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Grover Aufmacher
Das Start-up Grover verleiht Elektronikgeräte und hat für diese Idee Investorengelder in Höhe von 37 Millionen Euro bekommen (Bild: getgrover.com)
Startup Elektronik E-Commerce

Mietest du schon oder kaufst du noch?

Das Start-up Grover bietet an, Elektronikgeräte über eine Online-Plattform zu mieten. Jetzt steigt die Firma mit einer Finanzierung in Höhe von 37 Millionen Euro in die Rangliste der größten Series A-Runden in Europa auf. LEAD hat mit dem Gründer Michael Cassau gesprochen.

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Ist es sinnvoll, mir eine VR-Brille zu kaufen oder verliere ich den Spaß an virtuellen Welten schon nach kurzer Zeit? Taugen smarte Lautsprecher im Alltag wirklich? Kaufe ich mir das teure iPhone, obwohl in einem Jahr sowieso wieder ein neues auf den Markt kommt?

Diese Gedanken machen sich wohl die ein oder anderen. So auch Michael Cassau. Der 33-Jährige musste vor einigen Jahren aus beruflichen Gründen für zehn Monate von London nach Berlin ziehen. Eine vollmöblierte Wohnung zu finden war unmöglich. "Ich musste für 3000 Euro Möbeln einkaufen und habe mich geärgert, warum man sich heutzutage alles mieten kann, aber keine Möbel", erzählt Cassau. Die einzige Alternative war eine Finanzierung. "So geht das doch nicht weiter, habe ich mir gedacht und irgendwann geht doch jedem etwas auf den Senkel." Außerdem sei es alles andere als effizient und umweltfreundlich, sich ständig etwas Neues zu kaufen.

Für einen Preis unterschiedliche Produkte erwerben - das muss es geben, sagte Cassau entschlossen. Dann fühlt sich alle paar Monate das Handy, der Fernseher oder Staubsauger neu. So wie bei Netflix oder Spotify - da kauft man sich auch keine Filme oder Songs und kann sie trotzdem nutzen. "Wir bringen mit Grover die Effizienz und den Mehrwert zurück zum Kunden", sagt der Gründer.

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Letztendlich hat Cassau mit seinem Start-up Grover nicht sein ursprüngliches Problem gelöst. Denn jetzt bietet die Firma Elektronikgeräte zum Mieten an. Das ist praktisch, vor allem bei den Produkten, die bei denen man sich noch nicht sicher ist, ob man sie nach einigen Wochen auch noch wirklich mag und benötigt.

Grover Team
Das Management-Team von Grover von links: Thom Cummings, Michael Cassau und Thomas Antonioli (Bild: Grover)

Manchmal wollen Menschen einfach keine Produkte besitzen

Michael Cassau hat nach seinem VWL-Studium in Heidelberg und in Kopenhagen bei Goldman Sachs und Rocket Internet gearbeitet. Nach Berlin umgezogen, feilte er eine Idee, um Nutzen und Besitz von Gegenständen zu entkoppeln – so wie das auch bei Musik, Hotels und Autos längst normal ist.

"Wir merken, dass es den Menschen bei den Produkten vielmehr um die Dienstleistung geht, als um den Gedanken, Eigentümer zu sein", erklärt Cassau. Schaut man sich zum Beispiel die Apple-Fans an, die vor jedem neuen iPhone-Release vor dem Shop zelten. Jahre später besitzt niemand mehr von ihnen das Smartphone und die meisten sind auch zu faul, es zu verkaufen. Da kann es klüger sein, sich das iPhone zu mieten.

Grover ist das erste deutsche Circular-Economy-Startup, das Konsumenten einen Zugang zu neuester Technologie bietet und damit eine ressourcenschonende Nutzung von Elektronikartikeln ermöglicht.

So kann man immer genau das Produkt nutzen, welches man gerade benötigt. Grover kümmert sich darum, die Geräte am Leben zu erhalten und in gutem Zustand zu verleihen. Für seinen Beitrag zu einem nachhaltigeren Konsumverhalten wurde Grover kürzlich in die CE100 der Ellen MacArthur Stiftung aufgenommen, zu denen unter anderem Apple, Microsoft, Google, eBay und Walmart gehören.

So funktioniert Mieten mit Grover

Aus der Produktliste kann man das Gerät auswählen, das man gerne möchte. Dann legt man die Mindestlaufzeit fest und bezahlt entweder mit Paypal oder mit der Kreditkarte. Die Miete startet, sobald das Produkt zu Hause angekommen ist.

Dann nutzt man es, solange man will. Es gibt keine Kaution. Wenn etwas kaputt geht, übernimmt Grover die Hälfte der Reparaturkosten. Hat man keine Lust mehr, schickt man das Produkt kostenlos zurück. Die Miete endet, sobald man das Paket bei der Post abgibt.

Zu den beliebtesten Produkten gehören Smartphones und Tablets. Im Sortiment gibt es darüber hinaus noch sprachgesteuerte Geräte, Staubsaugerroboter, Heimkino, Scooter, Hoverboards, VR- und Gaming-Zubehör und mehr.

Investoren sind überzeugt und zahlen 37 Millionen Euro

Heute kündigt das Start-up eine Serie A-Finanzierungsrunde in Höhe von 37 Millionen Euro an und steigt damit in die Rangliste der größten Series-A-Runden in Europa auf. Investoren sind überzeugt, denn das Start-up hat im vergangenem Jahr seinen Umsatz verzehnfacht und Partner wie MediaMarkt, Saturn, Gravis, Conrad und Tchibo an Bord geholt.

Die Finanzierungsrunde besteht aus zwölf Millionen Euro von Eigenkapitalgebern sowie 25 Millionen Euro Fremdkapital. Der neue 25 Millionen-Deal ersetzt die bisherigen Fremdkapitalinvestments und repräsentiert somit den gesamten Fremdkapitalrahmen. Mit Circularity Capital als Lead-Investor und Spezialist im Bereich Circular Economy, Coparion und Varengold Bank als Fintech-Investor und Samsung Next als der führende Gerätehersteller in diesem Sektor, bekommt die Finanzierung noch einmal ein strategisches Gewicht. Neben den neuen Investoren haben auch die Bestandsinvestoren wie der Main Incubator der Commerzbank und der June Fund an der Finanzierungsrunde teilgenommen.

Grover möchte in die Fußstapfen von Spotify und Netflix treten, nur eben für Consumer Electronics.

Grover Logo
(Bild: Grover)

Mit dem frischen Kapital will Grover seine Marktführerschaft in Deutschland weiter ausbauen sowie die internationale Expansion anschieben, um das zehnfache Wachstum des Vorjahres aufrechtzuerhalten. Heute hat die Firma 40 Mitarbeiter. Viele neue Stellen sind ausgeschrieben.

Gleichzeitig wird auch das Produktangebot erweitert. Die Tech-Flatrate "Grover Mix" ist für Menschen geeignet, die sich mehrere Elektronikgeräte ausleihen möchten. Für 99 Euro im Monat kann man sich drei Produkte aus bestimmten Kategorien aussuchen und diese so oft wechseln wie man möchte.

Auch der Gründer mietet selbst ein paar Gadgets: Kopfhörer, ein MacBook und iPhone.

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