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LEAD-Kolumnist Matthias Mehner (Foto: Martin Kroll/Collage: Uli Kurz)
Technologien Innovation hype

Neue Technologien: Wie du Hypes einordnen kannst

Im dritten Teil meiner Mini-Serie über den Blick auf neue Technologien und Innovationen geht es – nach Angst und Skepsis – heute um Hypes.

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Hypes sind ganz bestimmt auch ein Grund dafür, dass wir neuen Technologien oft skeptisch gegenüberstehen. Es kommt ja nicht selten vor, dass Hypes gern mal zu Rohrkrepierern werden.

Dann schlägt die Stunde der ganz Schlauen, die schadenfreudig und neunmalklug zum Besten geben: „Ich habe es ja gleich gewusst, das setzt sich nicht durch."

„Ikarus Hypes“ – zu schnell, zu hoch und zu wenig ausgereift

Kurzfristige Hypes, die meist durch PR und Netzwerkeffekte in kürzester Zeit zum Massenphänomen werden, geht es oft wie dem Sohn des Daidalos. Wer übermütig zu schnell zu hoch will, muss die Strafe der Götter fürchten und findet sich schneller auf dem Boden der Realität wieder, als es gesund ist.

Regelmäßig passiert das mit „der nächsten großen Social Media Plattform“. Wer erinnert sich nicht an die sogenannten "Facebook-Killer" wie Diaspora, Vero, Ello oder Peach.

Hier scheitern die Angebote meistens am Metcalfeschen Gesetz, also dem Fehlen einer ausreichend großen Anzahl der möglichen Verbindungen, die ich bereits Ende Mai in dem Artikel zum Thema WhatsApp Dominanz beschrieben habe.

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Buzz, Buzz, wir brauchen Buzz!

An langfristigen Hypes ist meistens etwas dran. Aber oft ist es nur neuer Wein in alten Schläuchen, der dann beim Buzzword Bingo jeden Preis abräumt. Was mal Data based Marketing hieß, wurde als Big Data zum Hype und verschmilzt heute gern im Thema künstliche Intelligenz.

Auch Influencer gab es schon vor Dagi Bee und Caro Daur. Damals waren diese Personen eben „bekannt aus Funk und Fernsehen“ und hießen Thomas Gottschalk und Franz Beckenbauer. Heute bringen Webstars ihre eigene Reichweite auf Instagram oder YouTube und (manchmal) ihre eigene Kreativität mit. Funktioniert heute wie damals mal so, mal so.

Hyper Hyper Hype Cycle

Um langfristige Trends und Hypes auf einer etwas mehr wissenschaftlichen Basis einzuordnen, gibt es zum Beispiel den Gartner Hype Cycle. Auf Basis von zigtausenden Analysten und noch mehr Studien wirft Gartner hier einmal im Jahr einen Blick in die Zukunft und ordnet Trends von „was kommt, aber niemand hat es auf dem Schirm“ zu „überzogene Erwartung, über die jeder spricht“ und dann weiter zum „Tal der Tränen“, der „Erleuchtung“ bis hin zum „Mainstream“.

Die von Gartner aufgeführten Hype-Themen haben eine erstaunlich hohe Trefferquote. Auch hier ändern sich oft die Bezeichnungen von Buzzword A zu Buzzword B und der Zeithorizont, in dem sich Technologien durchsetzen, schwankt gern mal um mehrere Jahre.

Böse Zungen behaupten gar, dass Gartner einfach eine so breite und vage Aussage zu den Themen hat, dass sich das ein oder andere schon bewahrheiten wird.

Heute vor 10 Jahren - ein kurzer Faktencheck mit Gartners Hype Cycle 2008

Gartner 2008
Gartners Hype Cycle (Grafik: Gartner)

Schauen wir doch mal auf die Gartner Hypes von vor 10 Jahren.

Damals war „Green IT“ auf dem Höhepunkt des öffentlichen Interesses und sollte sich in zwei bis fünf Jahren zum Mainstream durchsetzen. Nun gut, stromsparendere Prozessoren, weniger Müll und mehr Recycling haben sich als Trend über alle Industrien etabliert. Eine Trendwende war Green IT aber nicht.

2008 beginnt die Ära des „Cloud-Computings“. Laut Gartner mit einer Prognose von fünf Jahren bis zum Plateau of Productivity. 2015 taucht die Technologie im Hype Cycle schon gar nicht mehr auf, weil sie inzwischen den Massenmarkt erreicht hat.

Das Thema "Augmented Reality" sollte binnen fünf bis zehn Jahren - also spätestens 2015 - seinen Höhepunkt in der öffentlichen Wahrnehmung erreichen. Diese Vorhersage trifft sicherlich zu - marktreif sind aber erst wenige Produkte und bis zum Mainstream wird es wohl noch dauern.

„Virtual Assistants“ waren laut Gartner in 2008 schon im Tal der Tränen. Durch Alexa, Siri und Co sind sie meiner Einschätzung nach 2018 aber wieder ganz oben auf dem Berg der überzogenen Erwartung. Für Erleuchtung und Mainstream fehlen heute noch echte Mehrwerte außerhalb von Musik hören und News vorlesen lassen. Gartner sieht das ähnlich und schickt Virtual Assistants im Hype Cycle 2017 wieder den Hügel rauf.

Und welcher Hype darf es heute sein?

Wie gesagt, Virtual Assistants sind im aktuellen Hype Cycle (2017) wieder ganz oben. Da sind sie mit Smart Home, Deep Learning, Machine Learning und IoT Platform in guter Gesellschaft.

Blockchain und Augmented Reality befinden sich auf Talfahrt, während Augmented Reality jetzt wohl nur noch zwei bis fünf Jahre bis zum Mainstream benötigt.

In den nächsten Wochen erwarten wir die Veröffentlichung der Gartner Hypes 2018. Ich bin gespannt, ob und wo Themen wie Podcast oder Influencer Marketing ihren Platz finden.

Über den Autor: Matthias Mehner ist Vice President Strategy & Innovation bei WhatsBroadcast.

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