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Niemand versteht die Prozesse der Digitalisierung so gut wie David Shing (Foto: David Shing)
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"Künstliche Intelligenz macht die Welt menschlicher"

Niemand versteht die Prozesse der Digitalisierung so gut wie David Shing. Er reist durch die Welt und sucht neue Geschäftsmodelle für Verizon Media. Im LEAD-Interview erklärt er, warum die Welt dank Digitalisierung und künstlicher Intelligenz ein bisschen menschlicher wird.

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David Shing ist eine schillernde Figur in der Kreativszene. Über sich selbst sagt er: "Tagsüber bin ich der digitale Prophet von Verizon Media (Anmerkung der Redaktion: Verizon Media ist die Dachmarke von AOL, Yahoo und Tumblr), der auf der ganzen Welt nach neuen Geschäftsmodellen sucht. Nachts bin ich Sänger und Songwriter - aus Versehen.“

2015 bis 2017 hat er als Redner die Dmexco aufgemischt. Doch nicht nur dort teilt er sein Wissen. Auf der Konferenz AI Masters ging er der Frage nach, wie sich all die hörbaren, fühlbaren und tragbaren neuen Technologien auf das Verbraucherverhalten auswirken werden und was wir tun können, um sicherzustellen, dass diese Technologien unsere Welt ein wenig menschlicher machen.

LEAD-Autorin Yvonne Göpfert hat während der AI Masters mit David Shing gesprochen.

LEAD: Welcher Song kommt dir in den Sinn, wenn du über die Digitalisierung nachdenkst? Ein Lied, das die derzeitigen Veränderungen beschreibt.

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David Shing: Es ist zwar schon fast zu offensichtlich: Aber “Changes” von David Bowie ist natürlich der perfekte Song, um genau das zu beschreiben, was gerade in der Branche passiert.

Gibt es Skills von Alexa oder Google Action, die dich bisher überzeugt haben?

Derzeit spiele ich mit Alexa, Google und Apple herum. Mein erstes Fazit: Google gewinnt. Der Ausbau von Fähigkeiten neuer Technologien mithilfe von Service-Providern wie zum Beispiel IFTTT (If This, Then That) macht die Multi-Action-Programmierung zum Kinderspiel. Aber auch die Lernfähigkeiten von Google Wonder sind wirklich beeindruckend. Ich habe die Geräte intensiv ausprobiert und getestet. Alle drei schaffen es insgesamt, durch freche Features menschlicher zu wirken.

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Voice-Skills gelten als die neuen Apps. Doch was können Sprachassistenten wirklich leisten? Das aktuelle LEAD Bookazine zeigt den Nutzen von Voice-Programmen und wann sich der Aufwand für ein Unternehmen tatsächlich lohnt.

Warum werden so viele Skills einmal und dann nie wieder benutzt?

Um Raum für neue Gewohnheiten zu schaffen, müssen wir Menschen uns von alten Gewohnheiten lösen. Die Spracherkennung ist beispielsweise eine Technologie mit sehr viel Potenzial. Bis sie aber tatsächlich in den Alltag der Nutzer einzieht und sich unser Nutzungsverhalten auf den jeweiligen Endgeräten verändert, ist es noch ein langer Weg. Bis dahin bleiben wir Menschen noch weiter auf der Entdeckungsreise und erkunden all die neuen Möglichkeiten, die uns neue Technologien bieten.

Künstliche Intelligenz basiert auf Algorithmen und Statistiken. Du sagst, dass die Technologie den Menschen menschlicher machen wird. Wie kann das in einer so widersprüchlichen Konstellation sein?

Ich verstehe, dass dies zunächst wie ein Widerspruch klingt. Wenn wir aber einen genauen Blick auf künstliche Intelligenz und ihren Mehrwert werfen, zeigt sich: Sofern mir KI im Rahmen von Smart Services die Informationen liefert, die ich mir wünsche, fühlt es sich für mich zunächst menschlicher und persönlicher an. KI kann den Menschen einen Schritt weiterbringen und ihn dazu bringen, Neues zu entdecken – sei es visuell, auditiv oder audiovisuell. Wenn sie dann auch meine Situation versteht und meine Bedürfnisse begreift, dann hilft sie mir wirklich weiter – so wie es auch Menschen tun, die mich umgeben.

Es ist überwältigend zu sehen, wie viel KI – in der Theorie – bewegen kann. Gleichzeitig ist es aber auch frustrierend, weil sie aktuell noch nicht so ausgereift ist, die Services oftmals langsam sind und die zugeschnittenen Ergebnisse besser sein könnten. Es herrscht also noch Optimierungsbedarf – aber das gehört nun mal dazu.

Schaut man sich wiederum Audio an, zeigt sich schnell: Dieses Technologiefeld entwickelt sich dynamisch. Aus dieser Entwicklung müssen wir die Learnings ziehen und die relevanten Daten daraus schöpfen, um weitere Schritte vorwärts gehen zu können. Auch bei der natürlichen Spracherkennung sind wir noch nicht am Ziel angekommen. Mit meinem australischen Hybrid-Akzent funktioniert die Technologie nur in etwa 60 Prozent der Fälle. Das kann manchmal frustrierend sein.

"Neue Technologien sollen mir Services bieten, die mir bei Bedarf und im richtigen Moment zur Verfügung stehen und in anderen Fällen nicht wahrnehmbar sind."

Welche Rolle spielt Audio für die Zukunft des Marketing?

Hier befinden wir uns aktuell noch in einem Findungsprozess, wenn es darum geht, herauszufinden, wie man Audio am besten für das Marketing einsetzen kann. Doch Marken können sie zunächst als Chance begreifen, um ihre Marken-Ikonographie zu erweitern. Starke Brands können mit auditiven Mitteln in Sekundenschnelle wiedererkannt werden. Teilweise setzen Marken das heute schon erfolgreich ein. Audio bietet also viel Potenzial für den Erfolg von Marken.

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Wie werden hörbare und wahrnehmbare Produkte in Zukunft aussehen? Welche Kriterien müssen sie erfüllen?

Ganz unabhängig vom Einsatzzweck, alle Technologien sollten nicht nur schön designt sein, sondern sich in die Umwelt des Menschen nahtlos integrieren. Auch das Material sollte sich organischer anfühlen. Neue Technologien sollen mir Services bieten, die mir bei Bedarf und im richtigen Moment zur Verfügung stehen und in anderen Fällen nicht wahrnehmbar sind.

Schon heute gibt es zahlreiche Beispiele solcher Produkte – von der Bose AR-Sonnenbrille, die Sprache und Ton verwendet, um mir einen Informationskontext zu liefern, über Mui, das Display aus Holz, das an der Wand hängt, um ein Smart Home zu steuern, bis hin zum rollbaren LG-Signature-Fernseher.

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Minimal-Onliner oder Technik-Enthusiast?

Tinder ersetzt die Bar, Alexa die Sekretärin. Die digitale Welt ist mit der realen Welt längst eins geworden. Nur will die Realität nicht jeder wahrhaben. Wie souverän bewegst du dich im vernetzten Leben?

Technologie im Körper – ist das für dich eine Option?

Die Idee an sich finde ich toll. Allerdings ist der menschliche Körper organisch, Technologien wie RFID- oder NFC-Chips sind es aber nicht. Die Services, die diese Technologien bieten, sind derzeit noch sehr begrenzt. So klingen Technologien im Körper zunächst nach einer guten Idee, aber man muss vorher noch einige Hürden meistern.

Ein gutes Beispiel liefert dabei die Medizin: Mit Technologien im Körper werden Untersuchungen zum Beispiel im MRT zu einem Risiko. Demnach würde es darauf hinauslaufen, dass die medizinische Versorgung aufgrund der eingebetteten Technik nur zum Teil gewährleistet werden kann. Darüber hinaus habe ich auch an mir selbst bemerkt, dass der Körper bereits Tattoos und Piercings oftmals ablehnt und entsprechend reagiert. Dies könnte auch bei implantierten Technologien passieren.

Zuletzt ist da außerdem noch die Diskussion zum Datenschutz, der zu jeder Zeit sichergestellt werden muss. Hier gibt es noch einige Hürden zu meistern, bevor sich dieses Thema wirklich etablieren kann.

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