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Matthias Mehner ist Vice President Strategy & Innovation bei WhatsBroadcast und Kolumnist für LEAD (Bild: Martin Kroll)
Messenger Social Media leadfaces

Moderner Dreikampf: WhatsApp, Facebook, WeChat

Der chinesische Messengerdienst WeChat hat jüngst die 1,5-Milliarden-Nutzer-Marke geknackt. Grund genug, dass LEAD-Kolumnist Matthias Mehner die drei Messenger-Giganten WhatsApp, Facebook und WeChat unter die Lupe nimmt.

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Welcome to the Club! WeChat hat neue Zahlen bekannt gegeben und ist nun auch über eine Milliarde Nutzer schwer. Das verkündete Pony Ma, Chef der WeChat-Mutter Tencent, letzten Montag beim Nationalen Volkskongresses in Peking. Damit ist WeChat der dritte Messenger nach WhatsApp (1.5 Mrd MAU) und FB Messenger der die magische "Einhorn"-Marke geknackt hat.

Top Messenger Whatsbroadcast
In den hellgrün eingefärbten Bereichen der Landkarte dominiert WhatsApp, in den dunkelgrünen Flecken hat WeChat die Nase vorn (Bild: WhatsBroadcast Messenger Statistik)

WeChat ist nicht nur in China extrem populär – sondern generell bei Chinesen. Auch 100 Mio. Chinesen außerhalb der Landesgrenzen nutzen die App. Das klingt erstmal banal, ist aber wichtig zu verstehen, wenn man es in Deutschland auf chinesische Touristen abgesehen hat. Ohne WeChat sind diese nämlich im Ausland ziemlich hilflos.

Ist WeChat überhaupt ein Messenger und vor allem: Whats the Difference?  

Ob Google Maps, die S-Bahn, Wetter, Taxi, News – all diese Apps, die uns hierzulande unser Leben erleichtern, kennen die Chinesen nicht. In China sind all diese Dienste in WeChat organisiert. Genau wie Kundenservice- Anfragen nicht mehr über eine Hotline und das Bezahlen nicht über Kreditkarte oder gar Bargeld funktioniert. Der typische Nutzer klärt seinen Alltag über WeChat –über die sogenannten "Mini-Programme", quasi kleine, eigene Apps in der großen "WeChat-Welt". Kein Wunder also, dass zum Beispiel der Flughafen München bei WeChat aktiv ist und auch die Shops dort Bezahlung via WeChat erlauben.

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Wechat
(Bild: Storymaker)

User können mit Mini-Programmen Restaurants suchen und bewerten. Sie lassen sich wie native Apps und Webseiten durch die Nutzer direkt auf dem Homescreen speichern. Ganz einfach ist es aber nicht für Firmen auf WeChat präsent zu sein. Man muss schon "Tencent Trusted Partner" sein und ein gewisses Ad-Budget mitbringen um überhaupt einen begehrten Platz an der fernöstlichen Sonne zu bekommen, klärt mich Sven Spöde vom WeChat Spezialist Storymaker auf.  

Wie geht es weiter mit dem Facebook Messenger?

Einen ähnlichen Weg wie WeChat wird wohl auch Facebook mit seinem Messenger einschlagen. Vielleicht nicht über Mini-Programme oder Apps wie WeChat, aber mit den einfach zu erstellenden Chatbots bietet Facebook heute schon Entwicklern eine gute Plattform, um smarte Anwendungen für Unternehmen darauf zu entwickeln.

WhatsApp ist der beliebteste Messenger der Welt, aber…

…. coole Features, Apps oder Programme findet man hier nicht. "Die erste Business-Version ist noch überschaubar" sagt Christian Wochagg, Chef der Agentur Gerhard in Berlin. Zwar wird das Bezahlen per WhatsApp bereits in Indien getestet, aber so richtig Entwicklerfreundlich ist die App noch lange nicht.Es gibt auch schon den ein oder anderen WhatsApp Bot, so fancy und userfreundlich wie auf Facebook sehen diese Chatbots aber auf WhatsApp noch nicht aus.

Verschlafen die WhatsApp-Entwickler hier den Trend?  

Nun könnte man natürlich schnell annehmen, dass die WhatsApp-Entwickler hier einen wichtigen Trend verschlafen. Ich denke aber nicht. Das WhatsApp Developer- Team ist immer noch sehr klein, verglichen mit den Facebook-Entwicklungsteams. Außerdem ist bekannt, dass WhatsApp ("die Grünen") und Facebook ("die Blauen") nicht unbedingt Best Friends in Menlo Park sind. WhatsApp-Mitgründer Brain Acton rief im Zuge des Cambridge-Analytica-Skandals letztens erst zu #DeleteFacebook auf. Ganz schön rebellisch für ein Unternehmen, das Anfang 2014 für 19 Milliarden Dollar von Facebook gekauft wurde.

Aber WhatsApp macht, was WhatsApp kann – und das wie kaum ein anderer: Sie wissen, wie persönliche Kommunikation funktioniert. Deshalb fokussiert sich das Unternehmen bei seiner Business-Anwendung primär (und im Augenblick noch) auf kleinere Händler in Märkten wie Brasilien oder Indien. Und da zählt eben eher die schnelle, direkte und sehr einfache Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden.  

Fazit: Den Kampf der Messenger Apps wird es nicht geben!

Dank der Chinesischen Regierung wird WeChat sein Monopol bei den Chinesen wohl behalten und braucht keine Konkurrenz zu fürchten. Facebook wird mit seinem Messenger als große, entwickklerfreundliche Plattform und WhatsApp als schlanke Lösung für die KMU Zielgruppe, den Rest der Welt weiter fest im Griff haben. Warum auch streiten – es gibt genug Messenger-Kuchen für alle. Jeder Topf findet seinen Deckel. Das gilt für den Nutzer ebenso wie für Unternehmen 😉          

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