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Den Blog "Julispiration" betreibt Julia Hansen neben ihrem Beruf als Projektmanagerin (Screenshot: Julispiration)
LEAD 03/18 Influencer Influencer Marketing

Nebenjob: Influencerin

Unter Jüngeren gilt Influencer als Traumberuf, dabei betreiben viele Social Media-Stars ihre Karriere neben ihrem eigentlichen Job. Wie lässt sich das vereinbaren? Was sagt der Chef? Was muss man rechtlich beachten? LEAD hat mit einer Teilzeit-Influencerin gesprochen.

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Das blonde Haar wirbelt umher, gut gelaunt strahlt Julia Hansen in die Kamera. „Hallo ihr Regentröpfchen.“ Jeden Abend entführt die 24-Jährige aus Kiel ihre 37.400 Follower in ihre bunte Welt auf Instagram. Sie selbst nennt es die „daily dose of craziness und happiness“, ihre Follower lieben ihre fröhliche Art, ihren Style und ihre pastellrosafarbene Mädchenwelt. Julia Hansen ist Influencerin und Bloggerin, zumindest abends und am Wochenende.

Tagsüber sitzt sie als Projektmanagerin in einer Kieler Werbeagentur, berät als Projektmanagerin ihre Kunden. Zwei Welten, die es zu vereinen gilt – und die so manches Vorurteil mit sich bringen. Julia Hansen sagt: „Beide Jobs sind meine Leidenschaft und schließen sich nicht aus.“

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2016 beginnt die heute 24-Jährige auf Instagram aus Spaß Fotos hochzuladen. Was erst nur für ihre Freunde bestimmt ist, findet schnell auch bei anderen Usern Anklang. Erste Unternehmen kommen auf Julia Hansen zu, 2017 beschließt sie, aus ihrem Instagram-Account "Julispiration" ein kleines Business zu aufzubauen.

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Julia Hansen hat über 37.000 Follower auf Instagram (Foto: privat)

Als sie das erste Mal Geld für eine Kooperation erhält, traut sie sich, ihre Familie und Freunde einzuweihen – und auch ihren Chef. „Es war schwer, meine Internetpräsenz geheim zu halten. Kollegen hatten bereits nach und nach meinen Account entdeckt.“ Anfangs wird sie für ihre Influencer-Karierre belächelt, als ihr Account und Blog aber immer erfolgreicher werden, wirft auch der Chef einen Blick in die bunte Welt ihres Blogs. „Ich wusste, das sind schon zwei Welten, die da aufeinanderprallen“, sagt Hansen. Tagsüber sitzt sie seriös im Meeting, abends quasselt sie „Quatsch in die Kamera“, wie sie selbst sagt. „Aber beides bin ich, zu beidem stehe ich.“

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Wer nebenher Influencer ist, sollte das mit dem Chef abklären

Das erkennt auch ihr Chef. Nebenjobs müssen meist beim Arbeitgeber genehmigt werden, dürfen aber nicht so einfach verboten werden. Arbeitnehmer dürfen grundsätzlich erst einmal einen Nebenjob in ihrer Freizeit nachgehen – solange der Job nicht mit dem Hauptjob kollidiert.

Influencermarketing ist wohl der momentan beliebteste Nebenjob der Welt. Mit der eigenen Person im Internet Geld verdienen, Produkte testen und Reisen erleben, lässt vor allem junge Berufseinsteiger von der Nebenbei-Karriere träumen. Durch den öffentlichen Job ist es gerade in seriösen Branchen von Vorteil, im Vorfeld mit dem Chef abzuklären, ob der professionelle Internetauftritt mit der Arbeitsstelle vereinbar ist. Auch Julia ging den professionellen Weg und klärte ihren Chef über ihre Nebentätigkeit auf.

Das Influencer-Wissen kann in Agenturen auch nützlich sein

Julia Hansens Chef gibt sein Okay, ihre nebenberufliche Influencer-Tätigkeit steht im Arbeitsvertrag. Einschränkungen von Seiten ihres Arbeitsgebers gab es bisher nicht. „Die Werbeagentur ist sicher dankbarer als beispielsweise der öffentliche Dienst. Die Barrieren sind nicht so hoch.“ Aber immer mehr Kollegen wie Kunden folgen ihr auch abends im Internet. „Man muss schon im Hinterkopf haben, dass Menschen aus meinem beruflichen Umfeld dazu kommen und sich meine beiden Arbeitswelten überschneiden können.“ Den Umgang damit lerne man mit der Zeit. Negative Erfahrungen hat Hansen bisher nicht gemacht.

Im Gegenteil, Julias Influencer-Wissen nutzt auch ihr Arbeitgeber. Immer öfter wollen Kunden im Online-Marketing Fuß fassen, Julia Hansen berät bei Influencer-Relations und kann ihr gelerntes Wissen als Projektmanagerin einsetzen. „Ich weiß, wie man mit Influencern verhandelt, welche Angebote in Ordnung sind und welche Persönlichkeiten authentisch sind“, sagt die 24-Jährige.

Für ihren noch recht neuen Nebenjob hat die Kielerin ein Gewerbe angemeldet. Als Kleinunternehmerin setzt sie Kooperationen auf Social Media wie auf ihrem Blog um.

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Raus aus dem Büro bedeutet für Julia Hansen nicht unbedingt Feierabend. Nach Dienstschluss ist die 24-Jährige Influencerin (Foto: privat)

Endet ihr Arbeitstag in der Werbeagentur, beginnt ihr zweiter Arbeitstag. „Ich sitze eigentlich jeden Abend noch drei bis vier Stunden an meinem Blog und mache Social Media.“ E-Mails müssen beantwortet werden, Briefings für Kooperationen geschrieben werden.

Ebenfalls auf dem Influencer-Arbeitsplan: Fotos produzieren, bearbeiten und posten. Blogtexte müssen geschrieben, zur Freigabe geschickt und veröffentlicht werden. „Und dann will ich ja auch mit meiner Community im Austausch sein, Nachrichten beantworten und auf Kommentare eingehen.“ Viel Freizeit bleibt der 24-Jährigen nicht, oft enden ihre Tage in einer Nachtschicht. „Ich habe etwas gefunden, was ich liebe, deswegen macht mir all die Arbeit gar nichts aus“, sagt Julia Hansen.

Doch manchmal crasht auch der Nebenjob ihr reales Leben. „Manchmal komme ich schon in den Konflikt, was ich wirklich machen will.“ Ihr Job in der Werbeagentur hat Priorität, noch will sie hier arbeiten und mehr lernen. „Aber natürlich denkt man manchmal auch darüber nach, wie es wäre, seine ganze Power auf Social Media zu setzen.“

Damit das Vereinen beider Welten gut klappt, kommt ihr eigener Chef der 24-Jährigen sehr entgegen. „Für Events und Kooperationen kann ich auch öfter unbezahlten Urlaub nehmen.“ Manchmal muss "Julispiration" aber auch zurückstecken. Dann, wenn ein wichtiger Kundentermin ansteht oder die Werbeagentur sie braucht.

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Manchmal überlegt Julia Hansen schon, ihren Nebenjob als Influencer zum Hauptberuf zu machen (Foto: privat)

Dass der Traum von der Influencer-Karriere nicht nur Julia Hansens ist, merkt sie in ihren Nachrichten. „Ich bekomme wahnsinnig viele Messages, wie man seinen Social Media-Auftritt seinem Chef erklärt.“ Ihr Rat: Kollegen einweihen, dann den Boss. Außerdem: „Ich poste nichts, was mir peinlich ist. Mein Leitfaden: Nur Dinge posten, die man auch auf einer Leinwand vor dem Haus ertragen würde.“ Verheimlichen würde sie ihre Social Media-Präsenz nicht. „Es kann ja nichts passieren, außerdem ist mein Account auch Ausdruck meiner Kreativität, also etwas Gutes.“

Skepsis räumt sie schnell aus dem Weg. Gerade sie, blond, Mädchen, ein Faible für Rosa, werde schnell in eine Schublade gesteckt. Aber: „Die meisten wissen gar nicht, wie viel Arbeit hinter einem Account steckt.“ Ihr Ziel: aufklären und mit den Vorurteilen aufräumen.

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