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Unternehmenskultur Digitalisierung Leadership

Growth Marketing Summit: Agil zu sein reicht nicht aus!

Bei dem 10. Growth Marketing Summit in Frankfurt ging es unter dem Titel „Be agile or die – The agile Business Revolutionum“ um die Frage, wie digitales Wachstum nachhaltig gestaltet werden kann. Dabei kristallisierten sich drei Faktoren heraus, die über das Überleben von Unternehmen entscheiden: Widerstände überwinden, Bestehendes hinterfragen und neu zusammensetzen sowie Mut und Neugier leben.

Es stehen große Veränderungen bevor und Entscheider in Unternehmen müssen diese aktiv gestalten (Bild: Unsplash)
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Innovation, Agilität, Disruption. Die digitale Welt scheint sich im Moment nur um diese drei "Magic Words" zu drehen. Alle sollen testen. Alle sollen experimentieren. Aber bitte mit Strategie und Hypothese, denn die Resultate müssen ja evident sein.

Es zeigt sich wieder einmal, dass Agilität kein Selbstzweck sein darf. Vielmehr geht es darum, die Werte und Prozesse zu leben, die hinter den Methoden und Arbeitsweisen stecken. Das bedeutet: Um die Arbeitsweisen in Unternehmen wirklich zu ändern und Innovationen zu entwickeln, muss sich die innere Einstellung jedes einzelnen ändern – für ein neues Mindset in der Organisation. Die folgenden drei Handlungsfelder entscheiden über die Zukunftsfähigkeit:

Making excuses stops you from making changes!

Grundlage ist die richtige "Company Culture". Und die besteht natürlich aus jedem einzelnen. Und genau das sei das Problem, meint Dr. Nicole Lipkin, Organisationspsychologin und Bestsellerautorin. Aus ihrer Sicht sei es nur natürlich, wenn wir Neuem ablehnend oder kritisch gegenüberstehen. Denn genau diese Widerstandsfähigkeit hat ja auch dafür gesorgt, dass wir in der Natur überhaupt überleben konnten. Der Mensch hat ungefähr 60.000 Gedanken am Tag – 95% sind die gleichen wie am Tag vorher. Wie soll es da also möglich sein, von heute auf morgen plötzlich agil zu sein, wenn es so gar nicht unserer Natur entspricht?

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Immer und immer wieder die gleichen Business-Entscheidungen zu treffen, führt schließlich dazu, dass ein Business irgendwann nicht mehr existiert. Wir alle wissen, was aus Kodak geworden ist. Und das, obwohl sie die erste digitale Kamera der Welt erfunden haben. Der größte Innovations-Killer sind wir selbst. Aber was können wir tun? Weniger über die richtigen Entscheidungen nachzudenken, kann schon mal ein Anfang sein und die eigene Agilität befruchten.

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Disruption – made easy

Iva Randelshofer schlägt alternativ vor, sich mit Neuroeconomics beschäftigen und direkt in das Gehirn der Konsumenten schauen, um ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie dort Sensation und Aktion miteinander und in welcher Reihenfolge verknüpft sind. Wenn man weiß, wie es funktioniert, kann man es auch manipulieren. Die Beispiele für diese Ansätze sind immer die gleichen: Amazon, Booking.com, AirBnB. Unternehmen, deren Produkt die Plattform selbst ist. Es sind Dienstleister, Makler für andere Produkte, bei denen es im Wesentlichen um die Convenience der Plattform geht. Innovationen im Bereich der physischen Produkte finden hier nicht statt. Und das in einer Zeit, in der sich die Produkte immer ähnlicher werden.

Wenn wirkliche Produktinnovationen aber immer seltener werden, wie können wir dann Produkte entwickeln, die unsere Konsumenten trotzdem lieben? Einfach über den Tellerrand blicken und das neu kombinieren, was schon da ist? Das jedenfalls schlägt Ruppert Bodmeier vor – denn auch Tesla hat ja weder das Auto, noch die Batterie erfunden. Elon Musk hat sie nur in ein Auto gesteckt. Denn sie war ja überall schon da. In Smartphones, in Laptops. Und da hat es ja schon funktioniert. Such‘ dir also eine Challenge und finde eine Lösung dafür. Schrecke nicht davor zurück, etwas zu benutzen, was bereits existiert und gut funktioniert. Das spart Arbeit und nimmt dem Kunden die Angst. Denn der möchte innovative Lösungen, aber bitte keine Experimente. Und gerne ohne Risiko.

Think like an inventor

Wir alle wollen gerne experimentieren, aber warum bloß tun wir uns selbst damit so schwer? Für Dr. Nicole Lipkin ist die Antwort klar: Wir haben doppelt soviel, Angst etwas zu verlieren als Freude, etwas zu gewinnen. Unser Gehirn verharrt lieber im Status Quo als sich auf Neues einzulassen. Will man experimentieren, sollte man genau hier ansetzen und eine wachstumsorientierte Denkweise entwickeln. Neues entdecken wollen, Dinge tun, die man vorher noch nicht getan hat. Sie dokumentieren, messen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Denn schon Albert Einstein wusste: "Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert."

Am Ende behalten die Veranstalter der Growth Marketing Summit mit ihrem Titel "The Agile Business Revolution" Recht: Es stehen große Veränderungen bevor und Entscheider in Unternehmen müssen diese aktiv gestalten. Dabei ist jeder Einzelne in der Verantwortung, die Grundlage dafür zu schaffen: mit Kultur, Prozessen und einem neuen Verständnis von Leadership.

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Patrick Benner führt seit über 20 Jahren die Digital-Agentur Artus interactive in Frankfurt als Inhaber. Als Experte für Digitale Markenführung betreut er dabei internationale Kunden wie Procter & Gamble, De'Longhi und Henkell.

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