverse "Super Mario Bros."-Oldies sind zum Start verfügbar, weitere sollen dazukommen.

Anzeige

Allerdings hat Nintendo diese auf HD aufgebohrten Titel erst kürzlich mit seiner Retro-Konsole NES Classic recycelt. Und bei allem Charme: Ein paar Minuten macht es zwar Spaß, sich durch die alten Hits zu wühlen. Aber wer hat heute noch Lust, sich mit dem pixeligen "NES Tennis" von 1984 abzumühen, wenn mit dem aktuellen "Mario Tennis Aces" ein spektakuläres Tennis-Spiel um ein Vielfaches mehr Spaß macht? Wer will 2018 noch "Super Mario Bros." zocken, wenn auf der Switch auch das umwerfende aktuelle "Super Mario Odyssey" installiert ist? Modernere Spiele bis hin zum GameCube oder der Wii wären deutlich attraktiver. Hoffentlich legt Nintendo hier noch nach. Außerdem kündigen die Japaner "exklusive Angebote" für Mitglieder an – und behalten bisher für sich, welche das sind.

Mario Tennis Aces
Ein Sieg mit 6:0, 6:0, 6:0! So sieht zum Vergleich übrigens das aktuelle "Mario Tennis Aces" auf der Switch aus (Foto: Nintendo)

Das sind die weiteren Funktionen

Neben Onlinespielen und NES-Oldies ermöglicht "Switch Online" auch das Speichern von Spieldaten in der Cloud. So bleiben Daten erhalten, wenn beispielsweise eine Switch-Konsole verloren geht oder defekt ist. Allerdings funktioniert diese Option nicht einmal mit allen Spielen, "FIFA 19" oder "Splatoon 2" bleiben beispielsweise außen vor. Zudem ist diese Funktion nur ein Notbehelf, weil Nintendo bisher keine vernünftige Möglichkeit geschaffen hat, Spieldaten extern zu speichern und auf eine andere Switch umzuziehen. Zudem bietet der neue Onlinedienst die Möglichkeit, über eine Smartphone-App mit anderen Spielern zu chatten. Im Vergleich zur PlayStation 4, bei der das direkt über den Controller und ein Headset funktioniert, ist das viel zu umständlich. Und noch ein Kritikpunkt: Damit die NES-Spiele auf der Switch erhalten bleiben, muss der Spieler zumindest einmal pro Woche kurz online gehen. Wer im Urlaub längerfristig kein Internet hat, kann nicht weiterzocken.

Das kostet Switch Online

Mario Kart
Mario Kart 8 Deluxe – ab sofort sind Online-Rennen kostenpflichtig (Foto: Nintendo)

Einziger kleiner Trost für Nintendo-Fans: Im Vergleich zu Sony und Microsoft, die beide 59,99 Euro pro Jahr für ihre Onlinedienste verlangen, ist "Switch Online" wenigstens deutlich günstiger. Das Jahresabo bei Nintendo kostet 19,99 Euro. Wer nur einen Monat buchen will, zahlt 3,99 Euro. Ein Familienzugang für bis zu acht Accounts kostet 34,99 Euro im Jahr. Ach ja, noch einen Trost gibt es: Um das Über-Spiel "Fortnite Battle Royale" weiterhin online zocken zu können, ist kein Abo erforderlich. Das klappt weiterhin gratis.

So reagieren die Nutzer

Das YouTube-Video, in dem Nintendo den Service präsentiert, hat einen regelrechten Shitstorm ausgelöst. Die aktuellen Zahlen zum Start von "Switch Online": 7.722 Daumen nach oben, 32.837 Daumen nach unten – und mehr als 13.000 überwiegend negative Kommentare. Beispiele: "Das ist das erste Mal, dass ich ein Nintendo-Video disliked habe" oder "Die Spiele kosten 59,99 Dollar und mehr – warum muss ich dann auch noch fürs Online-Spielen bezahlen?". Und: "Gut 80 Prozent Dislikes. Das ist der Anfang vom Ende. Und dabei waren sie mit der Switch auf so einem guten Weg. Gier zahlt sich nicht aus."

Das ist das Fazit von LEAD

Mit dem missratenen Start von "Switch Online" zeigt Nintendo erneut, dass es zwar überragende Spiele und Konsolen designen kann, die Online-Welt aber immer noch nicht verstanden hat.

Anzeige
Anzeige
Verlagsangebot
Anzeige
Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Alle Stellenangebote