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Elektronische Gesundheitskarte Fotolia 137309162
Wer ohne Röntgenbilder zum Arzt kommt, muss sich nicht ärgern - wenn er LifeTime nutzt (Bild: Fotolia)
KI Medizin Startup

Die Gesundheitsakte fürs Smartphone

Mit der App LifeTime können Ärzte und Patienten medizinische Dokumente direkt austauschen. Besonders für Vergessliche ist sie ein Segen.

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Telefonwarteschleifen und lange Vorlaufzeiten - wer einen Arzttermin benötigt, braucht oft vor allem eines: Geduld. Hat man endlich einen Termin ergattert, wartet schon die nächste Hürde: "Haben Sie die Röntgenbilder?", fragt der Arzt. Ja, aber die liegen natürlich daheim. Das Spiel beginnt von vorne. Ein neuer Termin muss her. 

Damit Papierchaos und vergessene Unterlagen bald der Vergangenheit angehören, haben zwei Hamburger Gründer die App "LifeTime" entwickelt.

Was kann LifeTime?

Die digitale Gesundheitsakte soll den Austausch zwischen Patienten und Ärzten erleichtern. Vom Röntgenbild über den Arztbrief bis zum Medikationsplan können User darin alle medizinischen Unterlagen hinterlegen - und haben diese immer parat. Das ist nicht nur bei einem Arztwechsel sehr praktisch, sondern auch auf Reisen oder bei Notfällen. Auch für Ärzte bietet das System eine zeitsparende Lösung: Das Personal kann Unterlagen direkt aus der Praxis-Software an die App des Patienten schicken.

Die Sicherheit von LifeTime ist ebenfalls gegeben und wurde unabhängig von ePrivacy zertifiziert. In der App gespeicherte Daten liegen ausschließlich lokal auf dem Smartphone und werden von dem Besitzer durch einen persönlichen Code oder Fingerabdruck gesichert. Der App-User selbst entscheidet, wem er seine Daten zur Verfügung stellt oder ob er sie zusätzlich auf einem externen Datenträger sichert.

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Die Gründer hinter dem Produkt

Hinter der Idee steckt das Unternehmen connected-health.eu aus Hamburg. Der Arzt Dr. Johannes Jacubeit, CEO und Gründer, hat mit Matthias Lau, Co-Gründer, das Produkt LifeTime vor zwei Jahren auf den Markt gebracht.

Das Team hat sich ganz bewusst den Standort Hamburg ausgesucht, weil dort gute innovative Ideen im Rahmen des Programms "InnoRampUp" finanziell mit Fördermitteln unterstützt werden.
Johannes Jacubeit entschied sich für das Medizinstudium, weil er die Medizin schon immer spannend fand. Er sah darin jedoch viel mehr Möglichkeiten, als nur den üblichen Berufsweg, als Arzt zu arbeiten. Parallel zum Studium hat er sich daher auch immer mit Programmieren beschäftigt, erzählt er im Gespräch mit LEAD. Im Arbeitsalltag als orthopädischer Chirurg sei er dann auf mehrere Situationen gestoßen, die ihn zum Nachdenken angeregt haben. Einmal zum Beispiel sei ein Patient zu ihm gekommen und habe gesagt, er wäre schon beim Röntgen gewesen. "Ich habe ihn gefragt, ob er das entsprechende Röntgenbild dabei hätte. Daraufhin sagte dieser 'Das haben Sie doch schon'", erzählt Jacubeit. "Aber woher sollte ich dieses haben? Ich musste also in der Praxis anrufen und um die Zusendung des Bildes bitten - doch die Praxis hatte keine Möglichkeit, es mir digital zu senden, weil zum Beispiel ein Versand per E-Mail aus Datenschutzgründen nicht zugelassen ist. Am Ende gingen die Papiere per Oldschool-Methode als Fax durch.

Ceo Dr  Johannes Jacubeit Und Cto Matthias Lau Cr Health Connected
Sie wollen die Digitalisierung in der Gesundheitsbranche vorantreiben. Dr. Johannes Jacubeit und Matthias Lau (Bild: connected-health.eu)

Jacubeit wollte Usability schaffen. In einer Welt, in der man heute dank der Digitalisierung alles sofort bekommt, war der Arzt hin- und hergerissen im Arbeitsalltag. Ständig fehlten entsprechende Unterlagen, von der digitalen Transformation war in der Gesundheitsbranche keine Spur. "Ich dachte mir, wenn es niemand anderes macht, dann entwickle ich selber etwas", sagt der Startup-Gründer.

Die LifeTime-App funktioniert auch, wenn der eigene Hausarzt die App nicht nutzt. Denn die Rezepte oder Medikamentenpläne lassen sich innerhalb von Sekunden mit der Scan-Funktion digital aufs Smartphone übertragen. Außerdem kann man Ärzte und Kontaktdaten speichern, Notizen anlegen oder Fotos machen, zum Beispiel zur Wunddokumentation.

Und was war die größte Herausforderung im Prozess von der Idee zum Produkt? "Den Leuten verständlich machen, dass ein Produkt nie fertig ist und sich kontinuierlich verändert. Wir veröffentlichen jeden Monat ein Update", sagt Jacubeit. "Die Prozesse in der Medizin sind zeitaufwändig und brauchen länger. Startups hingegen funktionieren schnell und flexibel. Um die Transformation in der Medizin voranzutreiben, brauchen wir daher einen langen Atem." Es dauert sehr lang, bis ein Arzt die Software  installiert hat. Nicht weil er keine Lust hat, sondern weil das in der Branche normal ist. 

Und welchen Tipp sollte jeder Gründer befolgen? "Machen. Einfach machen. Das ist ganz wichtig", sagt Jacubeit. "Es gibt viele Menschen da draußen, die gute Ideen haben, aber sich nicht trauen. Mein Tipp ist also: Macht einfach."

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