Anzeige
Anzeige
Marketing Konferenz Marken

Lasst die Frauen ans Konferenz-Mikro!

Heute ist Weltfrauentag! Passend dazu fand gestern das Digital Marketing Kickoff statt, die erste virtuelle Konferenz, die nur aus weiblichen Speakerinnen der Digitalbranche besteht. Es geht um Trends in digitaler Transformation und Markenbindung.

Beim Digital Marketing Kickoff stehen nur weibliche Speakerinnen aus der Digitalbranche auf der Bühne (Bild: Getty Images)
Anzeige
Anzeige

Lasst die Frauen ans Mikro! Das ist das Motto des Digital Marketing Kickoffs, der ersten virtuellen Konferenz, die nur aus weiblichen Speakerinnen der Digitalbranche besteht. Seit 2016 gibt es die #DMKWomen. In diesem Jahr, am 7. März, drehte sich virtuell – aber auch an Public-Viewing-Orten in München, Hamburg und Frankfurt - alles um die neusten Trends in Sachen digitaler Transformation und Markenbindung.

Gemeinsam mit Ben Harmanus hat Julia Lehwald die #DMKwomen vor drei Jahren ins Leben gerufen. "Bei meinen ersten eigenen Online- und Live-Vorträgen war ich in rein männlicher Gesellschaft. Ich habe mich oft gefragt, wo die ganzen tollen und kompetenten Kolleginnen sind, mit denen ich sonst zusammenarbeite." Repräsentiert wurden all jene aber kaum auf den Konferenzen. Julia Lehwald schaffte also das Format, das bewusst die Frauen auf die Bühne holt – mit Erfolg: "Wir spüren, dass sich etwas bewegt und hoffen, es zu einer Selbstverständlichkeit werden zu lassen."

Zur #DMKWomen haben wir sieben Speakerinnen der Konferenz zu ihrem Werdegang befragt. Sie verraten, warum es eine Female Konferenz braucht und wie man als Frau in der Digitalbranche durchstartet.

Anzeige

Isabelle Hoyer, Founder & CEO, PANDA - The Women Leadership Network

Isabelle Panda Original

Wer bist du und wie alt bist du?

Isabelle Hoyer, 40 Jahre, Unternehmerin, Feministin, Mutter.

Was machst du beruflich?

Ich bin Co-Gründerin des PANDA Women Leadership Networks - Initiative, Netzwerk und Eventreihe für (mehr) Frauen in Führung.

Was ist dein Spezialthema als Speakerin?

Aufbau von Netzwerken, Female Leadership

Wie hast du deinen Weg als Frau in die Digitalbranche gefunden?

Als Unternehmerin mit meiner eigenen Idee, die ursprünglich keinen Digitalbezug hatte. Inzwischen, als "Betreiberin" einer Off- & Online-Community führt an "Digital" kein Weg mehr vorbei.

Was würdest du Frauen raten, die auch Karriere in der Digitalbranche machen möchten?

Lernen, offen sein, Ideen weiterdenken. "Die Digitalbranche" - gibt es das noch? "Digital" wird Bestandteil aller Bereiche und Geschäftsmodelle - ein Toolset, das die Möglichkeiten erweitert.

Warum braucht es eine rein weibliche Veranstaltung deiner Meinung nach?

Frauen sichtbar zu machen schafft einen Ausgleich zu den vielen Bereichen, in denen sie unsichtbar sind. Es gibt Themen, die vor allem Frauen betreffen und zu denen der Austausch unter Frauen wertvoll ist. Schließlich: Der Zulauf zeigt, dass der Bedarf besteht.

Welche digitalen Themen sind für dich 2019 besonders spannend?

Mehr Personalisierung und Relevanz durch KI, Ethik und KI.

Bianca Bauer, Internal Communications Manager, Microsoft

Bianca Bauer 1067X1600

Wer bist du und wie alt bist du?

Ich heiße Bianca Bauer und 29 Jahre alt.

Was machst du beruflich?

Ich verantworte mit meinem kleinen Team die interne Kommunikation bei Microsoft Deutschland.

Was ist dein Spezialthema als Speakerin?

Aufgrund meiner mittlerweile bald 5 Jahre bei Microsoft Deutschland, spreche ich oft über den Wandel in der internen Kommunikation – weg von der Push-Kommunikation und mit voller Kraft zur Feedback-Kommunikation.

Wie hast du deinen Weg als Frau in die Digitalbranche gefunden?

Für mich war hier nie eine „Mauer“, ob man es als Frau in die Digitalbranche schafft oder nicht. Mein Studium und meine praktischen Erfahrungen währenddessen haben mir eine Grundausbildung in Kommunikation gegeben und nebenbei meine Persönlichkeit gestärkt – und mit Expertise und einem gewissen Funken an Selbstbewusstsein kann man es aus meiner Sicht in jede Branche schaffen.

Was würdest du Frauen raten, die auch Karriere in der Digitalbranche machen möchten?

Seid einfach ihr selbst und überlegt nicht zu oft, was andere von euch denken könnten. Und mein allgemeines Lieblingsmotto kann ich natürlich sowieso immer empfehlen: Don’t ask for permission, just ask for forgiveness.

Warum braucht es eine rein weibliche Veranstaltung deiner Meinung nach?

Um aufzuzeigen, dass es absolut egal ist, ob Mann oder Frau – jeder kann in der Digitalbranche oder in jeder Branche, in der er oder sie arbeiten möchte, arbeiten.

Welche digitalen Themen sind für dich 2019 besonders spannend?

Wir bei Microsoft sprechen und beschäftigen uns zurzeit viel mit dem Thema Inklusion – für mich ist das ein spannendes und bewegendes Thema, weil wir so viel mit Technologie erreichen können, was einfach nur beeindruckend ist.

Das könnte dich auch interessieren: Apple und Google helfen Saudi-Arabien, Frauen zu unterdrücken

Tina Nord, Head of Growth, EyeEm

Tina Nord

Wer bist du und wie alt bist du?

Mein Name ist Tina Nord, ich bin 36 Jahre alt und Marketing-Expertin aus Berlin.

Was machst du beruflich?

Aktuell leite ich das Growth Team des Berliner Tech-Unternehmens EyeEm. Außerdem bin ich Sprecherin, Autorin und habe meine eigenen Blog zum Thema künstliche Intelligenz, lernen-wie-maschinen.ai. Seit Januar 2019 repräsentiere ich zudem das internationale Netzwerk Women in AI in Berlin.

Was ist dein Spezialthema als Speakerin?

Ich spreche über verschiedene Themen, hauptsächlich jedoch über die Kombination aus künstlicher Intelligenz und Content Marketing. Ab und an sind aber auch meine Erfahrungen als Führungskraft oder persönliche Karriereschritte Thema meiner Vorträge.

Wie hast du deinen Weg als Frau in die Digitalbranche gefunden?

In meinem ersten Job war ich als Werkstudentin im (zu der Zeit) Startup Betreut.de für den Unternehmens-Blog verantwortlich. Online Content war damals kaum verbreitet und es gab keine Erfahrungswerte. Ich habe viel durch simples Ausprobieren und Scheitern gelernt. Fehler sind eine sehr wertvolle Ressource und können dich Schritt für Schritt zum Erfolg führen. Das war mit dem Blog genauso - irgendwann lief er überzeugend genug, um ein Magazin daraus zu machen. Und das hat mich nach einem Jahr direkt in eine Führungsposition bei einem anderen E-Commerce Unternehmen befördert.

Was würdest du Frauen raten, die auch Karriere in der Digitalbranche machen möchten?

Ich würde bei der Auswahl meines Arbeitgebers auf den Frauenanteil achten. Gibt es Frauen in Führungspositionen, gegebenenfalls sogar in der Geschäftsleitung (leider immer noch eine Seltenheit - gerade in der Digitalbranche)? Ein Unternehmen, in dem die oberen drei Hierarchie-Ebenen nur mit Männern besetzt sind, kürzt die Karriereleiter für Frauen oft drastisch. Ich habe außerdem gute Erfahrungen mit Netzwerken gemacht. Verbinde dich mit anderen Frauen und Männern aus deinem Fachbereich. Suche gezielt den Austausch und die Weitergabe von Wissen. Im Idealfall findest du ein Unternehmen, dass deine Weiterentwicklung kontinuierlich fördert und ein Umfeld bietet, indem du dich fachlich voll entfalten kannst.

Warum braucht es eine rein weibliche Veranstaltung deiner Meinung nach?

Es ist eigentlich unglaublich, aber viele Konferenzen sind immer noch durch überwiegend männliche Sprecher dominiert. Ich selbst war bei bestimmten Events die Quotenfrau, also die einzige weibliche Vortragende. Das ist so ähnlich wie in der Musik: Fast alle großen Festivals buchen ausschließlich männliche Bands als Headliner. Oft heißt es, das sei ein Pipeline-Problem - es gäbe einfach keine weiblichen Sprecherinnen. Ein Event wie der Digital Marketing Kick-Off belegt eindrucksvoll, dass diese Begründung eine Ausrede ist.

Welche digitalen Themen sind für dich 2019 besonders spannend?

2019 steht wie kein anderes Jahr zuvor im Zeichen der künstlichen Intelligenz. Egal ob Wirtschaft, Politik oder Religion - fast jede große Veranstaltung beschäftigt sich mit diesem Thema. Es wird viel darüber gesprochen, aber findet noch viel zu selten praktische Anwendung. Ich glaube, dieses Jahr werden mehr intelligente Systeme ihren Weg in die Büros finden und damit einen Automatisierungsprozess in Gang setzen. Ich bin sehr gespannt auf die weiteren Entwicklungen in diesem Kontext.

Jenny Morys, Dipl.-Psychologin und Sr. Consultant, konversionsKRAFT

Jenny Mit Logo

Wer bist du und wie alt bist du?

Jenny Morys, 42 Jahre, Psychologin und Mutter von zwei Töchtern

Was machst du beruflich?

Ich sorge bei konversionskraft unter anderem dafür, dass eCommerce-Projekte durch die Nutzerbrille betrachtet werden. Ich habe das Ziel, unsere Arbeit mit Hilfe von psychologischen Erkenntnissen besser und kundenzentrierter zu machen.

Was ist dein Spezialthema als Speakerin?

In diesem Jahr geht es um emotionale und psychologische Aspekte der Markenwahrnehmung. Ich beschäftige mich aber hauptsächlich mit den sogenannten Behavior Patterns. Das sind psychologische Verhaltensmuster, die unsere Motivation und damit unser Handeln als Menschen und Kunden beeinflussen.

Wie hast du deinen Weg als Frau in die Digitalbranche gefunden?

Ich mochte Technik und Computer schon immer. Ich bin ja ein Pre-Internet-Kind, aber ich war auch schon in der Schule erstaunlich gut in Informatik, jedenfalls „für ein Mädchen“. Im Psychologiestudium habe ich mich auch mit Themen wie Softwareergonomie beschäftigt, ich fand das spannend. Während des Studiums lernte ich dann Mitte der 90er Jahre meinen Mann kennen, der gerade dabei war, mit einem Kumpel eine Internetagentur aufzubauen. Verrückte Sache. Das war alles neu und aufregend, und ich bin mit eingestiegen. Zuerst neben dem Studium aushilfsweise, später dann hauptberuflich. Am Anfang waren wir fast nur Männer im Büro, das hat sich dann aber in den letzten zehn Jahren stark verändert.

Was würdest du Frauen raten, die auch Karriere in der Digitalbranche machen möchten?

Ich glaube, es ist ein sehr guter Zeitpunkt für Frauen, in diese Branche einzusteigen oder sich dort weiterzuentwickeln. Frauen sollten selbstbewusst sein, und sich einfach mehr zutrauen. In dieser Branche gibt es so viele spannende Möglichkeiten, den eigenen Weg zu gehen! Ich glaube, dass manchen Frauen nicht bewusst ist, wie gut sie mit ihren Eigenschaften und Fähigkeiten in die digitale Welt passen. Da muss man manchmal ein bisschen über den Tellerrand schauen.

Warum braucht es eine rein weibliche Veranstaltung deiner Meinung nach?

Allein, um positive Aufmerksamkeit darauf zu lenken, wie viele tolle Frauen es schon in dieser Branche gibt. Und vielleicht auch, um anderen Frauen Mut zu machen, sich auf diese Branche einzulassen. Ich treffe seit einigen Jahren immer mehr Frauen, die eine Ausbildung oder ein Studium in diesem Bereich abgeschlossen haben, und sehr erfolgreich und auch glücklich mit dem sind, was sie tun. Ich hoffe, dass das in Zukunft noch mehr werden!

Welche digitalen Themen sind für dich 2019 besonders spannend?

Mich interessiert das Thema "Voice Services" sehr. Ich finde es sehr spannend, wie es in Zukunft unsere Internetnutzung verändern wird.

Das könnte dich auch interessieren: Siri und Alexa - Warum sind Sprachassistenten weiblich?

Lea Manthey, Head of Marketing DACH & CEE, Meltwater

Lea

Wer bist du und wie alt bist du?

Ich bin Lea Manthey, 29 und Wahl-Berlinerin seit ungefähr fünf Jahren.

Was machst du beruflich?

Als Head of Marketing für DACH & CEE bin ich dafür zuständig, eine B2B-Marketing-Strategie für unsere deutschsprachigen Märkte sowie den Mittel- und Osteuropäischen Markt zu entwickeln und zu implementieren. Dabei geht es natürlich darum, unseren derzeitigen Stamm von 30.000 Kunden zu erweitern, aber auch darum, Meltwater als Marke bekannt zu machen und aufzuzeigen, welche Chancen Media Intelligence im Informationszeitalter für Unternehmen bieten kann - sowohl für die Kommunikationsabteilung, aber auch Produktentwicklung, HR, Einkauf etc.

Was ist dein Spezialthema als Speakerin?

Social Media, Influencer und Content Marketing im B2B Marketing Mix - Von Employee Advocacy über Lead Generation bis hin zur Performance Messung im Hinblick auf Unternehmensziele

Wie hast du deinen Weg als Frau in die Digitalbranche gefunden?

Ich wollte ursprünglich in die klassische Werbung und habe zunächst Sprache & Kommunikation und BWL studiert. Später habe ich dann interessehalber Computerlinguisitik und Texttechnologie belegt und gleichzeitig in meinem damaligen Job in einem Pharma-Startup ein SEO-Projekt übernommen. An dem Thema hat mich sofort fasziniert, dass so vieles messbar gemacht und iterativ verbessert werden kann, was in der klassischen Werbung - oder im Marketing, wie man es im BWL-Studium lernt - gar nicht berücksichtigt wird. Nach meinem Abschlussprojekt zur Relevanz sprachlicher Faktoren für Online-Marketing bin ich dann 2015 bei einem Berliner SaaS-Unternehmen in meinem ersten Vollzeit-Job gestartet und der Branche seither treu geblieben.

Was würdest du Frauen raten, die auch Karriere in der Digitalbranche machen möchten?

Probiert es einfach aus, sucht euch Vorbilder und traut euch nachzufragen! Die Berufsbilder sind wahnsinnig vielfältig und die Branche entwickelt sich so rasant, dass es immer etwas Neues zu entdecken, zu erforschen und zu lernen gibt. Dementsprechend lebt die Branche sehr vom Netzwerken und so gut wie alle sind gerne bereit, ihr Wissen mit euch zu teilen - ihr müsst nur fragen.

Warum braucht es eine rein weibliche Veranstaltung deiner Meinung nach?

Auf vielen Konferenzen ist das Line-Up sehr männlich - und oft auch sehr ähnlich, sodass die Veranstaltungen austauschbar werden. Aus Organisatoren-Sicht ist es allerdings auch häufig nicht einfach, neue SpeakerInnen zu finden, sodass man auf etablierte Speaker zurückgreift und in einen Teufelskreis gerät. Mit einem rein weiblichen Line-Up lassen sich nicht nur die eigenen Fähigkeiten ausbilden, sondern auch Vorbilder für zukünftige SpeakerInnen schaffen, sodass die Speaker- und Themenlandschaft wieder diverser wird und neue Sichtweisen Teil der Diskussion werden.

Welche digitalen Themen sind für dich 2019 besonders spannend?

Influencer Marketing muss jetzt erwachsen werden und bleibt damit ein spannendes Thema. Spannend finde ich auch das Thema Chatbots und Conversational Marketing und gerade im B2B-Bereich den “Mobile First”-Ansatz, den man nun wirklich nicht länger ignorieren kann.

Kathleen Jaedtke, Regional Marketing Lead DACH, HubSpot

Kathleen Jaedtke

Wer bist du und was machst du beruflich?

Ich bin Kathleen Jaedtke und leite als Regional Marketing Manager DACH ein deutschsprachiges Team von Marketern beim internationalen Tech-Unternehmen HubSpot. Vor meiner Tätigkeit bei HubSpot habe ich die Content-Marketing-Aktivitäten für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei einem führenden europäischen E-Commerce Konzern geleitet und mehrere internationale SEO-Teams erfolgreich aufgebaut.

Was ist dein Spezialthema als Speakerin?

Ich beschäftige mich intensiv mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI). Zum einen mit den Einsatzmöglichkeiten von KI im Marketing, zum anderen mit den Herausforderungen, Grenzen und Konsequenzen für die Gesellschaft. Zusammen mit meiner Partnerin in Crime Tina Nord habe ich im April 2018 den Blog Lernen wie Maschinen gestartet. Unsere Artikel sind als Wissensweitergabe für alle gedacht, die sich ebenfalls für diese boomenden Technologien begeistern, aber keinen technologischen Hintergrund haben.

Wie hast du deinen Weg als Frau in die Digitalbranche gefunden?

Wie viele andere bin ich als Quereinsteigerin zum Online-Marketing gekommen. Nach meinem Auslandsaufenthalt in Indien habe ich in Berlin nach dem passenden Einstieg für mich gesucht. Es war das Jahr 2009 und online boomte – entsprechend waren die Stellenportale voll von Jobs rund um alles Digitale. Mit Online Marketing hatte ich bis dahin keine tieferen Berührungspunkte – SEO war mein Einstieg. Ich arbeitete mich ins Thema ein und bekam schnell mehr Verantwortung.

Was würdest du Frauen raten, die auch Karriere in der Digitalbranche machen möchten?

Findet eure Leidenschaft. Die Digitalbranche bietet ein unglaublich breites Spektrum an spannenden Rollen – angefangen von Marketing über Produkt bis hin zu IT. Vernetzt euch mit Experten, besucht Konferenzen, findet Mentoren, investiert in eure Weiterbildung und startet eigene kleine Projekte.

Warum braucht es eine rein weibliche Veranstaltung deiner Meinung nach?

Wenn wir uns das Line-Up vieler Konferenzen anschauen, dann sind Frauen als Sprecherinnen unterrepräsentiert. Das liegt sicher auch an zu wenigen Bewerbungen – häufig bedingt durch fehlende praktische Erfahrung. Sich in diesem noch stark von Männern dominierten Umfeld zu behaupten, fällt leichter, wenn Frauen die Erfahrung und Selbstsicherheit mitbringen. Diese zu erlangen, ist im Umfeld einer 100% Frauenpower-Konferenz leichter.

Welche digitalen Themen sind für dich 2019 besonders spannend?

Ich beschäftige ich mich gerade mit dem Thema Chatbot. Das klingt jetzt fast schon wieder out, weil es nicht mehr das große Hype-Thema wie noch vor zwei bis drei Jahren ist – aber vielfach wird nur darüber gesprochen, es aber nicht angegangen. Bisher hatte ich nicht so viele praktische Erfahrungen sammeln können – das ist in diesem Jahr anders.

Jana Würfel, Head of Growth Operations DACH, Pinterest

Jana Wuerfel

Wer bist du und wie alt bist du?

Jana Würfel, 39 Jahre, Head of Growth Operations bei Pinterest Deutschland.

Was machst du beruflich?

Als Head of Growth DACH bei Pinterest bin ich für das Nutzerwachstum in den Märkten Deutschland, Österreich und der Schweiz verantwortlich. Das umfasst die Bereiche Content- und Growth Marketing, Produktmarketing und die Zusammenarbeit mit Marken, Verlagen und Influencern.

Was ist dein Spezialthema als Speakerin?

Ich spreche über Visual Discovery, wie Marken auf Pinterest neue Zielgruppen erreichen und Menschen schon früh im Inspirationsprozess mit ihren Angeboten ansprechen können - noch bevor sie sich für ein Produkt oder eine Marke entscheiden.

Wie hast du deinen Weg als Frau in die Digitalbranche gefunden?

Das kam Schritt für Schritt. Ich bin schon 2001 erstmals mit der Digitalbranche in Berührung gekommen, als ich in einer Firma für Internetgestaltung Webseiten designt habe. Nach meinem Studium der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation habe ich dann zunächst auf Agenturseite große Konzerne beraten. Danach bin ich bewusst in die Startup-Branche gewechselt und habe beim Online-Marktplatz DaWanda das internationale Marketing Team geleitet. Der Wechsel zu Pinterest in 2014, ein globales Silicon Valley Unternehmen, war für mich der ideale nächste Schritt, und ich lerne bis heute jeden Tag etwas Neues dazu - denn die digitale Welt dreht sich ja sehr schnell. Das macht für mich bis heute auch den Reiz aus, es wird nie langweilig.

Was würdest du Frauen raten, die auch Karriere in der Digitalbranche machen möchten?

Go for it! Vertraut auf eure Fähigkeiten und seid euch bewusst, dass da draußen viele und große Chance auf euch warten. Die Digitalbranche entwickelt sich schnell und ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, dass insbesondere globale digitale Unternehmen erkannt haben, dass diverse Teams die besseren Teams sind - und das natürlich nicht nur im Hinblick auf das Geschlecht, sondern auch im Hinblick auf Hintergrund, Nationalität, Expertise oder Alter. Jeder bringt ein besonderes Talent mit und vor allem Frauen sollten sich hier nicht unter ihrem Wert verkaufen - sie sind essentiell für den Erfolg eines Unternehmens.

Warum braucht es eine rein weibliche Veranstaltung deiner Meinung nach?

Viele Panels und Podien werden immer noch von Männern dominiert. Ich finde es daher wichtig, dass auch Expertinnen aus der Branche noch mehr Sichtbarkeit bekommen und freue mich sehr, mit so tollen und inspirierenden Frauen beim DMK zu sprechen.

Welche digitalen Themen sind für dich 2019 besonders spannend?

Bei Pinterest dreht sich alles um das Thema Visual Discovery und wie wir Menschen mit visuellen Inhalten inspirieren können. Das visuelle Entdecken online verändert vor allem unser Einkaufsverhalten maßgeblich. Die damit verbundenen Technologien stehen noch ganz am Anfang und wir sind stolz, dass Pinterest hier als Pionier voranschreitet.

Das könnte dich auch interessieren: Frauen, 2019 kommt euer neues Lieblings-Emoji

Lead 4 Cover 1200X1200
Wie bitte?

Noch nie gab es so viele Möglichkeiten zu kommunizieren. Wie Unternehmen es dennoch schaffen, ihre Botschaft erfolgreich zu vermitteln? Das LEAD Bookazine 4/2018 gibt unter anderem Tipps für den Einsatz von Voice-Skills, UX und Change-Management im Arbeitsleben. So gelingt Kommunikation – ohne Missverständnisse.

Anzeige
Verlagsangebot
Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Alle Stellenangebote
Anzeige