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Christian Panne und David Neuendorf (Foto: LikeYaa)
Influencer Marketing Influencer Agentur

LikeYaa - das Tinder für Influencer

Das Influencermarketing boomt. Agenturen zur Vermarktung schießen aus dem Boden, denn die Kunst des Influencermarketings ist es, den richtigen Influencer für ein Produkt zu finden. Die beiden Gründer David Neuendorf und Christian Panne drehen den Spieß um. Auf ihrer Influencer-Branding-Plattform suchen sich die Influencer ihre Kampagnen selbst aus. Ein Zukunftsmodell?

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LEAD: Eure Influencer-Branding-Plattform heißt LikeYaa – wie kam’s zur Gründungsidee?

David Neuendorf: Beim Influencermarketing haben wir gesehen, dass gerade das Thema Unternehmens-Branding wenig bis keine Beachtung findet. Hier wollten wir ansetzen und eine Plattform bauen, auf der sich Unternehmen über audiovisuelle Tools vorstellen und ihre Kampagnen präsentieren.

Christian Panne: Im vergangenen Jahr haben wir unser Netzwerk aus Influencern und Unternehmen aufgebaut, 2018 sind wir dann mit LikeYaa online gegangen.

LEAD: Was ist das Prinzip von LikeYaa?

Neuendorf: Bei LikeYaa suchen sich Influencer ihre Kampagnen selbst aus. Anders als bei einer Agentur vermitteln wir nicht zwischen Unternehmen und Social Media-Accounts, sondern wir bündeln die Unternehmen auf der Plattform und der Influencer hat die Wahl. Im ersten Schritt müssen sich Influencer bei uns registrieren. Sie geben ihre Reichweite, ihre Interaktionsraten und andere Statistiken an. Wir wählen dann die Influencer nach Qualität aus. Uns ist es wichtig, dass wir keine Social Media-Präsenzen vertreten, die Fake Follower oder gefälschte Interaktionen nutzen. Wer als Influencer bei uns aufgenommen wird, kann dann die verschiedenen Kampagnen der Unternehmen ansehen – und sich für eine entscheiden.

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Panne: Wir sehen Influencer als Markenbotschafter. Viele Influencer verhandeln mit Unternehmen, werden dann aber oftmals doch für eine Kampagne nicht ausgewählt. Was zurückbleibt, ist eine negative Ablehnung, die sich auch auf die Marke auswirken kann. Indem der Influencer selbst entscheidet, mit wem er arbeiten will, und es keine Entscheidung mehr von Seiten des Unternehmens gibt, fällt diese negative Erfahrung weg.

Neuendorf: Genau, bei uns entscheidet der Influencer selbstständig, welches Produkt zu ihm und seinem Account passt, auf welche Werbemaßnahme hat er Lust.

LEAD: Welchen Vorteil birgt das für Unternehmen?

Neuendorf: Zuerst einmal erspart sich das Unternehmen jede Menge Zeit. Unsere Plattform ermöglicht es, dass Unternehmen einmalig ein genaues Profil von sich erstellen, ihre Erwartungen und Ziele audiovisuell darstellen und die Kampagne präsentieren. Die Kommunikation und Abwicklung übernehmen wir, langer Verhandlungs- und Kommunikationsaufwand bleiben erspart.

LEAD: Und wie funktioniert das?

Panne: Die Unternehmen stellen je nach Kampagne eine Anzahl an Gutscheinen für ihren Onlineshop zur Verfügung, die dann direkt an den Influencer gehen. Verpackung, Versand von PR-Samples, all das fällt für das Unternehmen an Arbeit weg.

LEAD: Heißt aber auch, das Unternehmen hat keinerlei Einfluss, welcher Influencer sich auf die Kampagne bewirbt und diese durchführt?

Panne: Jein. Unser Influencer-Auswahlprozess ist sehr streng, wir selektieren sehr genau. Darüber hinaus findet über das vollumfängliche Brandingprofil des Unternehmens eine weitere Selektion statt. Niemand kennt die Gefolgschaft des Influencers so gut wie der Influencer selbst. Er hat sie über einen langen Zeitraum von seinen Inhalten überzeugt und schadet sich nur selbst, wenn er für Marken oder Produkte wirbt, die nicht zu seinem Account passen.

Neuendorf: Bei uns hat das Unternehmen die Möglichkeit, klar zu sagen, was sie beworben haben wollen, welches Gesicht zu ihnen passt und welche Sprache sie sprechen. Und daran halten sich auch unsere Influencer.

LEAD: Und das funktioniert?

Neuendorf: Unsere Erfahrung zeigt, dass sich die Influencer sehr bewusst mit einer Marke auseinandersetzen, bevor sie sich für eine Kampagne entscheiden. Das Feedback unserer Partnerunternehmen zu unserem Modell gibt uns recht. Sie sparen viel Zeit und bekommen die Kooperationen, die sie sich wünschen.

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LEAD: Wie viele Influencer nutzen derzeit LikeYaa?

Panne: Mittlerweile haben wir circa 1600 registrierte Social Media-Persönlichkeiten mit einer Gesamtreichweite von über 40.000.000 Followern. Die Bewerberanzahl lag jedoch im fünfstelligen Bereich. Auch die Themenvielfalt der Accounts ist sehr breit gefächert, der Fokus liegt auf Fashion, Beauty und Lifestyle.

LEAD:Und wie viele Unternehmen vertrauen auf euren Service?

Neuendorf: Bislang haben wir mit über 100 Unternehmen kooperiert, dauerhaft auf der Plattform sind circa 50 Unternehmen. Kunden waren beispielsweise L’Oreal, ArtDeco, SodaStream oder der Freizeitpark Moviepark.

LEAD: Neben den Gutscheinen erhält der Influencer aber keine zusätzliche Bezahlung für die Werbung auf seinem Account?

Neuendorf: Richtig. Das Kernmotiv für einen Influencer mit einem Unternehmen zusammenzuarbeiten muss die Überzeugung für das Produkt sein. Wir haben nichts gegen eine zusätzliche Zahlung an Influencer, jedoch ist die Qualität der Postings einer Influencerkampagne nicht abhängig von der Höhe der Vergütung. Demnach filtert unsere Plattform genau die Influencer für Unternehmen heraus, die aus absoluter Überzeugung für das Produkt und die Marke werben möchten.

LEAD: Die Unternehmen zahlen aber für euren Service einen bestimmten Betrag?

Neuendorf: Richtig. Unabhängig von der Reichweite der Influencer zahlen die Unternehmen einen Festpreis pro Kampagnenbuchung.

LEAD:Was sind die größten Herausforderungen für LikeYaa?

Neuendorf: Auf Influencerseite ist unsere größte Challenge herauszufiltern, welche Influencer wollen wir haben und wie können wir sie von unserem Geschäftsmodell überzeugen. Die Preise im Influencerbusiness steigen immer mehr, deshalb ist es schwierig, Influencer für eine Plattform zu gewinnen, ohne dass sie Geld verdienen. Aber hier setzen wir auf unsere Kommunikation, Events und die Gutscheine. Das bisherige Feedback war auch sehr gut. Viele haben gar keine Lust, wegen eines Produkts teils sehr lange mit Unternehmen zu kommunizieren. Unsere Plattform gibt auch den Influencern jede Menge Zeitersparnis.

Panne: Auf Seiten der Unternehmen müssen wir in der Form Überzeugungsarbeit leisten, dass sie die Kompetenz der Influencer bei der Kampagnenauswahl anerkennen. Wichtig ist es hier, die Unternehmen dabei zu unterstützen, ihr Profil auf LikeYaa wirklich auszuschöpfen und die Kampagnen so klar wie möglich zu beschreiben. So erzielen wir gemeinsam das perfekte Matching.

LEAD:Was sind die nächsten Schritte für LikeYaa?

Neuendorf: Anfang nächsten Jahres planen wir zu expandieren – nach Frankreich, England, Österreich und in die Schweiz. Momentan suchen wir hier nach Influencern.

Panne: Der Fokus bleibt aber auf dem deutschsprachigen Raum. Hier wollen wir einen neuen Weg gehen und unsere Vision des Influencermarketings fortsetzen.

LEAD: Um Influencermarketing kommt man auch 2018 nicht mehr herum?

Neuendorf: Absolut. Wir müssen ja konkret nachdenken, wo bewegt sich die junge Zielgruppe. Und das ist eben nun einmal im Internet und Social Media. Klar, kann ich Bannerwerbung oder Facebook Ads schalten, doch die Authentizität bleibt da auf der Strecke. Auch TV und Printwerbung funktioniert, langfristig wird die junge Zielgruppe aber kein klassisches Fernsehen mehr gucken. Heißt: Wir erreichen sie primär über diese Medien.

Panne: Und tatsächlich ist die Entwicklung noch lange nicht zu Ende. Wir sind nur der Meinung, wir müssen weggehen von „Hauptsache irgendwas mit Influencern, egal, was es kostet“, hin zu durchdachtem Marketing mit Professionalität und Struktur. An sich ist das sogenannte Empfehlungsmarketing auch nichts Neues. Früher hat man sich am Tisch mit Freunden ausgetauscht, heute ist es Social Media. Es ist die ehrlichste und glaubwürdigste Form.

LEAD: Zuletzt noch das Thema Abmahnungen: Als LikeYaa sichert ihr euch sicher ab, oder?

Neuendorf: Klar. Unser Ziel ist immer eine langfristige Zusammenarbeit. Sowohl mit Influencern als auch mit Unternehmen. Dementsprechend nehmen wir auch das Thema Abmahnungen, das gerade in den Medien sehr präsent ist, absolut ernst. Aus diesem Grund hatten wir bislang keine Abmahnungen. Wir sichern uns und die Unternehmen ab, indem wir den Influencern eine Liste an Dos und Don’ts mitgeben. Hier steht auch drin, dass sie die Kampagnen richtig als Werbung kennzeichnen müssen.

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