Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
I Stock 458554929 1600X900
Kommt die neue Regelung, muss YouTube faktisch seinen gesamten Content auf der Plattform auf Urheberrechtsverletzungen kontrollieren, um möglichen Ansprüchen zu entgehen (Foto: istockphotos)
Youtube Influencer Google

Neues Urheberrecht: Was es für Influencer & YouTuber bedeutet

Das Ende des Internets ist besiegelt! Zumindest fast, wenn es nach den Stimmen europäischer YouTuber geht. Die Reform des EU-Urheberrechts wirft ihre Schatten voraus und unter den YouTube-Größen & Influencern macht sich Panik breit. Ein Überblick zur geplanten Reform.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

„Mein Kanal wird gelöscht“, „Warum es YouTube nächstes Jahr nicht mehr gibt“ oder „Wehrt euch, stoppt Artikel 13“ – selten waren YouTube-Videos so politisch. Doch was hat es mit Artikel 13 auf sich? Und droht dank europäischem Parlament im Jahr 2019 nun das Ende des Internets?

Die geplante Reform des EU-Urheberrechts soll vor allem eines: urheberrechtlich geschützte Werke kennzeichnen und insbesondere regeln, wie sie im Internet verwertet und verwendet werden dürfen. Ziel ist es, Urheberrechte mit Blick auf die Erschaffer im digitalen Raum zu regeln. Denn bislang herrscht hier noch oft Unklarheit. Zugleich soll das neue EU-Urheberrecht anderen Künstlern Anreize schaffen, neue Inhalte zu produzieren und somit kulturelle Vielfalt weiterhin zu garantieren.

Dass es an der Zeit ist, für eine EU-Urheberrechts-Reform steht außer Frage. Das aktuelle Gesetz stammt von 2001, da steckte vor allem das digitale Leben noch in den Kinderschuhen.

Auch interessant: How to: YouTube

Wissenswertes zum Thema findest du im neuesten W&V-Report "Influencermarketing rechtskonform und sicher", den W&V zusammen mit dem auf Onlinerecht spezialisierten Rechtsanwalt Dr. Carsten Ulbricht umgesetzt hat. Der ausführliche Report gibt Checklisten zu Vertragsabschluss und Kosten sowie eine große Übersicht zur Kennzeichnungspflicht an die Hand. Hier geht es zum Report!

Anzeige

Google, YouTube & soziale Netzwerke sind vom neuen Urheberrecht betroffen

Die neue Reform soll zukunftstauglich sein, sodass auch künftige technologische Entwicklungen möglich sind. Eine länderübergreifende Vorschrift „über die Ausübung und Durchsetzung der Nutzung von Werken“ bei Dienstanbietern sowie über die Transparenz bei Verträgen mit Kreativen und der Abrechnung soll festgelegt werden.

In Artikel 11 soll beispielsweise ein europäisches Leistungsschutzrecht verankert werden: Onlinedienste sollen dafür zahlen, wenn sie Ausschnitte aus Presseartikeln verbreiten. Es geht dabei um Dienste wie Google, die auf Artikel verlinken und mit der Werbung, die sie um die Suchergebnisse herum ausspielen, Geld verdienen.

Bei Artikel 13 kommen dann Plattformen wie YouTube ins Spiel. Denn gerade soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram und YouTube, aber auch Google, nutzen kreative Leistungen im digitalen Bereich laut EU-Kommission ohne angemessenen Gegenwert.

Portale wie YouTube sollen nach der Reform mehr Vergütungen an Kreativschaffende zahlen. Auch soll YouTube Lizenzen mit Urheberrechtsinhabern wie Filmstudios abschließen, oder jene Urheberrechtsverletzung schon im Voraus verhindern.

Lead 4 Cover 1200X1200
Wie bitte?

Noch nie gab es so viele Möglichkeiten zu kommunizieren. Wie Unternehmen es dennoch schaffen, ihre Botschaft erfolgreich zu vermitteln? Das LEAD Bookazine 4/2018 gibt unter anderem Tipps für den Einsatz von Voice-Skills, UX und Change-Management im Arbeitsleben. So gelingt Kommunikation – ohne Missverständnisse.

YouTube kann bei einer Urheberrechtsverletzung in Anspruch genommen werden

„Bislang konnte YouTube nur für durch Dritte auf der Plattform verübte Urheberrechtsverletzungen als sogenannter Störer in Anspruch genommen werden“, sagt Rechtsanwalt Christian von Strobl-Albeg von der Kanzlei Löffler-Wenzel-Sedelmeier in Stuttgart.

„Als Störer kann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs bei der Verletzung absoluter Rechte wie dem Urheberrecht oder dem Markenrecht auf Unterlassung in Anspruch genommen werden, wer – ohne Täter oder Teilnehmer zu sein – in irgendeiner Weise kausal zur Verletzung des geschützten Rechtsguts beiträgt. Der Störer ist nicht verpflichtet, die von ihm gespeicherten Informationen auf etwaige Rechtsverletzungen zu überprüfen. Wenn der Störer jedoch auf eine klare Rechtsverletzung hingewiesen wird, muss er das beanstandete Angebot unverzüglich sperren.“

„Die EU plant nun, das Urheberrecht dahingehend zu ändern, dass YouTube direkt in Anspruch genommen werden kann, wenn eine Urheberrechtsverletzung auf der Plattform durch Dritte begangen wird.“ Das bedeute für YouTube, künftig könnte der Geschädigte seine Ansprüche direkt bei der Plattform geltend machen und müsse nicht nach dem eigentlichen Verursacher suchen, so Anwalt von Strobl-Albeg.

Das wiederum würde bedeuten: Kommt die neue Regelung, muss YouTube faktisch seinen gesamten Content auf der Plattform auf Urheberrechtsverletzungen kontrollieren, um möglichen Ansprüchen zu entgehen. „Zwar hat YouTube bereits eine teure Software „Content ID“ im Einsatz, die Urheberrechtsverletzungen filtern und aussieben kann, aber es gibt nach meinem Kenntnisstand keine 100-prozentige Kontrolle“, so Christian von Strobl-Albeg.

Verlagsbox Seminar Datenschutz

Mobile, Social, Big Data - das Online-Marketing lebt von Daten. Aber gehen Sie auch korrekt damit um? Vor allem im Hinblick auf das Inkrafttreten der EU-Datenschutzgrundverordnung am 25. Mai 2018? Machen Sie sich fit in unserem Seminar und melden Sie sich gleich an.

YouTube verfolgt zwei Strategien

Um die neue Reform zu verhindern, verfolgt die Plattform nun zwei Strategien: auf das neue EU-Urheberrecht aufmerksam zu machen und seine Influencer aufzufordern, sich dagegen stark zu machen sowie über mögliche Folgen aufzuklären.

„Wegen des möglichen Haftungsrisikos könnte YouTube nach Einführung der Regelung nur noch Accounts von Inhabern zulassen, die sich complient verhalten und ihre eigenen Kanäle auf Rechtsverletzungen kontrollieren.“ Die Problematik: wirkliche Sicherheit können nur Firmen mit Rechtsabteilungen garantieren, Amateur-Accounts müssten dann wohl schließen.

Kommt die EU-Urheberrechtsreform, wie es der Entwurf vorsieht, könnte das auch Uploadfilter auf Plattformen zur Folge haben. Kritiker fürchten damit eine Zensur von Beiträgen. Upload-Filter arbeiten automatisiert mit Algorithmen - Zitate oder Satire könnten hier unfreiwillig mit rausgefiltert werden. Gerade Memes könnten künftig nicht mehr zeitnah – oder gar nicht mehr – ausgespielt werden.

Fakt ist: Die neue EU-Urheberrechtsreform polarisiert – nicht nur auf YouTube. Eine Petition auf change.org hat bereits über 4 Millionen Unterzeichner (Stand 18.12.).

Noch ist nichts entschieden: Die EU-Gremien sind sich noch uneinig. Vergangene Woche wurde erneut über den Gesetzesentwurf gestritten, doch EU-Kommission, -Parlament und Rat kamen zu keinem Konsens. Möglicherweise muss also erneut getagt werden, bevor das EU-Parlament das neue EU-Urheberrecht 2019 verabschieden kann.

Die gute Nachricht zum Schluss: Links dürfen künftig weiterhin von Nutzern auf sozialen Netzwerken geteilt werden. Jene Klausel für Hyperlinks wurde bereits gestrichen.

Auch interessant: Die erfolgreichsten YouTube-Videos des Jahres

Teaserbild Neu
Minimal-Onliner oder Technik-Enthusiast?

Tinder ersetzt die Bar, Alexa die Sekretärin. Die digitale Welt ist mit der realen Welt längst eins geworden. Nur will die Realität nicht jeder wahrhaben. Wie souverän bewegst du dich im vernetzten Leben?

Anzeige
Anzeige
Verlagsangebot
Anzeige
Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Alle Stellenangebote