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Nachhaltige Retouren  Fotolia 47477902 Web
Eine nachhaltige Logistikkette mit Fahrradkurieren verspricht das Start-up nok (Foto: Fotolia)
Start-up E-Commerce Nachhaltigkeit

Nachhaltige Retouren: Ein Start-up zeigt, wie's funktionieren kann

Pro Jahr wird eine dreistellige Millionenzahl von Paketen in Deutschland an die Versandhändler zurückgeschickt. Das schadet sowohl der Umwelt als auch dem Umsatz. Das Berliner Start-up nok will das ändern und bietet nachhaltige Retouren an.

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"Schrei' vor Glück! Oder schick‘s zurück" - so wurde der Fashion-Versandhändler Zalando groß. Seitdem hat sich noch nicht viel geändert: Die Deutschen bestellen immer mehr – und retournieren in noch größerem Maße.

Die Zahlen sind erschreckend: Pro Jahr soll eine dreistellige Millionenzahl von Paketen in Deutschland an die Versandhändler zurückgeschickt werden. Und die sind von den Rücksendungen offensichtlich überfordert. Laut einer Recherche von frontal21 im vergangenen Sommer sollen die Online-Riesen die Retouren massenweise vernichten.

Insbesondere Amazon ist dafür in die Kritik geraten. Die Empörung war groß, Umweltschützer beklagten die Verschwendung und die fehlende Nachhaltigkeit. Greenpeace forderte ein Vernichtungsverbot.

Eine nachhaltige Logistikkette mit Fahrradkurieren

Doch wer online kauft, will eben auch die Möglichkeit haben, das Produkt wieder zurückzuschicken, wenn es nicht den Vorstellungen entspricht. Dort möchte das Berliner Start-up nok ansetzen und nachhaltige Retouren anbieten. Mit-Gründer Volkan Uludasdemir sagte im Gespräch mit LEAD: „Wir haben dafür eine nachhaltige Logistikkette entwickelt, die ausschließlich Fahrradkuriere einsetzt.“

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Volkan
Die Gründer von nok: Bobby Wann, Volkan Uludasdemir, Renato Anselmi Ricci (Foto: nok)

Bisher hat nok vor allem mit Herstellern elektronischer Geräte kooperiert. „Viele Menschen wollen ein neues Gadget ausprobieren und schicken es dann wieder zurück. So ist es aus dem Sinn – und sie vergessen, dass es im schlimmsten Fall als Retoure zerstört wird. Das schädigt die Umwelt – vor allem, wenn man die Ressourcenknappheit bedenkt. Und es schadet auch dem Umsatz. Wir wollen diese Produkte wieder in den Markt integrieren“, erklärt Uludasdemir.

„Wir kooperieren außerhalb Berlins auch in vielen anderen größeren europäischen Städten mit Fahrradkurieren, die die Produkte innerhalb kürzester Zeit ausliefern können. Dann kann man es zwei Stunden behalten, ausprobieren - und wieder zurückgeben, wenn es einem nicht passt oder zahlen, wenn man es behalten möchte.“ Nach Abholung würde die Ware im „Microwarehouse“ landen, fachmännisch gereinigt und wiederhergestellt werden, sodass eine neue Zulieferung desselben Produkts innerhalb von zehn Minuten möglich wäre.

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Der Marketingeffekt steht im Vordergrund

Laut dem Gründer habe dieser Vorgang für den Hersteller vor allem einen Marketingwert. „Der Kunde probiert das Produkt aus, spricht darüber mit seinen Freunden – und seine Empfehlung genießt ein höheres Vertrauen, denn niemand bezahlt ihn für seine Meinung. Außerdem zeigt es, dass ein Unternehmen sehr stolz auf sein Produkt ist, wenn es den Kunden erst einmal Zuhause ausprobieren lässt, bevor dieser es kaufen kann. Es beweist, dass das Unternehmen überzeugt ist, dass das Produkt dem Kunden einen echten nachhaltigen Mehrwert bieten kann.“

Nok hat vor allem Kunden mit höherpreisigen Geräten, wie die Lichtbrille von Ayo gegen Jetlag. Das Start-up richtet sich mit seinem nachhaltigen Retoure-Angebot an umweltbewusste Hersteller, die ein Produkt promoten wollen oder ältere Geräte noch länger im Markt zirkulieren lassen wollen.

"In unser Konsumgesellschaft existieren kaum nachhaltige Lösungsansätze. Es liegt an uns, den Start-ups, dies zu ändern.“

„Wir haben aktuell neun Partner und 50 bis 60 Bestellungen pro Tag sowie mehrere große Deals für 2019“, sagt Uludasdemir, der das Start-up mit Robert Wann und Renato Anselmi Ricci gegründet hat. „Unter anderem lässt ein Hersteller mit uns sieben Tage seinen Elektroroller testen.“

Außerdem war Nok mit einem Pop-Up-Store in der Mercedes-Benz Gallery Unter den Linden in Berlin vertreten. Die Gründer haben noch viel vor – und überlegen auch, ihr Angebot für andere Bereiche auszuweiten. Uludasdemir: „Derzeit retournieren wir Konsumenten ein Drittel unserer online bestellten elektronischen Konsumgüter und Lösungsansätze existieren kaum in unser Konsumgesellschaft. Es liegt an uns, den Start-ups, dies zu ändern.“

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