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Er hat schon bessere Zeiten erlebt: Facebook-Chef Mark Zuckerberg (Foto: Getty Images/Bloomberg)
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Mark Zuckerberg im Allzeittief: Ist er noch der Richtige?

Facebook in der Dauerkrise. Nach einer ganzen Reihe von Skandalen steht die Glaubwürdigkeit des Unternehmens mehr denn je auf dem Spiel. Die Rolle von Gründer Mark Zuckerberg – zwiespältig wie nie zuvor.

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Als das Technik-Portal Fossbytes seine 500.000 Follower in den sozialen Netzwerken mit der Headline „Facebook Founder and CEO Mark Zuckerberg leaves the company“ erschreckte, fielen die ersten Reaktionen gemischt aus: „Ich werde nie wieder auf Ihre Seite gehen und ich werde diesen Artikel nicht zu Ende lesen“, schrieb Leser und Zuckerberg-Fan Bobby. Im Glauben an den heiligen Mark, der doch nur Gutes für seine User im Sinne habe.

Ein anderer, Huang, hingegen mahnte: „Nach dem, was kürzlich bei Facebook passiert ist: Er macht keine gute Arbeit, nicht einmal annähernd. Vielleicht ist es Zeit, darüber nachzudenken, ob er in diese Position passt.“

Ist er noch der Richtige?

Eine Frage, die sonst nur Millionen Fußball-Experten am Stammtisch stellen – wenn ihr Team mal wieder in Serie verloren hat.

Doch Zuckerberg bzw. Facebook selbst hat auch verloren. Auch in Serie. An Vertrauen, an Glaubwürdigkeit, an Renommee. Kein Wunder, dass nach den Skandalen der letzten Monate – mit Cambridge Analytica als (vorerst?) traurigem Höhepunkt – Fragen aufkommen, ob Zuckerberg selbst geht oder womöglich gegangen wird…

Letzteres hatten wohl nicht nur viele Leser von Fossbytes gehofft. Doch der Artikel hatte sich nach nur 24 Stunden erledigt – beim Blick in den Kalender. Denn das Portal hatte den angeblichen Zuckerberg-Abgang am 1. April gepostet und die Überschrift erst am nächsten Tag aufgelöst.

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April, April. Der Zuckerberg macht, was er will

Er ist immer noch da. Auch, wenn die Frage berechtigt erscheint: Was wäre, wenn er gehen würde? Wäre es dann ein anderes, ein besseres Facebook oder wäre es trotzdem noch sein Facebook, mit dem gleichen Geschäftsmodell, den gleichen Prinzipien?

Vorweg, gegen Zuckerbergs Abgang spricht: Zuckerberg ist nicht nur der Gründer, sondern auch der Vorstandsvorsitzende von Facebook und hält 28 Prozent der Firmenanteile bzw. 87 Prozent der stimmberechtigten Aktien. Nur Zuckerberg könnte Zuckerberg entlassen.

Was könnte Facebook gewinnen, wenn Zuckerberg es doch wagen würde, sein Unternehmen in andere Hände zu legen?

Kein Vertrauen der Kunden

In der jüngsten ARD/ZDF-Onlinestudie unter 2000 Befragten ab 14 Jahren in Deutschland wurde festgestellt, dass die Nutzung von Facebook in Deutschland im Vergleich zu 2017 von 33 auf 31 Prozent zurückgegangen ist. Fast alle anderen sozialen Netzwerke hingegen legten im Jahresvergleich zu: Instagram (eine Tochter von Facebook) um sechs Prozent, Snapchat um drei Prozent und Twitter immerhin noch um 1 Prozent.

In den USA, dem Mutterland von Facebook, sieht es noch einmal deutlich schlechter aus. Laut Pew Research Center, das im Sommer 3413 User in den USA befragte, gaben 42 Prozent an, sie hätten bei Facebook in den letzten zwölf Monaten für einige Wochen oder länger pausiert. Jeder Vierte berichtete, er habe die Facebook-App gelöscht. Warum das ein Problem ist? In Nordamerika erwirtschaftet Facebook laut statista.com bei nur elf Prozent Nutzeranteil satte 47 Prozent seiner Erlöse.

Kein Vertrauen in die eigene Unternehmenskultur

Zuletzt haben immer mehr Führungskräfte den Facebook-Konzern verlassen. Erst im Mai warf WhatsApp-Gründer Jan Koum, mitten in der Nacht übrigens, hin. Laut Washington Post hat Koum das Unternehmen verlassen, weil Facebook zuletzt massiv auf persönliche Daten von WhatsApp-Usern Zugriff erlangen wollte. Auch WhatsApp-Mitgründer Brian Acton warf im September hin, mit der Begründung, er habe die Privatsphäre der Nutzer verkauft, indem er dem Verkauf von WhatsApp an Facebook zugestimmt habe.

Vor wenigen Wochen erst hatten die Instagram-Gründer Kevin Systrom und Mike Krieger dem Mutterkonzern Facebook den Rücken gekehrt. Die Rede war von „Meinungsverschiedenheiten“.

Vorerst letzter Abgang: In diesem Monat kündigte Brendan Iribe, CEO des Facebook-Zukaufs Oculus. Er hatte erst 2014 seine Firma für 2,3 Milliarden Dollar an Facebook verkauft. Sein Mitstreiter Palmer Luckey, der Oculus einst gegründet hatte, war schon 2017 demissioniert.

Kein Vertrauen in die Marke

Jüngst erschien die neue Interbrand Best Global Brands Liste. Die Bewertungs-Kategorien für den Gesamtmarktwert der wichtigsten Firmen der Welt: Klarheit, Engagement, Governance, Reaktionsfähigkeit, Relevanz, Differenzierung, Konsistenz, Authentizität und Präsenz.

Apple siegte zum sechsten Mal in Folge. Beachtlich, aber noch bemerkenswerter: Von den Firmen, die in den Top Ten landeten, war Facebook das Unternehmen, das im Vergleich zu 2017 am meisten beim Markenwert einbüßte – minus sechs Prozent auf nunmehr 45,2 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Apple steigerte seinen ohnehin enormen Markenwert innerhalb eines Jahres noch einmal um 16 Prozent, Microsoft um 16 Prozent und Amazon sogar um 56 Prozent.

Alle aktuellen News aus dem Facebook-Imperium gibt es im LEAD Facebook-Newsticker.

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Kein Vertrauen der Anleger

Seit 25. Juli diesen Jahres ist die Facebook-Aktie aufgrund der Skandale auf Talfahrt. An diesem Tag ging sie mit 184,94 Euro aus dem Handel. Am vergangenen Mittwoch der bisherige Tiefpunkt: 131,99 Euro. Ein Minus von beinahe 53 Euro innerhalb von nur drei Monaten.

Datenschutzkrise meets Vertrauenskrise

Facebook gefühlt in der Dauerkrise. Vielleicht auch deshalb treiben nicht nur Websites wie Fossbytes ihr Unwesen mit Mister Zuckerberg. Erst im Sommer spottete das US-Satiremagazin The Onion, Zuckerbergs Ehefrau Priscilla werde sich vom markigen Mark trennen und den CEO von The Onion heiraten: "Ich bin mit der Lüge aufgewacht, die ich gelebt habe – Mark reicht mir einfach nicht. Er kann mich weder geistig noch körperlich befriedigen, und in der Sekunde, in der ich das Onion-Netzwerk sah, wusste ich, dass ich mit jemandem zusammen sein musste, der diese geniale, bahnbrechende Website schuf.“

Er muss – wie die Facebook-Nutzer – im Augenblick so einiges über sich ergehen lassen, dieser Mark Elliot Zuckerberg, laut Forbes-Liste 2018 inzwischen 71 Milliarden Dollar schwer.

Mark Elliot, das Schmunzelmonster? Nimmt er es mit Humor? Es geht wohl immer weiter, zuletzt im Krisenmodus. Und seien wir ehrlich: Einer wie er hätte wohl nichts mehr zu lachen, wenn er zu Hause auf der Couch sitzen würde oder 71 Milliarden einfach so ausgeben müsste. Mit gerade mal 34 Jahren. Allein. Ohne seine Priscilla. Und ohne SEIN Facebook.

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