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Die Digitalisierung wird die Handwerks-Branche grundlegend verändern (Foto: iStockphoto)
Handwerk Trends 3D Druck

Mobile First & Cobots: Welche digitalen Trends das Handwerk verändern werden

Schon mal einen Handwerker auf dem Handy erreicht? Nein? Dann kannst du dich jetzt freuen. Nun ja, wenigstens ein bisschen - denn kommen muss die mobile Erreichbarkeit unbedingt und zwar bald, meint Trendforscher Peter Wippermann. Welche Veränderungen die Branche noch vor sich hat, fasst er in der Trendmap Handwerk kurz und prägnant zusammen.

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Die Prognose wird auf der Internationalen Handwerksmesse in München vorgestellt, die am Mittwoch eröffnet wird. Wippermann, der 1992 zusammen mit Matthias Horx das Trendbüro in Hamburg gründete (heute Teil der Agenturgruppe Avantgarde) und dann 22 Jahre lang auch eine Professur für Kommunikationsdesign an der Folkwang Universität der Künste in Essen innehatte, identifiziert 25 Trends, die seiner Meinung nach für das Handwerk in den nächsten Jahren bestimmend sein werden.

Peter Wippermann
Foto: Peter Wippermann

Im Mittelpunkt stehen dabei neue digitale Werkzeuge, die erst in wenigen Werkstätten stehen, deren innovative Fähigkeiten den Markt bis 2025 aber stark verändern dürften. 3D-Drucker, Cobots, Roboter, CNC-Maschinen, Lasercutter, Stickmaschinen – computergesteuerte Geräte formen in allen Gewerken Produkte in einer Geschwindigkeit, die Menschen nicht möglich ist und erlauben oft ganz neue Designmuster.

Allerdings: Die Geräte sind teuer, die Einarbeitung aufwendig. Für viele der kleineren Handwerksbetriebe sind das absolute Ausschlusskriterien. Die Lösung: "Genossenschaftliche Zusammenschlüsse ähnlicher Betriebe, die sich gemeinsam einen Maschinenpark leisten“, meint Wippermann, "wären auch für das Handwerk sehr pragmatisch, nachdem der Co-Working-Gedanke in anderen Branchen ja schon weit verbreitet ist."

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Mobile First jetzt auch im Handwerk

Doch das nütze alles nichts, wenn die Branche nicht an ihrem Kundenservice arbeite: "Die mobile Erreichbarkeit muss endlich auch im Handwerk selbstverständlich werden. Vor allem, wenn die Schreiner, Maler oder Installateure auch für die jüngere Generation im Gespräch bleiben wollen." Millenial-Standards seien aber auch für die Mitarbeitergewinnung von entscheidender Bedeutung, erst recht, wenn es um Ausbildungsplätze gehe. Der Facharbeitermangel ist enorm, so fehlen allein in Bayern derzeit circa 30.000 Handwerker.

Gefragt sei deshalb eine andere Herangehensweise durch die Arbeitgeber, auch anders gestaltete Job-Angebote, so Wippermann: "Handwerker müssen sich darauf einstellen, dass sie zunehmend mit Bewerbern zu tun haben, die es nicht mehr gewohnt sind, Unterlagen in Papierform abzuschicken und die vielleicht auch gar keine Vollzeitbeschäftigung suchen, sondern nur tageweise arbeiten wollen. Darauf muss sich die Branche einstellen. Die Umstellung auf mobile Geschäftsprozesse scheint mir hierfür entscheidend.“

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Vier Themen bestimmen das Handwerk bis 2025

Umso mehr, als die eigentlichen Arbeitsvorgänge bald selbst zu großen Teilen von Computern bestimmt sein werden. Zwar sind 3D-Drucker und CNC-Maschinen durchaus schon in etlichen Werkstätten mit Erfolg im Einsatz, doch insgesamt hat die Branche hier großen Nachholbedarf.

Und der Druck zur Veränderung steigt mit jedem Jahr, in dem die Menschen sich weiter an immer bessere, schnellere, bequemere Online-Lösungen gewöhnen. Davon ausgehend kristallisieren sich laut Wippermann derzeit vier große Themenbereiche für das Handwerk heraus - Entwicklungen, die über die geschäftliche Entwicklung bis 2025 entscheiden: Automation, Engagement, Marketing und Networking.

Neben der Digitalisierung und Automation, die Maschinenpark und Unternehmenssoftware betreffen, stehen dabei unter anderem neue Kooperations- und Kollaborationsformen sowie die veränderten Erwartungen von Kunden wie Mitarbeitern im Mittelpunkt.

Wippermann Trend Map 300 Cmyk
Trendmap Handwerk des Trendforschers Peter Wippermann (Grafik: Wippermann / IHM)

Konkret identifiziert Wippermann fünf große Trends, die im Zeitraum bis 2025 von maßgeblicher Bedeutung für die Branche sein werden:

1. Cobots: Die kleinen Helferlein assistieren Handwerkern im Gegensatz zu großen Industrierobotern direkt bei der Arbeit. Weder arbeiten sie in abgetrennten Bereichen noch werden dafür Programmierkenntnisse benötigt. Cobots sind selbstlernende Systeme, die eine einmal ausgeführte Arbeit selbstständig wiederholen können.

2. 3D-Druck: Für Hörakustiker, Zahntechniker, Orthopäden, Schmuck-, Mode- und Produktdesigner wird die computergesteuerte Fertigung unverzichtbar. Kunststoffe, Metalle, Keramiken und Grafit lassen sich im 3D-Drucker Schicht für Schicht bis zum fertigen Prototypen auftragen. Auch Kleinserien sind so bereits machbar. Besonders interessant: 3D-Drucker erlauben Formen, die anders nicht herstellbar wären.

3. Special Skills: Individuelle Wünsche und maßgefertigte Lösungen werden in den nächsten Jahren zunehmend die Auftragsbücher von Handwerkern füllen. Je weiter die Automation und digitale Leistungsfähigkeit von Maschinen zunehmen, desto mehr stehen besondere Leistungen im Mittelpunkt, Leistungen, die in der Massenfertigung nicht wirtschaftlich wären. So stellen auf der IHM unter anderem Herrenmaßschneider und eine Spezialistin für japanische Handwerkstechniken aus.

4. Co-Working-Spaces: Neueste Fertigungstechniken, Produktionsmittel und Maschinen lassen sich von Freiberuflern, Kreativen und kleinen Firmen kostengünstig gemeinsam in einer großen Werkstatt nutzen. Auf der IHM stellt das Garchinger Makerspace Konzept und Möglichkeiten beispielhaft vor.

5. Brand Experience: Eigene Webseiten sowie die Präsenz in sozialen Netzwerken wie YouTube, Facebook und Instagram werden für das Handwerk in den nächsten Jahren unentbehrlich. Ziel ist es, eine emotionale Bindung zu Kunden wie potentiellen Mitarbeitern aufzubauen und zu halten. Handwerker werden zu Marken.

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