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Die Blockchain-Technologie könnte kleine Kreativ-Agenturen bei der Zusammenarbeit unterstützen (Foto: istockphotos/PeopleImages)
KI Marketing Blockchain

Künstliche Intelligenz und Blockchain: Eine Chance für die Kreativbranche

Künstliche Intelligenz (KI) verändert auch Marketing und Medien rasant. Momentan haben große Konzerne die Nase vorn. Mit der Blockchain könnten kleinere Akteure kooperieren und gemeinsam Schlüsseltechnologien wie Machine Learning, Big Data und das Internet of Things nutzen.

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Die großen US-Technologiefirmen investieren massiv in künstliche Intelligenz (KI), eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Auch Nationalstaaten wie Russland und China haben KI zu einem zentralen Ziel ihrer Innovationsbestrebungen gemacht. China ist bereits so erfolgreich, dass es in manchen Bereichen amerikanischen Firmen den Rang abläuft. Und Russlands Präsident Putin konstatiert sogar, dass derjenige die Welt beherrscht, der bei KI die Führung übernimmt.

Vielleicht hat er Recht, denn die heute bereits realisierten Anwendungen lassen erahnen, dass praktisch alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche durch KI unterstützt und grundlegend verändert werden können.

Was heißt das aber für „normale“ Unternehmen? Und wie könnte die Blockchain ihnen helfen, im Konzert der Großen mitzuspielen? Um diese Fragen zu beantworten, müssen wir uns erst ein wenig damit beschäftigen, welche Rolle KI heute schon spielt und wie sie funktioniert.

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KI ist in der Werbe- und Kreativbranche längst angekommen

In Medien, Agenturen, Kunst und Unterhaltung ist KI bereits großflächig verbreitet.

Das deutsche Start-up Deepl.com übersetzt Texte zwischen mehreren Sprachen in bislang unbekannter Qualität. Oft sind nur wenige Nachbearbeitungen bei den Übersetzungen nötig. Für Agenturen und Redaktionen, die mehrsprachig arbeiten, lassen sich so erhebliche Kosteneinsparungen erzielen.

KI erkennt und verschlagwortet auch Millionen von Bildern in rasender Geschwindigkeit. Welche Fotoagentur sollte dafür noch Menschen einsetzen?

Und wer kennt nicht die vielfältigen Funktionen, die Handys zum Optimieren unserer Fotos anbieten? All das ist KI im täglichen Einsatz. Welcher Amateur konnte früher schon mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit Porträtfotos mit verschwommenem Hintergrund aufnehmen? Dank KI gelingt das heute jedem Kind mit den Kamera-Apps aktueller Smartphones.

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Die nächste große digitale Revolution

Die Blockchain-Technologie soll nach der Erfindung des Internets die nächste große digitale Revolution werden. Auber kaum jemand kann erklären, was die Blockchain eigentlich ist. Dabei wird sie viele Bereiche im Leben grundlegend verändern - nicht zuletzt das Marketing. LEAD klärt im aktuellen Bookazine auf.

Spotify benutzt selbstverständlich ebenfalls KI, um personalisierte Playlisten zu erstellen, die bei Millionen Nutzern beliebt sind. Wie groß müsste ein Team von Menschen sein, das diese Arbeit verrichtet? Völlig unbezahlbar.

Aber beim Zusammenstellen von bereits produzierten Songs zu Playlisten bleibt es nicht. KI wird längst dafür eingesetzt, Komponisten in ihrem kreativen Prozess zu unterstützen bzw. sogar völlig eigenständig Musik zu erschaffen.

Bei diesen Beispielen dachten wir bis vor kurzem, dass sie so speziell sind, dass sie ausschließlich von Menschen erledigt werden können. Tatsächlich eignet sich aber wohl die Masse der ‘kreativen’ Tätigkeiten zur Automatisierung durch KI. Was kommt als nächstes?

Ist es undenkbar, dass eine Agentur eine KI benutzt, um nicht drei, sondern dreihundert Designlinien für ein neues Corporate Design zu entwickeln? Der Creative Director muss dann nur noch die zehn besten davon auswählen und dem Kunden präsentieren. Menschliche Arbeit ist ansonsten nicht mehr nötig.

Wie in allen Branchen, werden auch in Werbung und Medien diejenigen Unternehmen einen Kosten- und vermutlich auch Kreativitätsvorsprung haben, die sich frühzeitig damit befassen, KI-Tools als Kernelemente in ihre Prozesse und Produkte einzubinden.

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KI benötigt ‘Big Data’

Wenn man heute gemeinhin von ‘KI’ spricht, ist fast immer die Unterdisziplin des ‘Maschinellen Lernens’ (engl. Machine Learning) gemeint. Bei dieser Form von KI werden statistische Modelle mit großen Datenmengen trainiert, Entscheidungen zu treffen.

Sie sollen zum Beispiel lernen, richtig einzuschätzen, was auf einem Bild zu sehen ist. Oder sie sollen auch in komplizierten Verkehrssituationen die richtigen Entscheidungen beim Führen eines Fahrzeugs treffen.

Zwar muss man für erfolgreiches Machine Learning (ML) auch die richtigen Algorithmen und schnelle Prozessoren verwenden. Der entscheidende Faktor für die Qualität eines KI-Systems ist jedoch die Menge an Trainingsdaten. Je mehr Daten, desto besser die Entscheidungen. Genau das ist der Grund, warum ‘Big Data’ in aller Munde ist.

Unternehmen, die sich mit KI beschäftigen, treten in ein sich selbst verstärkendes System ein: Wer mehr Daten hat, kann seine KI besser trainieren. Wer bessere KI hat, kann bessere Produkte anbieten. Wer bessere Produkte hat, bekommt mehr Kunden. Wer mehr Kunden hat, kann mehr Daten erheben. Und der Kreis beginnt von vorne.

Aus diesem Grund sind die großen Plattformen wie Google, Facebook und Amazon in einer exzellenten Ausgangsposition, um ihre Vormachtstellung in den nächsten Jahren zu festigen und auszubauen. Sie verfügen heute schon über riesige Datenmengen, die sie nutzen, um immer bessere KI-basierte Produkte zu entwickeln.

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Die Daten sind in Silos gefangen

Wie können Unternehmen nun in diesen Kreislauf aus Daten, KI, besseren Produkten und mehr Kunden einsteigen?

Als kleines bis mittelgroßes Unternehmen hat man eine begrenzte Datenmenge im eigenen Datensilo und praktisch keine Chance, zu den Großen aufzuholen.

KI-gestützte Innovation könnte wesentlich schneller voranschreiten, wenn Unternehmen ihre Datenbestände zusammenlegen und gemeinsam nutzen könnten.

Bis vor kurzem war das jedoch praktisch unmöglich. Denn einerseits sind meist die technischen Systeme und Datenmodelle untereinander inkompatibel. Noch schwerwiegender sind andererseits die organisatorischen Hürden. Denn wie organisiert man ein Konsortium, das Daten von verschiedenen Parteien verwaltet? Wer bezahlt dafür? Und wer betreibt die Datenbank, in der schließlich alle Daten gespeichert werden? Gegenseitiges Misstrauen der Akteure lässt solche Projekte vielfach scheitern, bevor sie überhaupt gestartet sind.

Blockchain befreit die Daten und macht sie für KI nutzbar

Blockchain-Technologie schafft Lösungsansätze sowohl für die technischen als auch für die organisatorischen Probleme, die entstehen, wenn Organisationen gemeinsam Daten nutzen möchten.

Erstens sind in Blockchain-Netzwerken die Daten in der Regel von den Anwendungen getrennt. Das heißt, jeder Anwender kann eigene Programme erstellen, um mit den Daten zu arbeiten, zum Beispiel um sie für KI-Trainingszwecke zu nutzen.

Im Blockchain-basierten offenen Bitcoin-Netz hat jeder Teilnehmer vollen Zugriff auf alle (pseudonymisierten) Transaktionen. Es steht jedem offen, die Daten zu analysieren oder eine eigene Bitcoin-Banking-Software zu programmieren. Das bisherige zentralisierte Bankensystem verschafft den Banken einen Vorteil, denn nur sie haben einen Überblick über alle Transaktionen.

Als zweite wichtige Neuerung stellt die Blockchain mit Kryptowährungen und Smart Contracts (‘Intelligente Verträge’) nützliche Konzepte bereit, mit denen man Marktplätze für Daten organisieren kann.

Mit Smart Contracts können Daten zwischen Anbietern und Nutzern vollautomatisch gehandelt und mit Kryptowährungen abgerechnet werden. Wer also wertvolle Daten als Input für Machine-Learning-Algorithmen besitzt, kann damit Geld verdienen, auch wenn er die Daten selbst gar nicht nutzt. Eine mögliche Basis-Infrastruktur für solche Daten-Marktplätze wird gerade in Berlin entwickelt. Sie heißt ‘Ocean Protocol’.

Und drittens arbeitet die Blockchain-Szene an kryptographischen Verfahren, mit denen Daten verschlüsselt gehandelt und genutzt werden können. Die Idee dahinter: Die KI-Algorithmen ‘reisen’ zu den Daten, werden dort trainiert, zahlen eine Datennutzungsgebühr und kommen verbessert zu ihrem ‘Besitzer’ zurück.

Die Datensätze selbst bleiben, wo sie sind und müssen nicht durchs offene Internet zu einer gegebenenfalls nicht vertrauenswürdigen Stelle geschickt werden. So können auch hochsensible Daten genutzt werden, und selbst direkte Wettbewerber können zusammenarbeiten, ohne den genauen Inhalt der Daten offenlegen zu müssen.

Die hierfür nötigen Verfahren sind recht kompliziert und würden den Rahmen dieses Artikels sprengen. Wer tiefer einsteigen möchte, dem kann ich diesen Beitrag bei Medium empfehlen.

Wer wettbewerbsfähig bleiben will, muss jetzt KI einsetzen

Konzepte wie Machine Learning und Blockchain werden als ‘exponentielle Technologien’ bezeichnet, weil sich ihre Weiterentwicklung durch den allgemeinen Fortschritt in der Computertechnologie ständig beschleunigt.

Zudem verstärken sich diese Technologien gegenseitig: Das Internet-of-Things (IoT), also Milliarden ans Internet angeschlossene Sensoren, Fahrzeuge und Gebäude, erzeugt riesige Datenmengen. Die Blockchain ermöglicht es nun, diese Daten wirtschaftlicher und sicherer auszutauschen und zu nutzen. Davon profitiert die Entwicklung der künstlichen Intelligenz. Und das wiederum wird die Geräte im IoT nützlicher machen.

Die Beispiele zeigen, dass diese Revolution längst Teil unseres Alltags ist. Auch Unternehmen der Medien- und Werbebranche müssen sich jetzt intensiv damit beschäftigen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

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(Bild: Collin Müller)

Über den Autor: Collin Müller unterstützt seit mehr als zwanzig Jahren Unternehmen dabei, Wachstum und Effizienz durch digitale Transformation zu erreichen. Auf Blockruption.com bloggt er über Bitcoin und die Blockchain und wie die großen Chancen dieser revolutionären Technologie sinnvoll genutzt werden können. Außerdem ist er "Gründer" der Blockchain Bar, wo die Blockchain mit einem Augenzwinkern für Laien verständlich erklärt wird.

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